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Service: Garten – gut geplant ins nächste Jahr

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

PlayJulia Schöning. Dorothée Waechter
Gartenkräuter ernten, Ernte, Käuter, Garten
Im Garten kann jetzt vieles geerntet werden.  | Bild: dpa

Mitte August ist der beste Zeitpunkt für die Kräuterernte. Die Blätter sind jetzt noch frisch und können geschnitten und schonend konserviert werden, damit sie viel von ihrem Aroma bewahren.

Gleichzeitig sind auch die Samen vieler Pflanzen reif – eine gute Gelegenheit, um sich um den Pflanzennachwuchs fürs nächste Jahr zu kümmern. Ob Tomaten, Vergissmeinnicht, Ringel- oder Sonnenblumen… neben den Kräutern, lassen sich viele Pflanzen aus eigenen Samen anziehen. Diese können jetzt gesammelt, geputzt und für die Lagerung bis zum nächsten Frühjahr vorbereitet werden.

Kräuter ernten und konservieren

Traditionell ist Maria Himmelfahrt, der 15. August, der Tag für die Kräuterernte. Um auch im Winter die leckeren Aromen genießen zu können, ist vor allem die Art und Weise der Konservierung wichtig, denn einige Kräuter verlieren in getrocknetem Zustand ihren Geschmack.

  • Basilikum beispielsweise wird am besten weiterverarbeitet zu Öl oder Pesto mit Olivenöl, Pinienkernen und Parmesan- oder Pecorino-Käse.
  • Salbei, Majoran und Rosmarin dagegen lassen sich perfekt als getrocknetes Blattwerk verwenden. Dazu werden jetzt die Triebe abgeschnitten und zu kleinen Sträußchen gebunden aufgehängt.
  • Die Blätter von Liebstöckel, Pfefferminze und Petersilie werden am besten auf Sieben ausgelegt, wo sie schonend an der frischen Luft trocknen können.
  • Zusammen mit Lorbeerblättern, lassen sie sich auch zu kleinen "Bouquets garnis" binden, um damit Gemüse- oder Fleischeintöpfe zu würzen.

Würzige Samen für Tees und Speisen

Das Aroma mancher Würzpflanzen entwickelt sich nicht in den Blättern, sondern in den Samen. Zu ihnen zählt z.B. Senf, aber auch Fenchel, Anis und Kümmel speichern ihren intensiven Geschmack in den Samen. Sobald die Samen reif sind, wird gesammelt.

Bei Doldenblütlern gestaltet sich das Absammeln der kleinen, trockenen Samen als schwierig. Hilfreich ist es, ein Vlies über die Dolde zu stülpen und diese dann mit dem Stiel abzuschneiden. Über einer Schüssel lässt sich der Samenstand dann öffnen, und die Samen können mühelos eingesammelt werden.

Auch Schnittlauch und Petersilie können nach der Blüte Samen bilden. Gerade die Schnittlauchsaat ist ideal, um im Winter Sprossen daraus anzuziehen.

Samen aus dem Blumengarten

Um Blumensamen aus dem eigenen Garten für die Anzucht zu verwenden, müssen diese voll ausgereift sein. Daher sollten sie so lange wie möglich an der Pflanze bleiben. Erst wenn die Kapseln sich öffnen oder die Samen sich lösen, kann für den eigenen Vorrat mit der Schere geerntet werden.
Geschnitten wird der gesamte Samenstand, der dann in einem ausreichend großen Behältnis aufbewahrt wird. Jede Art bekommt ein eigenes Gefäß mit Beschriftung, damit die Blumenstände nach dem Trocknen noch unterscheidbar sind.

Sind die Samen nachgetrocknet, werden sie durch rubbeln in den Händen von Kapseln, Spelzen und Anhängseln getrennt. Anschließend wird gesiebt, um die Spreu von den Körnern zu trennen.

Dunkle Apothekergläser und Tüten sind als Aufbewahrungsort für Samen am besten geeignet. Auch (ungebleichte) Kaffeefilter lassen sich als Tütchen verwenden. Nach Gebrauch können sie einfach kompostiert werden.

Sonnenblumen können als ganze Scheibe mit Samen stehen gelassen werden. Diese können dann in den Wintermonaten den Vögeln als natürliches Futter angeboten werden.

Samen aus dem Gemüsegarten

Gerade die Anzucht von Tomaten aus eigenem Saatgut liegt im Trend. Wer eine leckere Bio-Sorte entdeckt, möchte sie im nächsten Jahr gerne selber anbauen. Tomatensamen müssen als Erstes von dem wässrigen Fruchtfleisch getrennt werden.

Dazu gibt man sie zusammen mit Wasser in ein verschließbares Glas, bis die Gärung einsetzt. Das Glas sollte ab und zu kräftig geschüttelt und zwischendurch geöffnet werden. Sobald das Wasser trüb ist, wird durch ein Sieb abgegossen und unter kaltem Wasser abgespült. Anschließend werden die Samen ausgelegt und nach dem Trocknen in ein beschriftetes Tütchen gegeben.

Ganz ähnlich können die Samen von Kürbissen behandelt werden. Auch bei Bohnen und Erbsen sollten die Samen an der Pflanze ausreifen, damit sie im nächsten Jahr einen guten Start in Hochbeet und Gemüsegarten haben.

Links

Weitere Informationen

• BR Radio Bayern1:
https://www.br.de/radio/bayern1/bohnen-vermehren-100.html

• NDR Ratgeber Garten:
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/nutzpflanzen/Tomaten-mit-Samen-selbst-vermehren,tomatensamen101.html

https://www.ndr.de/ratgeber/garten/zierpflanzen/Blumensamen-ernten-fuer-naechste-Jahr,samenernten101.html

• MDR Garten: 
https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/aussaat/saatgut-gewinnen-eigene-samen-100.html

• WDR Verbraucher:
https://www1.wdr.de/verbraucher/wohnen/dud-saatgut-im-kleingarten-100.html

Stand: 03.09.2021 11:00 Uhr