SENDETERMIN Mi, 24.07.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Gesundheit im Sommer

mit Dr. Mohsen Radjai, Facharzt für Allgmeinmedizin

PlaySonnenbrand
Service: Gesund durch den Sommer | Video verfügbar bis 24.07.2020 | Bild: WDR

Endlich Ferien, endlich Urlaub: die schönste Zeit im Jahr. Doch Hitze und Sonnenschein haben viele Tücken.Mit dem Sommer zeigen sich auch einige Begleiterscheinungen, auf die jeder gut verzichten könnte, wie z.B. Insektenstiche.

Insektenstiche

  • In der Nähe von Bienen und Wespen hastige, schlagende Bewegungen vermeiden.
  • Im Freien Vorsicht walten lassen beim Verzehr von Fleisch, süßen Speisen, Bier und Süßgetränken.
  • Nicht direkt aus Flaschen oder Getränkedosen trinken.
  • Nie barfuß gehen.
  • Auf auffallende Gerüche wie Parfüm, Haarspray und Rasierwasser verzichten. Auch Schweiß zieht Insekten an!
  • Ein sicherer Schutz durch Repellentien (Substanzen, welche auf die Haut aufgetragen Insekten fernhalten) existiert nicht. Die Inhaltsstoffe dieser Mittel sind häufig nicht ungefährlich. Manche der Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein, auch wenn sie in den Repellentien in angeblich unbedenklichen Mengen verwendet werden. Bezüglich Repellentien auf Kinderhaut kommt von vielen Ärzten das Signal: lieber nicht!
  • Unbedingt achten sollte man auf einen bestehenden Tetanus-Schutz. Denn Tetanus kann durchaus durch einen Insektenstich übertragen werden, wenn der stechende Plagegeist vorher ein von dieser Krankheit befallenes Tier gestochen hat.

Was tun bei einem Stich

Was tun bei einem Stich

  • Kratzen unbedingt vemeiden. Sonst kann sich die Stelle entzünden.
  • Kühlen lindert den Juckreiz und die Schwellung. Dafür eignen sich beispielsweise Kältekompressen oder Eiswürfel. Juckreiz wird durch das körpereigene Histamin erzeugt, deshalb helfen auch sogenannte Antihistaminika in Form von Salben und Gels.
  • Ein Besuch beim Arzt ist notwendig, wenn sich die Stelle entzündet hat. Das äußert sich durch Eiter an der Einstichstelle oder geschwollene Lymphknoten an der betroffenen Extremität oder am Hals. Zudem sind dann Schmerz, Schwellung und Rötung stärker als gewöhnlich. Unbehandelt kann ein entzündeter Stich im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen.
  • Kommt es aufgrund des Stiches (vorrangig Wespen- und Bienenstiche) zu einer allergischen Reaktion, ist es wichtig, schnell einen Notarzt zu rufen. Symptome sind beispielsweise eine starke Schwellung rund um den Stich, Schwellungen im Gesicht und Hals oder eine generell starke Rötung der Haut. Begleitet wird dies häufig von Atemnot und erheblichen Kreislaufbeschwerden.
  • Ein allergischer Schock ist ein medizinischer Notfall und bedeutet akute Lebensgefahr.

Herzpatienten

Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung für Menschen werden, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen sind Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe.
Bei manchen Arzneimitteln für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann wegen extremer Hitze eine Änderung der Dosierung notwendig sein, z. B. bei den blutdrucksenkenden Medikamenten für Bluthochdruckpatienten (ACE-Hemmer, Sartane, Calciumantagonisten) und den Diuretika (Entwässerungsmittel) für Herzschwächepatienten. Deshalb sollte bei Hitze der Arzt um Rat gefragt werden.

Richtig sonnen

  • Ein Sonnenbrand lässt die Haut altern und kann zu Hautkrebs führen. Hier ein paar Tipps, um gut geschützt durch den Sommer zu kommen:
  • Halten Sie sich während der ersten Urlaubstage im Schatten auf. So geben Sie Ihrer Haut Zeit, sich an die Sonne zu gewöhnen. Übrigens: Auch im Schatten wird man braun!
  • Meiden Sie während der Mittagszeit die Sonne. Vor allem in südlichen Ländern strahlt sie in der Zeit von 11 bis 16 Uhr am stärksten.
  • Das Sonnenschutzmittel sollte mindestens Lichtschutzfaktor 20 haben. Es sollte auf alle unbedeckten Körperstellen aufgetragen werden. Denken Sie auch an Füße, Hände und Ohren!
  • Cremen Sie sich im Laufe des Tages mehrmals ein. Durch Schwitzen, reibende Kleidungsstücke und Abtrocknen nach dem Schwimmen verringert sich der Sonnenschutz. Vorsicht: Das Nachcremen verlänger die Schutzwirkung nicht!
  • Babies und Kleinkinder sollten grundsätzlich nicht in die Sonne, ältere Kinder nur gut eingecremt (Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor) sowie mit sonnendichter Kleidung.

Die Reiseapotheke

Eine sorgfältig ausgestattete Reiseapotheke gehört ins Urlaubsgepäck wie wichtige persönliche Unterlagen oder die richtige Kleidung. Nicht nur schwerwiegende Erkrankungen, sondern auch kleinere Verstimmungen können den Urlaub gründlich vermiesen.

  • Wundpflaster (4 und 6 cm breit), Heftpflaster (je eine Rolle 1,25 und 2,5 cm breit), Mullbinden (je 4, 6 und 8 cm breit), steriler Verbandmull, Watte, elastische Binden (je 8 und 10 cm breit), Pinzette, Fieberthermometer, kleine Schere, Zeckenzange, Dreieckstuch, Handschuhe
  • Wund-Desinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe, Wundschnellverband, ein Päckchen sterile Kompressen
  • Kühlendes Gel zur Behandlung von Prellungen und Verstauchungen
  • Mittel gegen Durchfall, Magenverstimmung und Verstopfung: Medikamente gegen leichte Schmerzen und Fieber
  • Wenn Sie mit Kindern reisen, achten Sie unbedingt auf geeignete Medikamente! z.B. Paracetamol, Ibuprofen. ASS sind wegen der Nebenwirkungen für Kinder ungeeignet.
  • Bei Bedarf: Mittel gegen Reisekrankheit

Stand: 25.07.2019 15:59 Uhr

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