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Video: Jerofejew: "Der Wille des Zaren ist sehr wichtig für das Volk"

27.05.22 | 04:36 Min. | Verfügbar bis 27.05.2023

Der bedeutende russische Schriftsteller Viktor Jerofejew sprach angesichts der Kriegsbilder aus der Ukraine von einer "doppelten Apokalypse". "Putin glaubt, dass er das Licht sei und die Ukraine und Europa das Dunkel. Aber die Ukraine und Europa denken, sie seien das Licht und Putin das Dunkel. Es ist sehr schwierig, es ist ist fast ein religiöser Krieg, es ist tatsächlich ein Religionskrieg. (…) Ein gutes Ende wird es wahrscheinlich lange nicht geben." Viktor Jerofejew sieht ein trauriges Ende. Einen Sieg werde die unterlegene Seite als ungerecht und völlig unangebracht empfinden. Die russische Seite könne die Atombombe einsetzen, auf der ukrainischen Seite, sei eine große Partisanenbewegung zu befürchten, die Jahrzehntelang andauern würde. Mit seiner Familie verließ Viktor Jerofejew seine Heimat Russland und emigrierte nach Deutschland. Nicht er habe Russland verlassen, das Russland, wie es jetzt existiere, habe ihn verlassen. „Weil ich damit nicht einverstanden bin.“ Den ungebrochen großen Zuspruch der Bevölkerung für Putin erklärte Jerofejew mit dem Fehlen demokratischer Traditionen in Russland. „Es gab sie nie. Vielleicht ein ganz kleiner Zeitraum von Februar 1917 bis November 1917 zwischen den zwei Revolutionen. (…) Die Stärke des Zaren, der Willes des Zaren ist sehr wichtig für das Volk. Er findet keine andere psychologische Orientierung, keine andere moralische Unterstützung. Daher kommt auch diese paradoxe Situation, dass das Volk in Putin den Genossen, den Kerl aus dem Hinterhof sieht, der sagt: 'Ja, wir sind zusammen.’ Das ist das erste Mal in der Geschichte, dass der Zar wirklich ein Volkszar ist. Und das gibt dem Zaren die Möglichkeit, mit anderen von oben herab zu sprechen. Mit anderen Völkern, mit Europa und natürlich mit der Ukraine."

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