SENDETERMIN Mi., 09.12.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: 5G – das schnelle Mobilfunknetz

mit Dennis Horn, Multimedia-Experte

PlayDennis Horn, Sonja  Kellershohn
Service: 5G – das schnelle Mobilfunknetz | Video verfügbar bis 09.12.2021 | Bild: WDR

Highspeed-Power. Megaschnelles Surfen. Das Netz der Zukunft. Anbieter werben mit rasend schnellen Internetverbindungen.

Bis Ende 2022 sollen zwei Drittel aller Mobilfunk-Kunden mit 5G versorgt werden. Schon heute lässt sich der neue Mobilfunkstandard in einigen Großstädten ausprobieren. Die Industrie verspricht: 5G wird digitale Anwendungen in allen Lebensbereichen revolutionieren – Kritiker hingegen warnen vor gesundheitlichen Risiken von 5G.

Neuer Mobilfunkstandard

5G steht für den Mobilfunkstandard der "fünften Generation". Datenraten von bis 10 Gigabit pro Sekunde und eine Geschwindigkeit – im Vergleich zum alten LTE-Netz (4G) – um das bis zu 100-fache. Mehr Smartphone-Nutzer können gleichzeitig in einer Mobilfunkzelle surfen und das Netz ist intelligenter. Es sieht beispielsweise Versorgungslücken zwischen einzelnen Funkzellen voraus, was für weniger Ausfälle sorgen soll, wenn sich das Smartphone bewegt.

Neue Anwendungen

Selbstfahrende Autos, die schneller reagieren als ein Mensch; Industrieroboter, die verzögerungsfrei Anweisungen umsetzen; Landwirtschaftliche Maschinen, die völlig alleine, auf den Meter genau arbeiten; Operationen, die ferngesteuert von einem Chirurgen ausgeführt werden. Das 5G-Netz garantiert Geschwindigkeiten, die eine Datenübertragung in Echtzeit ermöglichen und damit viele Anwendungen, die die Grundlage für Technologien der Zukunft bilden. Ohne Router und WLAN installieren zu müssen, können künftig Geräte miteinander vernetzt, überwacht und kontrolliert werden: Das "Internet der Dinge" (Fitnessarmbänder, Kühlschränke, etc.) tauscht mittels 5G Daten aus, was völlig neue Möglichkeiten ergibt – aber auch neue Herausforderungen, was den Datenschutz und die Privatsphäre angeht.

Mobile Endgeräte

In einigen Großstädten kann 5G bereits ausprobiert werden. Mobilfunkprovider wie Telekom oder Vodafone bieten 5G-Mobilfunk-Tarife und neue viele neue Smartphones sind auch schon 5G-fähig. Zum Beispiel Geräte von Samsung, Huawei, Motorola, OnePlus und Apple. Smartphone-Nutzer haben allerdings bisher nicht viel davon, denn die Geschwindigkeit unterscheidet sich an vielen Orten oft noch nicht von der im LTE-Netz. Das hängt zum einem von der derzeitigen Ausbaustufe ab, zum anderen aber auch, wie schnell das Endgerät die empfangenen Daten verarbeiten kann. Aus diesem Grund ist bei vielen Smartphones oder Tablets im praktischen Betrieb kaum ein Unterschied zu erkennen.

Richtig bemerkbar macht sich 5G erst bei großen Downloadmengen (unter perfekten Bedingungen lässt sich beispielsweise der Inhalt einer ganzen DVD in etwa vier Sekunden herunterladen), was im teuren Mobilfunk aber kaum eine Rolle spielt. Mit zunehmendem Ausbau des Netzes wird sich aber langfristig auch die Geschwindigkeit im Alltagsbetrieb erhöhen. Denn bei 5G können viel mehr Menschen gleichzeitig in einer Mobilfunkzelle surfen. Anders als bei LTE reduziert das nicht die Übertragungsrate und macht es langsamer.

Gesundheitliche Risiken

Kritiker warnen immer wieder vor gesundheitlichen Risiken von 5G. Ähnliche Befürchtungen hatte es bereits bei der Einführung von Mobilfunk und WLAN gegeben. Bisher konnten jedoch Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung nicht eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen werden. Die 5G-Mobilfunktechnik nutzt höhere Frequenzen, die eine kürzere Reichweite haben und damit eine deutlich größere Anzahl von Antennenanlagen benötigt.

Technisch gesehen werden damit die Sender wesentlich näher an die Nutzer herangebracht. 5G-Smartphones und Sendeanlagen können daher mit deutlich geringerer Leistung arbeiten als bisher. Wie die reale Strahlenbelastung durch die vielen 5G-Antennen in der Zukunft aussieht, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Es gibt Studien, die auf mögliche Gefahren hinweisen: So stufte 2011 die Weltgesundheitsorganisation präventiv alle Strahlungen mit der Frequenz von 30 kHz bis 300 GHz als möglicherweise krebserregend ein und damit praktisch alle modernen drahtlosen Geräte, auch Radio und Fernsehen.

Weitere Informationen

• SWR: 5G – Netz der Zukunft?
https://www.ardmediathek.de/ard/video/odysso-wissen-im-swr/5g-netz-der-zukunft/swr-fernsehen/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExOTIyMTI/

• ARD: Der neue Mobilfunkstandard 5G
https://www.daserste.de/information/ratgeber-service/ard-buffet/videosextern/der-neue-mobilfunkstandard-5g-104.html

• ARD: Ist 5G gefährlich?
https://www.tagesschau.de/inland/5g-gefahren-115.html

Stand: 30.11.2021 13:16 Uhr