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Service: Apps für Kinder

mit Dennis Horn, Multimedia-Experte

PlayKinderapps, Apps für Kinder
Service: Apps für Kinder | Video verfügbar bis 12.11.2020 | Bild: WDR

Kinder und Jugendliche sind in Apps erheblichen Risiken ausgesetzt. Vor allem bei vermeintlich kostenlosen Spiele-Apps kann es böse Überraschungen geben - sowohl finanziell wie sicherheitstechnisch. Das zeigt eine Studie des Portals jugendschutz.net., das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Danach sind 60 Prozent von 100 getesteten Apps problematisch für Kinder.

Kommunikations Apps

Die Nutzung beliebter Dienste wie WhatsApp, Instagram und TikTok ist für Kinder besonders riskant. Gerade die Kommunikation in den Apps birgt für Kinder und Jugendliche Gefahren. Die wenigsten Anbieter sorgen dafür, dass ihre jüngsten Userinnen und User ihre Dienste unbeschwert nutzen können. Wo Fremde uneingeschränkt Kontakt aufnehmen und private Informationen einsehen können, sind Übergriffen Tür und Tor geöffnet. Das schränkt den positiven Nutzen der Angebote erheblich ein und gefährdet die Entwicklung von Heranwachsenden.

Kostenlose Spiele Apps

Spieleapps für Handy oder Tablet werden nicht von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) geprüft. Der Spieleanbieter ordnet sein Spiel in einer Art Selbstkontrolle selber altersgemäß ein, mithilfe von Richtlinien der International Age Ration Coalition (IARC). Dabei werden allerdings Kriterien wie Werbung, In-App-Käufe und Datensicherheit nicht beachtet. Viele dieser Angebote sind nicht Kindgerecht.

In-App-Käufe besonders problematisch

Viele der Apps sind zwar kostenlos, während des Spielens wird der Spieler aber oft aufgefordert, Geld zu bezahlen, zum Beispiel für Rüstungen oder Waffen, die einen Spielvorteil verschaffen sollen. Dies ist das sogenannte Pay-to-Win-Modell. Einige Apps verzögern sogar das Weiterspielen, wenn kein Geld bezahlt wird. Kinder neigen auch schnell dazu, aus Versehen etwas im Spiel zu kaufen.

Mangelnde Datensicherheit

Viele Apps fallen auch durch mangelnde Datensicherheit auf. Es werden beispielsweise Standortdaten von den Kindern bzw. Nutzern gesammelt und bei rund ein Viertel der getesteten Apps muss eine Telefonnummer angegeben werden. Dadurch haben Kinder keinen Schutz vor Fremdkontakt.

Sicherheitseinstellungen im Betriebssystem iOS

Nutzen Sie die Kindersicherung ihres iPhones. In den Einstellungen von iOS (unter "Bildschirmzeit"/"Beschränkungen") gibt es Möglichkeiten, bestimmte Apps und Funktionen zu sperren oder zu beschränken. Sie können so zum Teil auch anstößige Inhalte, Käufe und Downloads sowie Datenzugriffe einschränken.

Sicherheitseinstellungen im Betriebssystem Android

Machen Sie Ihr Smartphone kindersicher. Nehmen Sie die Jugendschutzeinstellungen im Play Store (unter "Einstellungen"/"Jugendschutz") vor. Installieren Sie "Google Family Link" oder vergleichbare Apps, um die Geräte Ihrer Kinder zu sichern und zum Beispiel mit Nutzungszeiten zu versehen. Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Gerät zusätzliche Einstellungen bietet. Samsung-Geräte zum Beispiel stellen einen speziellen Kindermodus in der Software zur Verfügung.

Tipps:

Reden Sie mit ihren Kindern. Wichtig ist, dass Kinder frühzeitig Medienkompetenz im Umgang mit Apps und Spielen erwerben. Machen Sie sich mit Smartphone und Software selbst vertraut und sprechen Sie mit Ihren Kindern regelmäßig über die Inhalte der Apps und darüber, wie sie sich sicher im digitalen Raum bewegen.

Entfernen Sie Zahlungsinformationen. Dort, wo es möglich ist, sollten Sie bereits hinterlegte Kreditkartendaten und andere Zahlungsinformationen löschen, so dass Ihre Kinder keine Einkäufe über Apps oder App Stores tätigen können.

Sperren Sie die Möglichkeit für In-App-Käufe und richten Sie eine Drittanbietersperre ein. Damit Ihre Kinder nicht aus Apps heraus Käufe tätigen oder Abos abschließen können, sollten Sie über die Einstellungen Ihres Smartphones die Möglichkeit von In-App-Käufen abstellen. Bei Ihrem Mobilfunkanbieter können Sie außerdem kostenlos eine Drittanbietersperre einrichten, um vor teuren Überraschungen auf der Telefonrechnung geschützt zu sein.

Weitere Informationen:

Apps für Kinder und Jugendliche

Klicksafe – Eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz

https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/apps/apps-fuer-kinder-und-jugendliche/

Stiftung Warentest: Gute und böse Apps für Kinder

https://www.test.de/Spiele-Apps-Gute-und-boese-Apps-fuer-Kinder-5269960-0/

Stand: 12.11.2019 06:37 Uhr

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