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Missbrauchsbeauftragter wirft Politik Versagen vor

"Wir tun in Deutschland nicht alles"

PlayJohannes-Wilhelm Rörig, Bundesabauftragter gegen Kindesmissbrauch
Missbrauchsbeauftragter wirft Politik Versagen vor | Video verfügbar bis 11.05.2021 | Bild: WDR

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat Politik und Gesellschaft vorgeworfen, nicht genügend gegen den Missbrauch von Kindern zu unternehmen. "Der Missbrauch ist selbst eine Pandemie. Wir tun in Deutschland nicht alles - weder der Bund, noch die Länder und Kommunen – um wirklich Kinder wirksam vor sexualisierter Gewalt und auch vor Kinderpornografie zu schützen.“

Angesichts der Corona-Krise fürchtet Rörig, dass die verordnete Isolation die Kinder noch mehr gefährde. „Viele Kinder erleiden in der Familie Vernachlässigung und auch sexuellen Missbrauch. Und dadurch, dass die Kontakte zu den Ansprechpartnern, zu den Vertrauenspersonen, Erzieherinnen und Erziehern in den Kitas, Lehrerinnen und Lehrern in den Schulen, im Moment oft unterbrochen sind, wird sich die Gefahr noch erhöht haben.“

Die Politik könnte den Schwerpunkt stärker für den Kinderschutz setzen, fordert Rörig. Familien- und Kinderschutz habe während der Corona-Krise keine Priorität gehabt, bedauert Rörig. "Das hat schwere Folgen auch für die Kinder. Die Jugendämter waren von Anfang an nicht System relevant. Und dadurch gab es Probleme, Kontakt zu Jugendlichen in belastenden Lebenslagen zu halten."

Im Kampf gegen Kinderpornografie fordert der Missbrauchsbeauftragte eine EU-rechtskonforme Vorratsdatenspeicherung. "Wir müssen die verdeckte Ermittlung gegen Täterinnen und Täter ausweiten. Der Markt der Kinderpornografie muss dringend ausgetrocknet werden." Die Täter dürften sich nicht mehr so sicher wie bisher vor Entdeckung fühlen, sagte Rörig. Die Rechte der Polizei müssten erweitert werden, wirksam im Darknet zu ermitteln.

Stand: 12.05.2020 05:32 Uhr

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