SENDETERMIN Fr., 24.07.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Obst und Gemüse aus eigenem Anbau

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

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Service: Obst und Gemüse aus eigenem Anbau | Video verfügbar bis 24.07.2021 | Bild: WDR

Nachdem Johannisbeeren, Erdbeeren, Kirschen und die ersten Tomaten geerntet sind, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Weichen für die Ernte der nächsten Saison zu stellen: Sträucher schneiden, Sommerschnitt an Obstbäumen und ein neues Gemüsebeet anlegen. Und wer nach einem Projekt für die Sommerferien sucht, kann im Handumdrehen ein Hochbeet anlegen, aus dem in den nächsten Wochen Salat, Möhren, Spinat, Frühlingszwiebeln und Radieschen geerntet werden können. Außerdem: Mit diesem Gemüse kommen Sie gut über den Winter – jetzt wird es ausgesät.

Besser ernten in der neuen Saison – Sträucher und Gehölze schneiden

Wer die Ernteerträge aus dem heimischen Garten steigern möchte, sollte jetzt – direkt nach der Blüte – handeln.

An der Brombeere finden sich jetzt noch viele Triebe voller Früchte und zum Teil noch Blüten. Diese Triebe werden nach der Blüte komplett zurückgeschnitten. So können sich die neuen Triebe, die bereits gut zu erkennen sind und kräftig wachsen, perfekt entwickeln.

Bei den Johannisbeeren bilden sich am einjährigen, vitalen Holz die meisten Blüten und Früchte. Die Sträucher sollten jetzt durch einen kräftigen Rückschnitt von alten, dicken Trieben verjüngt werden. Anschließend bekommen die Sträucher Komposterde, eventuell etwas Dünger und vor allem regelmäßige Wassergaben, damit sich ein kräftiger Neuaustrieb bildet.

Kirschbäume – vor allem die Sauerkirsche – bilden peitschenartige Triebe aus, die nur an der Spitze Blätter, Blüten und Früchte tragen. Diese werden eingekürzt. Ist die Baumkrone sehr dicht, sollte durch Ausdünnung für Licht und Luft gesorgt werden, damit die Früchte sich im nächsten Jahr gut entwickeln können. Außerdem wichtig: Zum Ende des Sommers Leimringe am Stamm anbringen, um Schädlinge abzuhalten, die in der Rinde überwintern.

Hochbeet-Bau als Projekt für die Ferien

Ganz gleich ob auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten – ein Hochbeet geht immer. Es lässt sich aus Holzlatten zusammenbauen oder – die schnellere Variante – aus Paletten. Die gibt es in zwei Größen und die Latten haben bereits an den Ecken Scharniere. Damit das einfache Holz haltbarer wird, sollte es angestrichen werden. Anschließend wird das Hochbeet zur Verbesserung der Durchlüftung mit Noppenfolie ausgekleidet.

Als Füllung eignet sich unten Holzschnitt, dann Häcksel, halbreife Komposterde und Gartenerde. Wer Produkte kauft, sollte aus Gründen des Umweltschutzes darauf achten, torffreie Erden zu verwenden. Anschließend geht es an die Bepflanzung bzw. Aussaat. Vorher wird aber noch ein Kupferband rundherum befestigt, um Schnecken abzuwehren.

Eine platzsparendere Variante lässt sich aus einem Jutesack herstellen. Dieser wird mit Plastikfolie ausgekleidet, um ihn vor schneller Verrottung zu schützen. Ein paar Löcher in der Folie verhindern, dass die Pflanzen an Staunässe leiden. Nun wird Erde eingefüllt und gepflanzt.

Start für eine schnelle Ernte

Tomatenpflanzen mit Früchten gibt es ab und an noch zu kaufen, ebenso Paprika oder Zucchini – aber die Hauptsaison für das mediterrane Fruchtgemüse ist vorbei. Deshalb gilt es jetzt, den Fokus auf Blattgemüse und Wintergemüse zu richten: Mangold, Spinat und Salat zählen ebenso zu den Gemüsesorten, die noch bis in den späten Herbst geerntet werden können, wie Frühlingszwiebeln und Kohlrabi. Ringelblumen entwickeln sich schnell und können in ein Eckchen gesät werden.

Am schnellsten kann geerntet werden, wenn man Setzlinge kauft, die es jetzt vor allem von Salat und Kohlrabi. Aber auch mit der Aussaat geht es bei den sommerlichen Temperaturen rasch und macht vor allem Kindern Spaß. Nach der Pflanzung wird erst einmal nur gegossen, Dünger kann eventuell später noch gegeben werden.

Stand: 24.09.2020 16:30 Uhr