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Lebensmittel im Test

Gemüse am Wochenmarkt
Gemüse am Wochenmarkt | Bild: pa

"Natürlich" heißt bei den Herstellern etwas anderes als bei vielen Verbrauchern. Denn auch wenn "natürlich" draufsteht, dürfen Aromen hinzugefügt werden. Für die Hersteller ist das deutlich günstiger. ARD-Ernährungsredakteur Werner Eckert sagt sogar, dass die Industrie ohne zusätzliche Aromen gar nicht funktionieren würde.

"Es gibt Hochrechnungen, dass die gesamte Erdbeerproduktion der Welt gerade mal ausreichen würde, um einen Bruchteil des Erdbeerjoghurts mit echtem Aroma zu versehen. Das liegt daran, dass man sehr viel mehr Erdbeeren braucht, um den Joghurt auch wirklich nach Erdbeeren schmecken zu lassen, als da drin sind. Im Fruchtjoghurt sind 6 % Erdbeeren. Das ist eine halbe Frucht. Das reicht nicht, um den auch wirklich schmecken zu lassen. Das sind nur die Stückchen, die da drin rumschwimmen. Der Geschmack kommt wo ganz anders her, nämlich aus irgendeiner Retorte." Ohne zusätzliche Aromen wären also diverse Lebensmittel kaum vorstellbar.

Wer beispielsweise einen Joghurt ohne künstliches Aroma kaufen will, der muss nach dem Hinweis "natürliches Erdbeeraroma" suchen. Nur dann ist das Aroma aus Erdbeeren. Ansonsten kann das Erdbeeraroma auch künstlich erzeugt worden sein. Zum Beispiel durch Pilze, die auf Sägespänen wachsen. Übrigens, wenn nur "Aroma" draufsteht, ist es Chemie pur.

Zwischen "natürlich" und "künstlich" zu unterscheiden ist oft schwierig. Beispiel: Puddis in Love Schokokiss. Auf der Packung steht "100 % natürlicher Geschmack"; doch tatsächlich sind auch hier Aromen enthalten. Diese Kennzeichnung ist zwar verwirrend, aber erlaubt.

Eckert dazu: "Die Kennzeichnung orientiert sich immer am mündigen Verbraucher, also an einem Menschen, der sich wirklich informiert hat über das, was da drauf steht. Das ist aber nicht so. Die meisten Verbraucher haben schlicht keine Ahnung, wie die Produkte entstehen, und da ist ganz viel eingeschliffen. Da hat sich die Industrie durchgesetzt und der Verbraucher ist letztlich der Dumme. Der will es zwar wissen, erfährt es aber nicht."

Erfahren kann man es im Netz unter: Lebensmittelklarheit.de. Das funktioniert auch auf dem Handy mit einer kostenlosen App wie zum Beispiel "Barcoo". Damit können Verbraucher nachvollziehen, was beim Hersteller "natürlich" heißt.

Stand: 14.07.2015 13:11 Uhr

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