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Kinotipp: "Poor Things" und "Knochen und Namen"

von Simone Schlosser, Filmreporterin

PlaySzene aus "Poor Things"
Kinotipp: "Poor Things" und "Knochen und Namen" | Video verfügbar bis 18.01.2026 | Bild: Searchlight Pictures / Atsushi Nishijima

Eine Geschichte zwischen Frankenstein und Barbie: In "Poor Things" spielt Emma Stone ein Kind im Körper einer Frau. Und wird dafür zurecht als Oscar-Favoritin gefeiert. Mit "Knochen und Namen" liefert Fabian Stumm einen ungewöhnlichen Debütfilm über Beziehungen.

Szene aus "Poor Things"
Szene aus "Poor Things" | Bild: Searchlight Pictures / Atsushi Nishijima

Poor Things

Bella Baxter (Emma Stone) ist ein Experiment: der Körper einer Frau, das Gehirn eines Babies. Verantwortlich dafür ist der Wissenschaftler Godwin Baxter (Willem Dafoe), von ihr liebevoll – und nicht ohne Grund – God genannt. Doch Bella lernt schnell dazu. Zusammen mit dem charmanten Frauenheld Duncan Wedderburn (Mark Ruffalo) brennt sie durch. Auf Reisen entdeckt sie erst den Sex und dann die Bücher – und lernt mit der Zeit, dass sie ohne Männer im Grunde besser dran ist.

"Poor Things" erzählt eine radikale Geschichte, die da weitermacht, wo "Barbie" aufhört. Ein phänomenaler Film des Griechen Yorgos Lánthimos, der mit "The Lobster" und "The Killing of a Sacred Deer" bekannt wurde. "Poor Things" ist sein größter und zugänglichster Film. Wenngleich er sich selbst und seinem trockenen bisweilen grotesken Humor treu bleibt. Zwischendrin wünschte man sich ein bisschen weniger Männerfantasie. Doch am Ende fügt sich alles in ein wunderbare feministische Utopie. Auch Dank einer brillanten Emma Stone, die zurecht als Favoritin für den Oscar gilt.

https://www.searchlightpictures.com/poor-things/

Szene aus "Knochen und Namen"
Szene aus "Knochen und Namen" | Bild: Postofilm

Knochen und Namen

Jonathan und Boris (Fabian Stumm) sind seit sieben Jahren zusammen. Jonathan ist Schriftsteller, Boris ist Schauspieler. Aktuell sind sie an einem Punkt, an dem sie nicht wissen, ob sie noch etwas für einander empfinden. Und so beginnen sie, zu forschen: Boris verliert sich in einem Filmprojekt, Jonathan in einem neuen Buch.

"Knochen und Namen" von Fabian Stumm ist ein ungewöhnlicher Film. Es geht um große Gefühle und Dramen, erzählt in ruhigen, fast kalten Einstellungen. Und dennoch besitzt der Film eine große Leichtigkeit, weil er ein so treffendes Gespür für Begegnungen und Beziehungen hat. "Am Ende sind wir doch alle Knochen und Namen", sagt ein Bestatter zu Jonathan, einer der beiden Hauptfiguren. "Wir gehen, wie wir gekommen sind." "Knochen und Namen" klingt sperrig, ist jedoch ein Film, der einen berührt. Auch weil man das Gefühl hat, so viel von sich selbst darin zu erkennen. Ein wunderbares Film-Experiment und ein Kleinod des deutschen Films.

https://www.postofilm.com/knochen-und-namen/

Stand: 18.01.2024 07:22 Uhr

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