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Service: Zimmerpflanzen im Winter

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

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Service: Zimmerpflanzen im Winter | Video verfügbar bis 08.01.2022 | Bild: WDR

Eine gute Raumluft erhöht nicht nur den Wohlfühlfaktor in der Wohnung, sondern bietet auch viel Sauerstoff zum Atmen. Zimmerpflanzen filtern die Luft und sorgen für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, vorausgesetzt, das Grün auf der Fensterbank und im Raum wird gut gepflegt. Dabei geht es nicht nur um Bewässerung und Düngung, sondern auch um die Schaffung eines Klimas, das den Pflanzen einen guten Stoffwechsel ermöglicht und den Schädlingsbefall der Wohnungspflanzen gering hält.

Lebendiges Grün für die Fensterbank – die Top Ten für ein gutes Raumklima

Zimmerpflanzen sind für das Raumklima besonders wertvoll, da sie auf ganz natürlich Art und Weise die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Das ist besonders in den Wintermonaten mit trockener Heizungsluft von großem Vorteil für die Gesundheit. Pflanzen wie Nestfarn und Zyperngras reichern die Luft mit viel Wasser an und haben im Vergleich zu technischen Geräten, die der Luftbefeuchtung dienen, den Vorteil, dass das Wasser in der Luft keimfrei ist. Rund 97 Prozent des gegossenen Wassers wird wieder an die Raumluft abgegeben.
Wichtig ist, dass die Anzahl der Pflanzen auf das Luftvolumen des Raumes abgestimmt wird: Bei zu feuchter Luft kann es zu Schimmelbildung kommen. Eine weitere Fähigkeit der Pflanzen besteht darin, tatsächlich Schadstoffe aus der Luft zu filtern. In Versuchen zeigt sich, dass die Schadstoffbelastung in der Raumluft durch ausgewählte Zimmerpflanzen um 50 bis 70 Prozent reduziert werden kann. Dabei zählen so robuste und pflegeleichte Pflanzen wie Efeu und Grünlilie zu den Luft-Verbesserern.

Faktor Licht

Die Pflanzen kommen mit wenig Licht aus Ein Problem für viele Pflanzen ist die Lichtsituation im Winter. Auch wenn die Fenster groß sind und es hell im Raum ist, stellt sich für die Pflanzen die Situation anders dar. Im Winter ist die Ausbeute durch die kurzen Tage begrenzt. Das künstliche Licht hilft meist nicht, die kurzen Tage auszugleichen. Deshalb ist es wichtig, dass die Pflanzen möglichst nah am Fenster stehen und tagsüber die Gardinen geöffnet sind, damit diese nicht noch zusätzlich das Licht weg filtern.

Auch das Fensterputzen ist jetzt nicht nur ein Zeichen von Reinlichkeit, sondern für die Pflanzen wichtig. Eine geringe Lichtausbeute begrenzt den Stoffwechsel der Pflanzen. Damit diese sich nicht bis zum Ende des Winters „aufzehren“ und die Kraft verlieren, sollte nachts die Zimmertemperatur soweit wie möglich abgesenkt werden. Je wärmer es im Zimmer ist, desto höher ist die Stoffwechselaktivität, die die Reserven der Pflanzen aufbraucht. In grundsätzlich dunklen Räumen sollte auf Zimmerpflanzen zurückgegriffen werden, die mit wenig Licht auskommen, wie Zamioculcas und Schusterpalme.

Typische Störfaktoren

Nicht nur die Fenster müssen geputzt werden, sondern auch die Pflanzen. Großblättrige Pflanzen wie Philodendron und Ficus können einfach mit dem Lappen abgewischt werden. Andere Pflanzen sollten ab und an geduscht werden. Ist es zu mühselig, alles ins Bad zu räumen, kann auch Folie ausgelegt und mit einem Pflanzensprüher alles gründlich befeuchtet werden. Ist der Topf zu klein, muss umgetopft werden. Je näher der Frühling rückt, desto eher macht es Sinn, das Substrat aufzufrischen. Dabei sollte dann ein dichter Wurzelfilz abgeschnitten und der Topf vor einer Wiederverwendung gründlich gereinigt werden.

Schädlinge verhindern

Wer sich wenig auskennt, der entdeckt das Fiasko eines Schädlingsbefalls meist erst, wenn die Blätter gelb werden und abfallen. Es macht aber Sinn, gerade bei der Reinigung der Pflanzen genauer hinzusehen, am besten mit einer Lupe. Dann lassen sich bei Befall auf der Blattunterseite plötzlich kleine Tiere und feine Gespinste an den Blattansätzen entdecken oder bemerken, dass es unter dem Topf klebrig ist. Alles Zeichen für typische Schädlinge, die bei zu trockener Luft auftreten. Meist sind auch die Blattspitzen trocken.

Dann hilft nur eins: mehr Luftfeuchtigkeit. Statt zu gießen, werden die Blätter mit handwarmem Wasser eingenebelt, gute Verdunster wie Frauenhaarfarn, Kletterficus und Efeutute aufgestellt und die Heizkörper mit Wasserschalen bestückt. Wer den Schädlingsbefall zu spät bemerkt, dem hilft eine Pflanzensauna. Die geduschte bzw. eingesprühte Pflanze wird für 24 Stunden in einen Plastiksack gehüllt. Das mögen Springschwänze, weiße Fliege, Schildläuse und Co. gar nicht. Regelmäßig wiederholt, wird so der Befall reduziert. Die Pflanzen atmen auf und treiben neu aus.

Stand: 13.01.2021 14:18 Uhr