SENDETERMIN Mi., 22.06.22 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Start in den Urlaub

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

PlayVoller Strand, Urlaub
Service | Video verfügbar bis 22.06.2023 | Bild: WDR

Zum Beginn der Sommerferien redet kaum noch jemand von Corona, die Vorfreude auf den Urlaub ist groß. Doch neue Hiobsbotschaften trüben die Laune: Flugstreichungen, lange Warteschlangen beim Sicherheitscheck am Flughafen, Probleme mit aufgegebenen Koffern und Personalmangel in den Urlauberhotels. Was tun, wenn der Start in die Ferien mit Ärgernissen verbunden ist?

Fluggastrechte der EU

Fluggastrechte der EU Für alle Flüge ab der EU sowie Flüge mit einer EU-Fluglinie von einem Drittstatt in die EU (z.B. Türkei – Deutschland mit Lufthansa) gelten die EU-Fluggastrechte.
Kommt es zu größeren Verspätungen, Überbuchungen oder Annullierungen, muss die Fluggesellschaft – je nach Länge der Wartezeit – kostenfreie Betreuungsleistungen (Verpflegung, Hotel etc.) und gegebenenfalls einen Ersatzflug anbieten.

Ab einer Verspätung von drei Stunden, bei Annullierungen und Überbuchungen steht dem Passagier zudem eine sogenannte Ausgleichszahlung zu. Die Höhe richtet sich nach der Flugstrecke und beträgt zwischen 250 und 600 Euro. Die Zahlung muss nicht geleistet werden, wenn sich die Fluglinie auf sogenannte außergewöhnliche Umstände berufen kann (z.B. schlechtes Wetter). 
Bei den genannten Problemen muss die Fluggesellschaft den Passagier am Flughafen schriftlich über seine Rechte informieren.

Mitwirkungspflichten des Passagiers

Vor dem Start der Reise sollte mit der Fluglinie und/oder dem Reiseveranstalter unbedingt abgeklärt werden, wie viel Zeit für die Anreise zum Check-In am Flughafen eingeplant werden muss.

Wer nicht rechtzeitig am Check-In oder Gate erscheint und den Flug verpasst, kann die Fluggesellschaft oder den Reiseveranstalter nicht haftbar machen.
Auch für die Sicherheitskontrolle müssen Flugpassagiere ausreichend Zeit einplanen. Kommt es hierbei zu Verzögerungen, die zum Verpassen des Flugs führen, kann von der Fluglinie keine Entschädigung gefordert werden.

Aufgegebenes Gepäck

Der Passagier muss sich vor Antritt der Reise bei der Fluglinie und/oder dem Reiseveranstalter darüber informieren, wieviel Gepäck er im Rahmen seines Flugtarifs mitnehmen darf.

Geht ein Koffer verloren oder wird beschädigt, muss der Passagier dies sofort am Flughafen der Fluggesellschaft mitteilen. Beschädigtes und verlorenes Gepäck muss die Fluggesellschaft bzw. der Reiseveranstalter ersetzen. Ebenfalls muss Ersatz geleistet werden, wenn das Gepäck verspätet nachgeliefert wird und sich der Passagier daher notwendige Ersatzkleidung oder Hygieneartikel kaufen muss.

Einreisebestimmungen

Im Rahmen einer Pauschalreise muss der Reiseveranstalter über die Einreisebestimmungen des Ziellandes informieren. Hierzu zählen auch die aktuellen Corona-Vorschriften im Urlaubsland. Der Individualtourist muss sich selbst über die Pass- und Visumsvorschriften seines Reiselandes in Kenntnis setzen, ebenso über Impfbestimmungen.

Mängel im Hotel

Kommt es auf einer Pauschalreise im Hotel zu Reisemängeln, muss der Pauschaltourist umgehend bei der Reiseleitung, bei seinem Reisebüro oder direkt beim Reiseveranstalter in Deutschland eine Mängelanzeige machen und Abhilfe fordern. Wer nicht sofort reklamiert, kann hinterher keine Ansprüche geltend machen. Bei Direktbuchung im Hotel ist das Hotelpersonal bei Reklamationen zuständig.

Weitere Informationen

• Auswärtiges Amt
https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit

• Luftfahrt-Bundesamt
https://www.lba.de/DE/Fluggastrechte/Fluggastrechte_node.html;jsessionid=B4A97356B47A1FE189C07FDF0462E787.live21324

• Verbraucherzentrale
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/reise-mobilitaet

• Finanztip
https://www.finanztip.de/reisemaengel-reklamieren/

• Würzburger Tabelle
http://www.würzburger-tabelle.de

Stand: 22.06.2022 08:07 Uhr

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