SENDETERMIN Do, 27.12.18 | 05:30 Uhr | Das Erste

Kinotipp: "Der Junge muss an die frische Luft" und "Shoplifters"

von Ingrid Bartsch, Filmexpertin

Julius Weckauf, Der Junge muss an die frische Luft
Julius Weckauf als der junge Hans-Peter Kerkeling in "Der Junge muss an die frische Luft" | Bild: UFA/Pressebild

Der Junge muss an die frische Luft

"Der Junge muss an die frische Luft" ruft der Opa über seinen Enkel, der zu viel auf seine traurige Mutter aufpasst.
Der Film nach den Jugenderinnerungen gleichen Titels von Hape Kerkeling erzählt von einer auf den ersten Blick schönen Kindheit im Ruhrgebiet. Die große Familie hält zusammen, ist lebhaft und feierfreudig. Doch Hans-Peter macht sich Sorgen um seine Mutter, die er mit Späßen und kleinen Aufführungen in aberwitzigen Kostümen aufzufangen versucht. Wie bei vielen Clowns verbirgt sich hinter der Komik eine traurige Geschichte.

Als Hans-Peter Kerkeling achte Jahre alt ist, nimmt sich die Mutter das Leben. Die Großeltern geben sich alle Mühe, dem Jungen Gutes zu tun – und nicht nur an der frischen Luft. Sein Talent als Spaßmacher baut er aus, auch wenn er die Rolle als Enkel von Loriots Opa Hoppenstedt nicht bekommt.

Regisseurin Caroline Link hat das Drehbuch von Ruth Toma feinfühlig und bei aller Komik unaufdringlich inszeniert und kann sich auf ein hervorragendes Ensemble verlassen und einen tollen Hauptdarsteller: Julius Weckauf in seiner allerersten Rolle. Und er ist am 27.12., seinem Geburtstag, im MOMA zu Gast.

Szene aus "Shoplifters"
Szene aus "Shoplifters" | Bild: © 2018 FUJI TELEVISION NETWORK/GAGA CORPORATION/AOI PRO. INC

Shoplifters

"Shoplifters" ist eine Familiengeschichte aus Japan. Der Film von Hirokazu Kore-Eda hat völlig zu Recht dieses Jahr in Cannes die Goldene Palme als bester Film erhalten.

Eine fünfköpfige Familie lebt in ärmlichen und beengten Verhältnissen. Doch die Jobs der Erwachsenen reichen nicht zum Leben, und so wird im Supermarkt geklaut. Eines Abends, auf dem Rückweg von einem Beutezug, entdecken Vater und Sohn ein verängstigtes kleines Mädchen, ausgesperrt auf einem Balkon.Sie geben ihm nicht nur zu essen, sie nehmen es mit.
Erst nach zwei Monaten wird das Mädchen von den Eltern als vermisst gemeldet. Doch da ist sie schon integriert in die Familie, die mehrere große Lügen und Geheimnisse mit sich trägt.

Ein wunderbarer Film über ein besonderes Familienkonzept, stimmungsvoll beobachtend erzählt und ein Blick auf einen Teil der japanischen Gesellschaft, den man selten im Kino zu sehen bekommt.

Stand: 27.12.2018 08:09 Uhr

0 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.