SENDETERMIN Mo., 01.02.21 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Steuererklärung 2020

mit Marieke Einbrodt, Stiftung Warentest

PlaySteuererkärung, Symbolbild
Service: Steuererklärung 2020 | Video verfügbar bis 01.02.2022 | Bild: WDR

Viele hatten im Jahr 2020 andere Einnahmen und Kosten als sonst, und es gibt einige neue Formulare. Für das Homeoffice gibt es eine neue Pauschale. Alleinerziehende erhalten einen höheren Entlastungsbetrag. Andererseits müssen Corona-Hilfen vom Bund oder den Ländern, die für alltägliche Ausgaben verplant wurden, jetzt versteuert werden. Kurz: Es ist besonders wichtig, 2020 abzurechnen, um kein Geld zu verschenken.

Finanztest hat für Angestellte, Selbstständige, Familien, Arbeitnehmer, Rentner und Nebenjobber nachgerechnet, was das Finanzamt an Steuern fordern könnte. Denn beispielsweise müssen Selbstständige, die Soforthilfen erhalten haben, diese als Betriebseinnahmen abrechnen. Dadurch kann ihre Steuerlast steigen. Für 2021 sind bereits einige Entlastungen bekannt: Seit Januar können Fernpendler mehr absetzten, Menschen mit einer Behinderung und pflegende Angehörige profitieren von höheren Pauschalen.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Das Ausfüllen der Steuerformulare ist in Corona-Zeiten für mehr Arbeitnehmer Pflicht als sonst: Wer im vergangenen Jahr mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld oder anderen Lohnersatz erhalten hat, muss eine Steuererklärung einreichen.
Pflicht ist die Erklärung außerdem für Angestellte, die sich einen Freibetrag in ihre Lohnsteuerdaten haben eintragen lassen oder in den Steuerklassen III/V, IV plus Faktor oder VI waren.
Auch immer mehr Menschen in Rente müssen ihre Jahreseinnahmen abrechnen, zum Beispiel wenn diese 2020 nach Abzug von Frei-, Pausch- und Entlastungsbeträgen über 9.408 Euro (Ehepaare: 18.816 Euro) lagen.

Sie alle können ihre Steuererklärung auf Papier erledigen, oder sie wählen die digitale Form – entweder mithilfe eines Steuerprogramms oder über das Portal www.elster.de der Finanzverwaltung.
Stichtag für alle, die eine Steuererklärung einreichen müssen, ist der 31. Juli 2021. Da dies ein Samstag ist, bleibt ausnahmsweise bis zum 2. August 2021 Zeit. Übernimmt ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein die Erklärung, endet die Frist am 28. Februar 2022.

Freiwillige Steuererklärung

Ist das Ausfüllen der Steuerformulare keine Pflicht, kann es sich lohnen, freiwillig mit dem Finanzamt abzurechnen. Arbeitnehmer können z.B. hohe Werbungskosten absetzen – etwa für eine Fortbildung oder für einen beruflich bedingten Umzug. Die Chancen stehen gut, dass sie dann Geld vom Finanzamt zurückbekommen.
Die freiwillige Abrechnung kann sogar rückwirkend für bis zu vier Jahre abgeben werden. Es reicht, wenn die Erklärung für 2020 am 31. Dezember 2024 beim Finanzamt eingeht.

Ausnahmsweise getrennte Erklärungen?

Für Ehe- und eingetragene Lebenspartner ist es meistens am günstigsten, wenn sie eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Nur dann können sie vom Ehegattensplitting profitieren und sparen meist Steuern.

Doch eventuell verschenken Paare Geld, wenn sie für 2020 aus reiner Gewohnheit die gemeinsame Veranlagung wählen: Hat ein Partner eine Abfindung erhalten oder Lohnersatz wie Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld bezogen, kann es günstiger sein, auf den Splittingvorteil zu verzichten und die Einzelveranlagung zu wählen. Dann geben beide Partner jeweils eine Steuererklärung ab.

Ob sich das lohnt, können Paare vorab mit einem Steuerprogramm ausrechnen. Nutzen Sie das Elster-Portal und rechnen Sie Ihre Steuern zur Probe zweimal aus – zuerst wählen sie die gemeinsame Veranlagung, dann füllen sie zwei Einzelerklärungen aus. Der Vergleich wird zeigen, ob es tatsächlich etwas bringt, ausnahmsweise getrennt abzurechnen.

TIPPS

  • Besonderheiten: Rechnen Sie in der Steuererklärung für 2020 nicht automatisch alles so ab, wie Sie es immer machen. Corona-Folgen wie Kurzarbeit oder Jobverlust wirken sich auch steuerlich aus. Die Steuererklärung ist 2020 für sehr viel mehr Menschen Pflicht als in den Vorjahren.
  • Ausfüllen: Die Vordrucke für die Steuererklärung 2020 finden Sie im Internet unter www.formulare-bfinv.de zum Herunterladen. Unter www.elster.de können Sie die Erklärung online erledigen.

Weitere Informationen

• Weitere, ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Heft Finanztest 2/2021 (Artikel Abrechnen in Corona-Zeiten, S. 76 ff.)

• Informationen zum Thema „Kurzarbeit“ finden Sie im Heft Finanztest 6/2020 (Artikel Ausgleich für Lohnverlust, S. 10 ff.)

• Finanztest Spezial Steuern 2021
https://www.test.de/shop/steuern-recht/finanztest-spezial-steuern-2021-fs0090/

• WDR, Hier und heute
https://www.ardmediathek.de/wdr/video/hier-und-heute/homeoffice-und-steuererklaerung/wdr-fernsehen/

• WDR-Nachrichten
https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/homeoffice-pauschale-steuererklaerung-100.html

• WDR-Nachrichten
https://www1.wdr.de/nachrichten/homeoffice-steuer-pauschale-100.html

• ARD-Morgenmagazin, Service
https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/service/service-steuererklaerung100.html

• SWR Marktcheck
https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/steuer-2019-100.html

• SWR 3 aktuell
https://www.swr3.de/aktuell/home-office-whrend-corona-das-kannst-du-von-der-steuer-absetzen-100.html

• Stiftung Warentest, Kurzarbeitergeld-Rechner
https://www.test.de/Rechner-Kurzarbeitergeld-So-berechnen-Sie-das-Kurzarbeitergeld-5607618-0/

• Deutschlandfunk (15.04.20), Arbeiten in Corona-Zeiten: Homeoffice bei der Steuer absetzen
https://www.deutschlandfunk.de/arbeiten-in-corona-zeiten-homeoffice-bei-der-steuer-absetzen.735.de.html?dram:article_id=474658

• Deutsche Handwerkszeitung (24.03.20), Corona-Steuertipps für Arbeitnehmer: Das müssen Sie jetzt wissen
https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/corona-steuertipps-fuer-arbeitnehmer-das-muessen-sie-jetzt-wissen/150/4774/400308

• Aktuell Lohnsteuerhilfeverein (15.03.20), Die wichtigsten Steuertipps zu den Auswirkungen der Corona-Krise
https://www.aktuell-verein.de/die-wichtigsten-steuertipps-zu-den-auswirkungen-der-corona-krise/

Stand: 04.02.2021 17:45 Uhr