SENDETERMIN Mi, 17.04.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Fluggastrechte

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

PlayCancelled: Anzeigeteafel am Flughafen
Service: Fluggastrechte | Video verfügbar bis 17.04.2020 | Bild: dpa

Flugexperten befürchten, dass es zur Osterreisezeit und im kommenden Sommer wieder zu zahlreichen Flugverspätungen und -ausfällen kommen wird. Die Gründe sind vielfältig. Einer der Gründe ist: Auch 2019 wird eine weitere Steigerung der Fluggastzahlen in Europa und weltweit erwartet. Für Reisende ist es wichtig, die EU-Fluggastrechte zu kennen, um zu wissen, welche Ansprüche man als Passagier hat.

Kommt es zu einer Flugannullierung, Überbuchung oder größeren Verspätung, muss die Fluggesellschaft aufgrund der EU-Fluggastrechte umfangreiche Betreuung leisten und ggf. eine Entschädigung bezahlen.

Die EU-Fluggastrechte-Verordnung gilt für

  • alle Flüge ab einem Flughafen in der EU, egal welche Fluggesellschaft, egal welche Fluggesellschaft
  • auf einem Flug mit einer EU-Airline aus einem Drittstaat in die EU (z.B. Flug von New York nach Frankfurt mit Lufthansa).

Es ist unerheblich, ob es sich um einen

  • Linien- oder Charterflug
  • Flug in einem Pauschalreisepaket oder
  • Billigflug handelt.

Informationspflicht

Bei Flugproblemen (Verspätung, Annullierung und Überbuchung) muss die Fluggesellschaft die Passagiere über die EU-Fluggastrechte informieren.

Annullierung und Überbuchung

Kommt es zu einer Annullierung oder Überbuchung, muss zeitnah ein Ersatzflug zur Verfügung gestellt werden. Während längerer Wartezeiten müssen Betreuungsleistungen (Verpflegung, Getränke, ggf. Hotel u.a.) kostenfrei erbracht werden. Ferner muss die Airline eine Entschädigung (Ausgleichszahlung) bezahlen. Folgende Beträge stehen dem Fluggast abhängig von der Flugstrecke zu:

  • bis 1.500 Kilometer: 250 Euro
  • über 1.500 bis 3.500 Kilometer sowie alle anderen Flügen innerhalb der EU: 400 Euro
  • über 3.500 Kilometer: 600 Euro

Ausgleichszahlungen müssen nicht erbracht werden, wenn sich die Fluggesellschaft auf so genannte „außergewöhnliche Umstände“ berufen kann (z.B. schlechtes Wetter, Fluglotsenstreik oder Terrorwarnung). Ein technischer Defekt an der Maschine zählt in der Regel nicht als Entschuldigungsgrund.

Verspätungen

Bei einer Abflugverspätung ab zwei Stunden Kurz-, drei Stunden Mittel- und vier Stunden Langstrecke müssen kostenfreie Betreuungsleistungen erbracht werden. Ab drei Stunden Verspätung steht Flugreisenden eine Ausgleichszahlung zu, wenn sich die Airline nicht auf außergewöhnliche Umstände berufen kann.

Ansprüche anmelden

Wer von der Fluggesellschaft eine Ausgleichszahlung fordert, sollte zunächst selbst ein Schreiben aufsetzen und mit einer Zahlungsfrist an die Airline senden. Ein Anwalt ist nicht gleich erforderlich.

Wer sich an eine Agentur wendet, die entsprechende Forderung für die Passagiere geltend macht, muss hohe Provisionen zahlen, spart aber ggf. Mühe und Zeit. Reagiert die Fluggesellschaft nicht auf ein Forderungsschreiben, kann der Flugreisende einen Anwalt einschalten. Die Kosten dafür muss wegen einer eingetretenen Verzugslage die Fluggesellschaft übernehmen.

Bei Streit mit der Fluggesellschaft können Betroffene auch versuchen, ein Verfahren über die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr durchzuführen. Ansprüche nach den EU-Fluggastrechten verjähren in drei Jahren.

Links

www.lba.de/DE/Home/home_node.html

soep-online.de

www.verbraucherzentrale.de/flugreisen-finanzieller-ausgleich-bei-ueberbuchung-verspaetung-und-komplett-gestrichenen-starts

Stand: 17.04.2019 12:37 Uhr

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