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Versicherungswirtschaft lehnt Pflichtversicherung ab

Nach der Unwetterkatastrophe

PlayJörg Asmussen, Chef des Versicherungsverbandes
Versicherungswirtschaft lehnt Pflichtversicherung ab | Video verfügbar bis 22.07.2022 | Bild: WDR

Der Gesamtverband Deutsche Versicherungswirtschaft lehnt die politisch diskutierte Pflichtversicherung für Elementarschäden ab. Deren Hauptgeschäftsführer, Jörg Asmussen, sagte dazu: "Ich glaube, dass eine Elementarschadensversicherung als Pflichtversicherung als einzelnes Instrument nicht zielführend ist, weil es eben den Anreiz senkt, gegen Elementarschäden vorzusorgen. Das würde heißen, dass dann die Pflichtversicherten allein die Lasten fehlender Klimaanpassungen bezahlen müssten." Ein Vergleich mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung sei nicht zulässig, weil bei dieser die Schäden Dritter versichert seien. Bei der Elementarversicherung gehe es um das eigene Haus. Eine solche Versicherung sei vielerorts für 100 Euro im Jahr erhältlich.

Der Einwand, wonach viele Hausbesitzer keinen Zugang zur Elementarversicherung hätten, stimme so nicht. 99 Prozent der Gebäude in Deutschland seien versicherbar, betonte Asmussen. Insgesamt sei mehr Vorsorge gegen extreme Schadensereignisse notwendig. "Man braucht ein Gesamtsystem, wo man mehr Prävention hat, sprich: weniger Versiegelung von Flächen, Prävention an den Bauten – sowohl Neubauten als auch Bestand. Dann muss man sicher auch über das Versicherungsthema nachdenken." Es gehe um ein Gesamtkonzept, betonte Asmussen.

Stand: 22.07.2021 09:57 Uhr

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