SENDETERMIN Mo., 28.09.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Apfelernte

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

Service: Apfelernte | Video verfügbar bis 28.09.2021 | Bild: WDR

Für einige Sorten hat die Apfelernte schon begonnen oder ist schon beendet. Andere Apfelsorten sind jetzt reif für die Ernte. Natürlich schmecken sie frisch sehr gut, aber je später der Erntezeitpunkt, desto besser sind die Lagereigenschaften.

Die Prognose für den Ertrag lautet in diesem Jahr: "durchschnittlich". Das hängt mit dem Wetterverlauf des vergangenen Jahres zusammen. Während es in den Frühlingswochen relativ spät noch Frost gegeben hat, war der Sommer insgesamt sehr sonnig und trocken. Hitzegewitter mit Hagel haben dann auf den jungen Früchten ihre Spuren hinterlassen.

Die Apfelernte

Es gibt viele Apfelsorten. Dadurch erstreckt sich die Erntezeit von August bis Oktober. Die Sommeräpfel machen den Anfang. Besonders häufig findet man zu der Zeit Sorten wie Delbardestival, schmeckt knackig, frisch und saftig. Er ist nicht lange haltbar, sondern wird bald mehlig. Anschließend stehen Elstar, Gala und Rubinette auf dem Plan. Diese Äpfel sind etwas kleiner.

Auch Boskoop, eine klassische Sorte für Kuchen und Apfelmus, kann im September gepflückt werden. Jonagold, Braeburn und Fuji reifen zum Abschluss der Saison.

Immer häufiger sind so genannte alte Sorten gefragt. Sie sind ein wichtiges Kulturgut. Es hat sich gezeigt, dass viele dieser Äpfel zum Beispiel besser für Allergiker bekömmlich sind. Der Grund: Jüngere Apfelsorten enthalten deutlich weniger Polyphenole (Pflanzenstoffe), durch die unter anderem das Fruchtfleisch weniger braun wird. Eine relativ moderne Sorte heißt Santana. Auch sie wird für Allergiker empfohlen.

Äpfel richtig lagern

In Obstbaubetrieben gibt es meist große Lager für Äpfel. Hier werden sie in Kisten gelagert und gekühlt. Die Feuchtigkeit soll hoch, der Sauerstoffgehalt der Luft niedrig und der CO2-Gehalt erhöht sein. In Klimakammern kann die Reifung präzise gesteuert werden.

Im Privathaushalt hat man diese Möglichkeiten nicht. Wer nur wenige Äpfel hat, kann sie in der 0°-Grad-Celsius-Schublade des Kühlschranks lagern. Ansonsten eignen sich flache Holzkisten, die mit Zeitungspapier ausgelegt werden.
Diese Kisten stellt man an einen kühlen, dunklen Ort. Früher war das mal der Keller, doch im Zug einer besseren Klimatisierung sind Keller heutzutage eher warm und es eignen sich Lauben und Garagen deutlich besser für die Lagerung. Auch Kellerabgänge und Lichtschächte können für die Zeit bis zum Frost als Lagerplatz genutzt werden.

Äpfel und Klimawandel

Der Klimawandel bereitet vielen derzeit gängigen Apfelsorten Probleme. Nach den milden Wintern blühen die Bäume relativ früh. Spätfröste während der Blüte können dann die Ernte bedrohen. Profis setzen daher auf so genannte Frostschutzberegnung.

Für Hobbygärtner ist Klimawandel auch eine Herausforderungen. Je kleiner die Bäume sind, desto besser lassen sie sich mit einem Vlies schützen. Auch die Pflege der Baumscheibe ist wichtig: Sie muss frei von Rasen gehalten, mit reifer Komposterde gemulcht und bei Trockenheit bewässert werden, idealerweise mit einem Tropfschlauch. Im Winter sollte die Baumscheibe frei von grobem Mulchmaterial sein, damit sich dort keine Mäuse einnisten.

Wann sind Äpfel reif?

Äpfel sind reif, wenn sie sich mit einer leichten Drehbewegung mit Stiel vom Ast lösen. Das Kerngehäuse soll fertig ausgebildet und die Apfelkerne schwarzbraun gefärbt sein.

Ideal ist es, wenn die Äpfel bei der Ernte trocken sind. Anderenfalls muss man sie trocknen lassen, bevor sie eingelagert werden. Ganz wichtig: Nur tadellose Äpfel ohne weiche Stellen sollten ins Lager. Alle anderen werden sofort verzehrt oder weiterverarbeitet, z.B. zu Apfelmus, Gelee oder Kompott. Man kann auch Apfelringe trocknen.
Wer viele kleine Äpfel hat, kann sie in eine Mosterei bringen und sich Apfelsaft pressen lassen.

Stand: 28.09.2020 08:19 Uhr