SENDETERMIN Do., 18.02.21 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Fahrzeugpflege

mit Nicole Friedrichs, KFZ-Meisterin

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Service: Fahrzeugpflege | Video verfügbar bis 18.02.2022 | Bild: WDR

Wer sein Fahrzeug richtig pflegt und dafür sorgt, dass die Wartungsarbeiten regelmäßig gemacht werden, kann teure Werkstattbesuche vermeiden. Eine gute Pflege ist vor allem im Winter wichtig. Ein winterfestes Auto schützt nicht nur vor Unfällen, sondern auch vor Ärger mit dem Gesetz und der KFZ-Versicherung.

Reifen kontrollieren

Kontrollieren Sie regelmäßig den Luftdruck der Reifen. Angaben über den richtigen Druck finden sich in der Regel im Holm der Fahrertüre (Aufkleber) oder im Tankdeckel. Schon wenn der Luftdruck ein halbes Bar zu gering ist, verändern sich die Fahreigenschaften: Der Bremsweg wird länger, die Kurvenlage schlechte. Bei besonders hohen Geschwindigkeiten besteht sogar die Gefahr, dass der Reifen platzt. Außerdem erhöht sich der Reifenverschleiß erheblich.

Auch das Profil sollte stimmen: Sowohl bei Sommer- als auch bei Winterreifen schreibt der Gesetzgeber eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Aus Sicherheitsgründen sollten Reifen aber mehr Profil haben! Mindestens 4 Millimeter sollten es bei Winterreifen sein. Auch das Alter der Reifen spielt eine Rolle, da sich bei alten Reifen die Eigenschaften des Gummis negativ verändern. Sie bekommen Risse und sind anfälliger für Schäden. Die maximale Nutzungsdauer liegt bei 10 Jahren. Der TÜV rät allerdings zum Austausch nach bereits sechs Jahren. Ganzjahresreifen sind wegen der Doppelbelastung (hohe und tiefe Temperaturen, Streusalz etc.) früher zu ersetzen.

Tipp: Stecken Sie eine Euromünze in der Mitte des Reifens ins Profil. Ist der goldene Rand der Münze nicht mehr zu sehen, können Sie die Reifen bedenkenlos weiterfahren – die Profiltiefe beträgt dann noch mehr als 3 Millimeter. Ragt der goldene Rand der 1-Euro-Münze hinaus, wird es Zeit für einen Reifenwechsel.

WICHTIG: Der Reifen sollte gleichmäßiges Profil aufweisen, messen Sie daher an mehreren Stellen die Profiltiefe. Bei ungleichmäßiger Abnutzung sollte der Reifen erneuert werden.

Räder wechseln

Der Wechsel von Sommer- auf Winterräder und umgekehrt kann auch selbst gemacht werden. Dafür werden ein Wagenheber und ein passender Radschlüssel benötig. Beides sollte im Bordwerkzeug enthalten sein. Darüber hinaus benötigen Sie einen so genannten Drehmomentschlüssel. Wenn Sie keine Erfahrung beim Radwechsel haben, sollten Sie lieber eine Fachwerkstatt aufsuchen, insbesondere wenn es sich um große, schwere SUV-Räder handelt, oder Ihr Fahrzeug über ein Reifendruckkontrollsystem verfügt. Dieses muss beim Radwechsel zum Teil neu angelernt und zurückgesetzt werden.

WICHTIG: Ziehen Sie die Radmuttern niemals ohne Drehmomentschlüssel fest, sonst riskieren Sie Schrauben und Felgen zu beschädigen. Dies kann eine teure Reparatur nach sich ziehen! Die Radschrauben sollten nach 50 - 100km noch einmal nachgezogen werden.

Kühlwasser und Frostschutz

Nur mit ausreichend Frostschutzmittel überleben das Kühlsystem und der Motor tiefe Temperaturen. Ohne dieses können durch die Ausdehnung des gefrorenen Kühlwassers Leitungen reißen, der Motor kann nicht mehr ausreichend gekühlt werden, es kommt zum Motorschaden. Auch die Waschanlage für Scheibenwischer und Scheinwerfer bleibt so funktionstüchtig.

Füllen Sie regelmäßig den Behälter dafür auf. Im Zubehör, oder an der Tankstelle werden im Winter entsprechende Mischungen angeboten die frostsicher sind. Den Frostschutz des Kühlwassers können sie mit einem speziellen Frostschutzprüfer (im Zubehör ca. 10 Euro) kontrollieren.

WICHTIG: Der Frostschutz im Kühlwasser sollte bis -30°C reichen.

Batterie checken

Eine schwächelnde Batterie ist im Winter laut Pannenstatistik der ADAC Straßenwacht Hauptursache für liegengeliebende Fahrzeuge. Wenn häufig nur kurze Stecken mit dem Auto gefahren werden, wird die Batterie oft nicht ausreichend von der Lichtmaschine (Generator) geladen. Das führt auf Dauer zu Schäden.
Damit der Motor auch bei tiefen Temperaturen gut startet, muss die Batterie ausreichend Spannung haben. Legen Sie ab und zu mal eine längere Autobahnfahrt ein, oder laden Sie die Batterie gelegentlich mit einem externen Ladegerät. Moderne Ladegeräte können auch bereits geschädigte Autobatterien wieder regenerieren.

Türdichtungen pflegen

Dichtgummis an Türen und Fenstern sind extremen Belastungen ausgesetzt. Im Sommer kann es im Auto bis zu 70 Grad heiß werden. Im Winter nagen Regen und Eis bei Minustemperaturen am Gummi. Dadurch kann das Material spröde werden. Besonders im Winter ist Vorsicht geboten: Dichtungen können beim gewaltsamen Öffnen reißen, wenn die Türen festgefroren sind. Abhilfe schafft eine regelmäßige Pflege mit Hirschtalg, Glycerin oder Silikon. Türgummi-Pflegestifte gibt es im Auto-Zubehörhandel.

Tipp: Es geht auch mit Vaseline oder einem Lippenpflegestift aus der Drogerie.

Wann Sie in jedem Fall eine Fachwerkstatt aufsuchen sollten

Wer handwerklich begabt ist und sich intensiv damit beschäftigt, kann sicher auch kleine Reparaturen an Fahrzeug selber machen. Dazu gehören Ausbesserungsarbeiten am Lack, das Wechseln der Scheibenwischer und auch andere kleine Wartungsarbeiten. Arbeiten an sicherheitsrelevanten Teilen wie Bremsen, Fahrzeugelektrik, etc. sollten allerdings NUR VON EINER FACHWERKSTATT ausgeführt werden!

Weitere Informationen

• Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e. V Reparatur, Pflege & Wartung
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/reparatur-pflege-wartung/

• Grundlagen Reifenwissen, außerdem eine hilfreiche Luftdrucktabelle
https://www.continental-reifen.de/autoreifen

• Motul Ölberater – Infos Rund um Füllmengen und Spezifikationen
https://www.oelberater.de/auto

Stand: 18.02.2021 06:57 Uhr