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Organspende: Kappert-Gonther setzt auf freiwillige Entscheidung

"Schweigen darf nicht als Zustimmung gelten"

PlayKirsten Kappert-Gonther, Obfrau im Gesundheits-Ausschuss
Organspende: Kappert-Gonther setzt auf freiwillige Entscheidung | Video verfügbar bis 01.04.2020 | Bild: WDR

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Während Gesundheitsminister Spahn (CDU) heute einen auch mit der SPD abgestimmten Gesetzentwurf zur Organspende vorstellt, der eine Widerspruchslösung vorsieht, hat sich eine überparteiliche Parlamentariergruppe im Bundestag für eine freiwillige Entscheidung ausgesprochen.

Für diese Gruppe erklärte die Abgeordnete Kirsten Kappert-Gonther (Grüne), es müsse bei einer freiwilligen Entscheidung des künftigen Organspenders bleiben. "Schweigen darf nicht als Zustimmung gelten", betonte die Politikerin. Hausärzte sollten die Menschen beraten, und bei der Ausstellung eines Passes sollten die Menschen dann erklären, ob sie ihre Organe nach ihrem Tode spenden wollten. 80 Prozent der Bevölkerung seien laut Umfragen grundsätzlich bereit zur Spende, doch nur 30 Prozent besäßen einen Organspendeausweis. Diese Verhältnis könne durch gezielte Information ausgeglichen werden.

Ursprünglich hätten Spahns Gesetzesvorschlag und der der Parlamentariergruppe zeitgleich vorgestellt werden sollen, doch Spahn sei vorgeprescht, kritisierte Kappert-Gonther. "Es gab die Zusage des Ministeriums und konkret auch die des Ministers, der gesagt hat: "Reicht uns eure Vorschläge ein, wie basteln das in ein Gesetz und stellen die Gesetzentwürfe zeitgleich der Bevölkerung vor." Das hat er nun nicht gemacht, sondern geht heute mit seinem Gesetzentwurf raus, obwohl unsere Vorschläge seit drei Monaten dem Ministerium vorliegen. Das ist tatsächlich ein parlamentarisches Foulspiel."

Stand: 01.04.2019 09:41 Uhr

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