SENDETERMIN Mi., 13.04.22 | 05:30 Uhr | Das Erste

Selenskyj-Berater Oleksiy Arestovych drängt auf Waffenlieferungen

"Wieviele Städte wie Butscha wir noch bekommen werden, hängt davon ab, ob der Westen uns die Waffen liefert"

PlayOleksiy Arestovych, Berater des ukrainischen Präsidenten Selenskyj
Selenskyj-Berater Oleksiy Arestovych drängt auf Waffenlieferungen | Video verfügbar bis 13.04.2023 | Bild: WDR

Zur Absage des Besuchs von Bundespräsident Steinmeier in Kiew sagte Oleksiy Arestovych, Berater von Präsident Selenskyj, er wisse nicht, warum Selenskyj abgesagt habe. "Er hatte meiner Meinung nach seine Gründe dafür." Der Präsident führe eine sehr ausgeglichene Politik und für seine Aussage habe er bestimmt Gründe, die er als gewichtig betrachte. "Diese Frage fällt eher in die Kompetenz des präsidialen Pressedienstes. ich meinerseits kann nur sagen, der Präsident trifft jetzt keine Beschlüsse ohne sehr, sehr genaues Abwägen aller Argumente."

Auf die Frage, ob der Präsident mit einer solchen Entscheidung nicht Putin in die Hände spiele, indem er den Weste spaltet, sagte Oleksiy Arestovyc: "Mir scheint, dass die Hauptargumente anders waren. Der Präsident erwartet ja den Bundeskanzler als eine Figur, die unmittelbar praktische Beschlüsse fassen kann, die die Ukraine akut braucht, unter anderem in Bezug auf Waffenlieferungen."

Könnte die erwartete Großoffensive im Osten der Ukraine, die Schlacht um den Donbass, kriegsentscheidend sein? Arestovych sagte dazu, die Russen hätten ihre Offensive in neun operativen Richtungen angefangen. In sechs davon mussten sie eine Niederlage einräumen, in anderen drei seien sie zum Rückzug gezwungen worden. Momentan konzentrierten sie ihre Anstrengungen auf Mariupol, auf den Osten und Süden der Ukraine. „Und jetzt befinden wir uns in der Situation, wo wir schwere Waffen brauchen, um unseren Feind aus unserem Land zu vertreiben. Der Feind hat hat seine Kräfte gebündelt, auf bestimmten Frontabschnitten sind sie uns zahlenmäßig überlegen. Nun sind wir erschöpft. Sie sind auch erschöpft, aber sie haben die Reserven und die Ressourcen, um eine sehr starke Gruppierung im Osten der Ukraine aufzubauen. Und das Schicksal von Mariupol, das Schicksal von unseren Verteidigern, von unseren Brigaden, die dort im Gefecht stehen, und die Antwort auf die Frage, wieviele Städte wie Butscha wir noch bekommen werden, hängt davon ab, ob der Westen uns die Waffen liefert."

Sind die unkranischen Soldaten geschult im Umgang mit den komplexen Waffensystemen, die der Westen liefern will? "Wir haben schon technisch komplizierte Waffensysteme erhalten, darunter auch solche, die ein hohes Niveau von technischen Kenntnissen bei dem Personal voraussetzen", erklärte Oleksiy Arestovych. "Die Briten liefern uns enorm komplizierte Luftabwehrsysteme. Es hieß übrigens, man brauche 3 Monate um das Personal zu schulen, damit umzugehen. Unsere Fachleute haben es in 2 Wochen geschafft. Die Panzer und die gepanzerten Fahrzeuge können wir in 3 Tagen in den Griff bekommen. Wir haben ja genug mit den westlichen Armeen geübt, viele unserer Soldaten kennen diese Technik mindestens vom Sehen, kennen sie aus Wettbewerben. Ich bin selbst ein Offizier, ich kenne unsere Streitkräfte und sie können mir glauben – diese Technik beherrschen wir in 3 Tagen. Die Hauptsache sind die Lieferungen und um den Rest werden wir uns schon kümmern."

Stand: 13.04.2022 20:08 Uhr

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