SENDETERMIN Fr., 05.02.21 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Zeit fürs Frühbeet

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

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Service: Zeit fürs Frühbeet | Video verfügbar bis 05.02.2022 | Bild: WDR

Bis der Frühling kommt und sich der Boden erwärmt, kann es noch dauern. Aber den Pflanzenliebhaber juckt es schon wieder in den Fingern: Gemüse anziehen, Salat ernten und die ersten Sommerblumen aussäen. Im Gewächshaus ist das möglich und das Prinzip, Licht in Wärme umzuwandeln und zu speichern, ist auch im Kleinen möglich – nämlich im Frühbeet.

Das Gewächshausprinzip

Grundlage für einen guten Frühstart in der Anzucht Dass Pflanzen in einem Gewächshaus besser wachsen, liegt an der Erwärmung der Erde durch auftreffendes Sonnenlicht. Die gläserne Hülle des Gewächshauses verhindert dabei das Entweichen der Wärme. So heizt sich die Luft auf und im Gewächshaus ist es wärmer als draußen. Zudem kann warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was die Versorgung der Pflanzen mit Wasser deutlich verbessert. Dieses Prinzip kann auf das Frühbeet übertragen werden.

Die Mini-Gewächshäuser werden so genannt, weil sie eine frühere Ernte ermöglichen. Da die Pflanzen anfangs noch sehr klein sind, braucht es nicht viel Platz. Salat, Spinat, Kräuter und Kohlrabi sind nach wenigen Wochen im Frühbeet reif zur Ernte. Anschließend kann das Mini-Gewächshaus zur Anzucht von Stecklingen und Zweijahresblumen, für die Aussaat von Kaltkeimern und Wintersalat verwendet werden.

Frühbeet – Für jeden Typ das passende Frühbeet

Ein Frühbeet kann im Handel mehrere hundert Euro kosten, es lässt sich kostengünstig aber auch selbst bauen. Dabei ist das Material eine Frage der Einstellung und Haltbarkeit. Die Bauform hängt vom Gartenstil ab.

Glas ist zwar authentisch für ein Frühbeet, hat aber den Nachteil, dass es leicht bricht. Daher wird häufig zu Plexiglas oder Stegdoppelplatten gegriffen. Folie ist auch eine sichere Abdeckung, allerdings verliert sie relativ schnell die Durchlässigkeit und kann brüchig werden. Die Nachhaltigkeit ist dadurch meist geringer. Holz ist natürlich, aber es verrottet und braucht Pflege. Frisches Weichholz kann die Form verändern, wird aber aus Kostengründen am häufigsten verwendet. Kesseldruckimprägnierte Lärche ist das beste Material für ein langlebiges, selbstgebautes Frühbeet. Für Hochbeete gibt es entsprechende Aufsätze, auch diese lassen sich aber gut selber bauen. Wer weniger Aufwand betreiben möchte, zieht einfach eine Folie über die Beete. Mit Hilfe von Eckverbindern und Holzlatten ist das Frühbeet schnell gebaut.

Für Balkon und Terrasse gibt es das mobile Frühbeet. Da der Platz hier relativ begrenzt ist, sollte es aber vorwiegend für die Anzucht verwendet werden. Auch Mini-Gewächshäuser für die Fensterbank bieten nur Platz für die Anzucht. Allerdings brauchen sie einen Ort mit viel Licht, damit die Pflanzen tatsächlich gut wachsen. Bei Lichtmangel werden die Sämlinge lang und wenig standfest.

Wärme fördert Wachstum – aber wie wird es schneller warm im Frühbeet?

Traditionell wird das Frühbeet mit Hilfe von Mist eingerichtet. Die Erde wird gut vierzig Zentimeter tief ausgehoben, dann wird eine dicke Schicht Pferdemist eingefüllt und mit Erde abgedeckt. Die im Mist hochaktiven Mikroorganismen setzen Wärme frei und sorgen dafür, dass sich der Boden erwärmt und es auch an trüben Tagen im Kasten wärmer ist als draußen. Das fördert das Wurzelwachstum. Später im Jahr dann ist dieser Bereich ein idealer Standort für Starkzehrer wie Kohl, Tomaten und anderes Gemüse, das durch den Mist ideal versorgt wird. Vorher sollte das Frühbeet jedoch entfernt werden.

Da es auf der Fensterbank manchmal sehr kühl von unten ist, werden zu den Anzuchtgewächshäusern Heizmatten angeboten. Sie erwärmen die Erde von unten und bieten so die Möglichkeit, hohe Keimtemperaturen zu erreichen. Zudem lässt sich so die Temperatur regeln und auch wieder abstellen, was für manche Pflanzen in der frühen Entwicklung von Vorteil ist.

Was kann jetzt schon in die Erde?

Für den direkten Verzehr werden im Frühbeet jetzt Salat, Radieschen, Feldsalat und Schnittlauch gesät. Sie entwickeln sich rasch. Wer auf der Fensterbank vorkultiviert hat, kann natürlich auch die Setzlinge pflanzen. Am besten im wöchentlichen Abstand, was beispielsweise bei Salat garantiert, dass regelmäßig etwas Frisches geerntet werden kann.
Auch Paprika und Chili werden jetzt schon gesät, weil die Pflanzen lange brauchen. Am wichtigsten ist aber, dass das Frühbeet zuverlässig frostfrei ist. Meist fängt man jetzt auf der Fensterbank an und stellt die Pflänzchen dann in vier bis sechs Wochen ins Frühbeet. Ins Freie werden sie dann nach den Eisheiligen Mitte Mai gepflanzt.

Stand: 05.02.2021 07:43 Uhr