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RKI-Physiker hält 15-Kilometer-Radius für zu groß

Corona-Maßnahmen-Forschung

PlayDirk Brockmann, Physiker
RKI-Physiker hält 15-Kilometer-Radius für zu groß | Video verfügbar bis 07.01.2022 | Bild: WDR

Dirk Brockmann, Physiker am Robert-Koch-Institut, modelliert mit seinen Kollegen die Dynamik von Infektionskrankheiten. Brockmann stellt klar, dass bei dem Versuch herauszufinden, wo welche Maßnahmen greifen, der Ort der Infektion eine wichtige Rolle spiele.

Doch oft fehle es dazu an Daten. Deshalb könne das Infektionsrisiko, das beispielsweise vom Supermarkt-Besuch ausgeht, nur schwer modelliert werden. Ähnlich schwer sei es eine gewisse "Pandemiemüdigkeit" während der zweiten Welle zu messen und in die Modelle einzuarbeiten. Im Bezug auf weiterhin geschlossene Schulen, Kitas und Einschränkungen im Öffentlichen Nahverkehr betont Brockmann, dass alle Maßnahmen, die Kontakte reduzierten, wichtig seien. Man wisse zwar nicht genau, wie stark welcher Einfluss sei. "Aber Fakt ist, dass natürlich alles, wo Kontakte stattfinden, auch dazu führt, dass da Ansteckungen stattfinden. Deshalb sind diese Reduktionen an allen Enden wichtig, um jetzt auch aus dieser zweiten Welle herauszukommen. Das ist essenziell."

Die neueste Corona-Maßnahme, die 15-Kilometer-Radius-Regel, sei hingegen nicht streng genug. Außerhalb dieses 15-Kilometer-Radius fände nur 20 Prozent der Mobilität statt. Bei einem kleineren Radius von beispielsweise 5 Kilometern hätte man sehr viel mehr Mobilität, die dann auch zu Kontakten führe. "Als Wissenschaftler, der Mobilität untersucht, hätte ich mir deshalb gewünscht, dass dieser Radius kleiner ist."

Stand: 07.01.2021 14:04 Uhr