SENDETERMIN Mo., 12.04.21 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Geld sparen mit Elektroautos

mit Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip

PlayElektroauto wird betankt
Service: Geld sparen mit Elektroautos | Video verfügbar bis 12.04.2022 | Bild: WDR

Elektro- und Hybridautos – sowie der eigene Strom dazu – können regelrecht zur Spardose werden. Wer sich jetzt zum Kauf eines solchen Fahrzeugs entscheidet, bekommt zusätzlich zum Umweltbonus auch noch die sogenannte Innovationsprämie von bis zu 9000 Euro. Auch Leasing-Fahrzeuge werden bezuschusst.

Staatliche Kaufprämie

Bis 2030 sollen nach dem Wunsch der Bundesregierung sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf den deutschen Straßen sein. Um das zu erreichen, wird der sogenannte Umweltbonus gezahlt. Das gilt Für Elektroautos, Brennstoffzellenfahrzeuge und Hybridautos mit Elektro- und Verbrennungsmotor (Plug-in-Hybrid). Es handelt sich dabei um einen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Gezahlt wird, wenn ein neues Elektrofahrzeug, Brennstoffzellenauto oder ein Plug-in-Hybrid nach dem 04. November 2019 zugelassen wurde. Ob das Fahrzeug gekauft oder geleast wurde, ist dabei unerheblich.

Bis zu einem Jahr nach der Zulassung kann der Antrag gestellt werden. Für einen Neuwagen, der seit dem 4. Juni 2020 oder später zugelassen wurde, kann darüber hinaus die Innovationsprämie in Anspruch genommen werden. Diese Förderung wird es bis Ende 2025 geben. Für einen Gebrauchtwagen bekommt man die Innovationsprämie, wenn er nach dem 4. November 2019 zugelassen wurde und ab dem 04. Juni 2020 auf den jetzigen Halter läuft.

Der Wagen darf noch keine Prämie erhalten und höchstens 15.000 Kilometer Laufleistung haben. Dieses bundesweite Programm läuft bis Ende 2025. Leert sich der Fördertopf schneller, endet das Programm auch früher. Insgesamt stehen vier Milliarden Euro zur Verfügung. Das reicht für rund 500.000 reine E-Autos oder rund 700.000 Plug-in-Hybride.

Vorteile bei Kfz- und Einkommensteuer

Ein neues Elektrofahrzeug ist für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, wenn es bis Ende 2020 gekauft wurde und noch im Kalenderjahr 2020 zugelassen wurde. Diese zehnjährige Steuerbefreiung gilt auch rückwirkend für alle Elektroautos, die ab dem 18. Mai 2011 zugelassen wurden. Auch wer ein gebrauchtes Elektrofahrzeug kauft, profitiert von dieser Steuerbefreiung, wenn zehn Jahre seit Erstzulassung noch nicht abgelaufen sind.

Der Gesetzgeber ist dabei, die Befreiung von der Kfz-Steuer zu verlängern. Danach sollen E-Autos, die bis Ende 2025 erstmals zugelassen werden, für max. zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit sein. Der Zeitraum verkürzt sich, je später das Auto zugelassen wird. Die Befreiung soll Ende 2030 auslaufen.

Der Staat fördert Elektroautos und Plug-in-Hybride aber auch über die Lohnsteuer. Und das funktioniert so: Gewährt der Arbeitgeber einen der folgenden Vorteile, bleiben diese steuerfrei – zumindest bis 31. Dezember 2030: Aufladen eines privaten (Hybrid-)Elektrofahrzeugs, Aufladen eines Dienstwagens im Betrieb oder das zeitweise Überlassen einer betrieblichen Ladestation. Ist der Arbeitgeber sogar bereit, dem Angestellten eine Ladesäule komplett zu überlassen, ist auch das lohnsteuerfrei.
Übergibt der Chef die Ladevorrichtung dauerhaft kostenlos oder verbilligt, muss der sogenannte geldwerte Vorteil versteuert werden. Aber nicht mit dem persönlichen Einkommensteuersatz, sondern mit pauschal 25 Prozent Lohnsteuer.

Tanken zu Hause

Wenn Sie Ihr Elektroauto zu Hause aufladen wollen, dann sollten Sie sich dafür eine sogenannte "Wallbox" anschaffen. Ohne eine solche Wandladestation können die Fahrzeuge nur sehr langsam über die normale Steckdose laden. Dabei kann das Hausnetz überlastet werden. Besonders günstig lädt man das Auto mit eigenem Solarstrom. Alternativ kann aber auch Strom aus dem öffentlichen Netz genutzt werden.

Neben dem Haushaltsstrom gibt es spezielle Autostrom-Tarife. Hier lohnt sich der Anbietervergleich. Für den Kauf und die Installation einer solchen „Wallbox“ können Sie bis zu 900 Euro an Fördermitteln bei der KfW-Bank beantragen.

Manche Bundesländer zahlen mehr, verlangen aber zusätzliche Anschaffungen wie Batteriespeicher oder Photovoltaikanlagen. Sofern Sie eine eigene Solaranlage haben, sollte das Fahrzeug möglichst darüber geladen werden.
Nutzen Sie ansonsten den normalen Haushaltsstrom, so lange Sie eine durchschnittlich Kilometerleistung haben. Ein zusätzlicher Vertrag für Autostrom lohnt sich erst ab etwa 14.000 Kilometern pro Jahr. Gibt es einen eigenen Zähler für den Autostrom, lohnt sich ggf. der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter.

Weitere Informationen

• Informationen zur Elektromobilität der NRW-Landesregierung
https://www.elektromobilitaet.nrw/index/

• Liste der förderfähigen Fahrzeuge (Bundeswirtschaftsministerium)
https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/emob_liste_foerderfaehige_fahrzeuge.pdf?__blob=publicationFile&v=130

• Informationen zum Kauf
https://www1.wdr.de/nachrichten/wirtschaft/eauto-elektromobilitaet-boom-foerderung-nrw-100.html

• Informationen zum Kauf gebrauchter Elektrofahrzeuge
https://www.ardmediathek.de/video/servicezeit/gebrauchte-e-autos-schnaeppchen-oder-finger-weg/wdr-fernsehen/

• Die eigene Tankstelle in der Garage
https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Elektroauto-laden-Tipps-fuer-Autofahrer,elektroauto428.html

Stand: 12.04.2021 10:48 Uhr

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