SENDETERMIN Fr., 08.07.22 | 05:30 Uhr | Das Erste

G20/Urkraine: Roth fordert weitere Waffenlieferungen

Diplomatischer Umgang mit Russland

PlayMichael roth, SPD, Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag
G20/Ukraine: Roth fordert weitere Waffenlieferungen  | Video verfügbar bis 08.07.2023 | Bild: WDR

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat das G20-Treffen der führenden und aufstrebenden Wirtschaftsmächte auf Bali vorzeitig verlassen. Dazu sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses Michael Roth, SPD: "Ich kenne das von ihm nicht anders. Lawrow ist einer der größten Zyniker, die ich in meinem politischen Leben kennenlernen musste. Ich kenne das auch von anderen Zusammenkünften. Rede vom Blatt ablesen und dann rausgehen. Das ist eine Respektlosigkeit sondergleichen." Doch in Zeiten des russischen Angriffskriegs habe er erwarte, dass man sich zumindest die Argumente der anderen anhöre. Es sei richtig gewesen, dass Deutschland und die anderen westlichen Staaten an dem Gipfel teilnähmen. „Denn wir müssen anerkennen, so bitter das ist, dass die meisten Staaten, die daran auch teilnehmen, die die Mehrheit der Weltbevölkerung repräsentieren, bislang den russischen Angriffskrieg nicht verurteilt haben“, sagte Roth.

Es sei Aufgabe von Außenministerin Baerbock, Grüne, deutlich zu machen, dass der Ukraine-Krieg kein regionales Problem einiger weniger Europäerinnen und Europäer sein. "Hier ist der Weltfrieden, hier ist die Weltordnung insgesamt in Frage gestellt worden." Der drohende Hunger, der von Russland zu verantworten sei, sei beispielsweise vor allem ein Problem für Asien, darunter Indien und China, und die afrikanischen Staaten. Viele der betroffenen Staaten kooperierten mit Russland. „Da hilft von uns aus kein Druck, da helfen gute Argumente und Gesprächsbereitschaft."

Ist die Abreise Lawrows als Zeichen zu verstehen, dass Russland kein Interesse an Friedensverhandlungen mit der Ukraine hat? "Dieses Zeichen müssen halt einige auch erst mal verstehen." Man werde immer wieder mit der Forderung nach Verhandlungen statt Waffenlieferungen konfrontiert. "Damit die Ukraine als freies, demokratisches Land überstehen kann, braucht sie weiterhin moderne Waffen. Wir tun eine Menge. Und das muss jetzt entschieden fortgesetzt werden“, forderte Roth. “Denn dieser Krieg wird durch Russland nicht beendet werden. Das sehen wir ja auch an der Respektlosigkeit von Lawrow."

Stand: 08.07.2022 10:54 Uhr

3 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@ard.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.