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Service: Pflegekräfte aus dem Ausland

mit Sabine Wolter, Verbraucherzentrale NRW

PlayHäusliche Pflege
Service: Pflegekräfte aus dem Ausland | Video verfügbar bis 18.10.2019 | Bild: WDR

Lieber im eigenen Zuhause anstatt im Pflegeheim zu wohnen – ein Wunsch vieler pflegebedürftiger Menschen. Vor allem eine Betreuungsform wird dabei immer beliebter: die Beschäftigung einer ausländischen Haushalts- und Betreuungskraft. Doch worauf ist hier zu achten?

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit kann ein EU-Bürger in einem Privathaushalt ohne besondere Arbeitserlaubnis beschäftigt werden.
  • Alternativ können ausländische Unternehmen ihre Mitarbeiter in einen deutschen Haushalt entsenden. Dabei helfen Vermittlungsagenturen.
  • Bei der Beschäftigung ausländischer Hilfskräfte gilt deutsches Arbeitsrecht.
  • Wer eine osteuropäische Hilfskraft in Vollzeit beschäftigen möchte, muss mit Kosten zwischen 2.200 und 3.000 Euro pro Monat rechnen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Pflegekraft aus dem Ausland zu beschäftigen:

Direkte Anstellung einer Hilfskraft

Bei der Suche und Anstellung hilft auf Nachfrage die zentrale Auslands– und Fachvermittlung der Arbeitsagentur, die dafür mit europäischen Arbeitsvermittlungen zusammenarbeitet. Wichtig: Eine 24-Stunden-Betreuung durch eine einzige Person ist legal nicht möglich. Die tägliche Arbeitszeit der Haushaltshilfe an Werktagen darf durchschnittlich nicht mehr als acht Stunden betragen, die Wochenarbeitszeit darf 48 Stunden nicht überschreiten. Bei einer Vollzeitanstellung besteht zudem ein Urlaubsanspruch von mindestens 24 Tagen pro Jahr. Auch wer eine Hilfskraft einstellt, sollte die Pflege und Betreuung auf mehrere Schultern verteilen.

Entsandtes Pflege- und Betreuungspersonal

Ein ausländischer Dienstleister wird beauftragt, eine Angestellte in den Haushalt zu schicken, für den Pflegebedürftigen entfallen somit die Arbeitgeberpflichten. Eine deutsche Vermittlungsagentur hilft bei der Organisation. Der Haushalt schließt zwei Verträge ab: mit dem ausländischen Unternehmen und dem Vermittlungsunternehmen. Da der Pflegebedürftige und seine Angehörigen nur Kunden des ausländischen Unternehmens sind, sollten sie eigene Wünsche im Vorfeld ausführlich absprechen und vertraglich festhalten. Wichtig: Bevor die Haushalts-und Betreuungshilfe ihre Arbeit aufnimmt, sollten Sie sich die Bescheinigung A1 vorlegen lassen und eine Kopie abheften. Falls bei Arbeitsaufnahme die Bescheinigung noch nicht vorliegt, sich kurzfristig nachreichen lassen, sobald diese ausgestellt wurde. Diese Bescheinigung weist nach, dass die Betreuungskraft in ihrem Heimatland sozialversichert ist.

Selbstständige Pflegekraft

Diese Variante ist nur sehr eingeschränkt zu empfehlen, weil sich Selbstständige oft in einer rechtlichen Grauzone zur Scheinselbstständigkeit bewegen.

(Quelle: Verbraucherzentrale NRW)

Weitere Informationen

Beratungstelefon "Ausländische Betreuungskräfte – wie geht das legal?"
montags und mittwochs, 14.00 – 16:30 Uhr, Rufnummer 0211 – 38 09 400

Pflege-Wegweiser NRW
www.pflegewegweiser-nrw.de/modelle-und-kosten

Verbraucherzentrale NRW
www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/gesundheit-pflege/pflege-zu-hause/auslaendische-betreuungskraefte-wie-geht-das-legal

Literatur

Stiftung Warentest: Schnelle Hilfe im Pflegefall – Kosten, Organisation, Pflegegrade, 160 Seiten, ISBN: 978-3-86851-394-3, 16,90 Euro (zu bestellen unter www.test.de/shop/gesundheit-kosmetik/schnelle-hilfe-im-pflegefall )

Stand: 18.10.2018 08:28 Uhr

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