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Studie des Weltklimarates betrifft "die gesamte Gesllschaft"

CDU-Agrarexperte Gerig verlangt Umdenken auch von Verbrauchern

PlayAlois Gerig (CDU), Vorsitzender Rat für Ernährung und Landwirtschaft
Studie des Weltklimarates betrifft "die gesamte Gesellschaft" | Video verfügbar bis 09.08.2020 | Bild: WDR

Die Studie des Weltklimarates betreffe die gesamte Gesellschaft, sagte Alois Gerig (CDU), Vorsitzender Rat für Ernährung und Landwirtschaft, sagte, es passiere gar nicht so wenig in der Politik. "Wir haben ein Klimakabinett, da wird intensiv getagt, im Umfeld sehr viel gearbeitet. Wichtig ist, dass wir quer durch alle Politikfelder handeln. Das betrifft Wirtschaft, Energie, Verkehr, selbstverständlich auch die Landwirtschaft."

"Aber auch in der gesamten Bevölkerung müssen wir manche Gewohnheiten und Verhalten ändern", so Gering weiter. "Wir sollten überdenken, was wir einkaufen. (…) In der Ernährung ins richtige Regal greifen. Deutsche Lebensmittel nehmen, da kann man nichts falsch machen. Weil unsere Bauern zu den höchsten Standards produzieren. Und nicht mehr einkaufen als man verbraucht. Elf Mio. Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich weggeworfen. Nicht nur die Verbraucher, sondern die gesamte Kette.,Wenn da ein jeder inne hält, tut man schon viel. Wenn man nicht den Mähroboter hinterm Garten laufen lässt, sondern eine Blumenwiese behält, tut man etwas für die Insekten. Wenn man nicht ständig in die Ferne reist, tut man etwas fürs Klima. Und wenn man deutschen Wein trinkt statt chilenischen, tut man wieder etwas fürs Klima."

Auch in der Landwirtschaft könne noch vieles verbessert werden, sagte Gerig, der selbst Landwirt ist. "Aber ich sage auch klar: Es gibt keinen großen Hebel, den man umlegen kann. Es sind viele kleine Maßnahmen, die ergriffen werden müssen. Wir brauchen nach meiner Einschätzung mehr Wertschätzung für die Arbeit der Bauern. Das Bashing geht mir manchmal zu weit. Das führt dazu, dass viele Bauernhöfe geschlossen werden. Da wurde viel getan in den letzten Jahrzehnten.

Vor 50 Jahren war die Tierhaltung lange nicht so toll wie heute. Auch im Bereich des Ackerbaus hat man Wissenschaft und Forschung hinzu geholt. Dann nutzt man weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel. Die Bauern müssen auch dafür belohnt werden, dass sie neben der Produktion von Lebensmitteln die tolle Kulturlandschaft pflegen und erhalten. Die zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik muss mehr darauf achten, dass Ökologiesicherungsmaßnahmen besser honoriert werden. Familiengeführte Betriebe brauchen einfach eine bessere wirtschaftliche Grundlage, damit auch junge Menschen bereit sind, den Hof der Eltern zu übernehmen."

Stand: 14.08.2019 10:04 Uhr

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