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Service: Schilddrüse

mit Dr.Mohsen Radjai, Facharzt für Allgemeinmedizin

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Service: Schilddrüse | Video verfügbar bis 03.03.2022 | Bild: WDR

Das Problem: Schilddrüsenerkrankungen werden oft spät diagnostiziert. Der Grund: Viele Symptome sind zwar typisch, aber kein Beweis für eine Schilddrüsenerkrankung. Da fast alle Organe von der Schilddrüse beeinflusst werden, können die Symptome ausgesprochen vielfältig und unterschiedlich ausgeprägt sein. Laut einer Erhebung leidet etwa jeder dritte Erwachsene unter einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Frauen sind fünfmal so häufig betroffen wie Männer.

Schilddrüsenunterfunktion

Bei dieser Funktionsstörung wird dem Körper zu wenig Schilddrüsenhormon für seine Stoffwechselvorgänge zur Verfügung gestellt. Daraufhin können sich typische Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verstopfung, Gewichtszunahme, Haarausfall, vermehrtes Frieren, geringere Körpertemperatur etc. einstellen.

Ursachen für eine Unterfunktion der Schilddrüse

  • Die häufigste Ursache ist die Autoimmunthyreoiditis vom Typ Hashimoto. Unser Immunsystem entwickelt hierbei Antikörper, die die Schilddrüse angreifen und zu einer Unterfunktion führen.
  • Nach einer Schilddrüsenoperation kann eine Unterfunktion resultieren, da von dem verbliebenen Restgewebe nicht mehr genug Hormon produziert werden kann. Das ist natürlich davon abhängig, wie viel Organgewebe bei der Operation entfernt werden musste. Danach richtet sich neben dem Befinden des Patienten auch die Dosis der erforderlichen Hormongaben in Tablettenform.
  • Gleiches gilt im Prinzip nach einer Radiojodtherapie. Sie kommt zum Einsatz wenn autonome und übermäßig stimulierte Schilddrüsenzellen eine Überfunktion auslösen. Dabei werden zellzerstörende radioaktive Substanzen verabreicht, die sehr zielgerichtet nur auf Schilddrüsenzellen wirken.
  • In einigen Fällen kann eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion vorliegen. Hier wurde das Organ in der frühkindlichen Entwicklung nicht oder fehlerhaft angelegt. Eine nach der Geburt nicht erkannte Hypothyreose hätte fatale Folgen. Es würde sich ein irreversibler Intelligenzdefekt (Kretinismus) entwickeln.

Schilddrüsenüberfunktion

Typische Symptome für eine Schilddrüsenüberfunktion sind starkes Schwitzen, Nervosität, erhöhter Blutdruck, Abnahme des Körpergewichts, Schlafstörungen oder beschleunigter Herzschlag. Oft treten nur einzelne Symptome auf, so dass man nicht gleich an eine Schilddrüsenüberfunktion denkt. Auch kommt es vor, dass die Menge der ausgeschütteten Hormone schwankt. Dies macht es oft schwer, eine Schilddrüsenautonomie zu entdecken.

Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion

In der Regel führt eine Schilddrüsenautonomie oder aber eine Autoimmunerkrankung vom Typ Morbus Basedow zu einer Überfunktion der Schilddrüse. Bei einer Autonomie haben sich Verbände von Schilddrüsenzellen dem eigentlich übergeordneten Regelkreis entzogen und sich selbstständig gemacht. Damit unterliegen sie nicht mehr den korrekten Steuerungsmechanismen.
Wenn der betroffene Patient plötzlich einer höhergradigen Jodexposition ausgesetzt ist, geraten die autonomen Gebiete in der Schilddrüse außer Kontrolle. Sie produzieren so viel Hormone, dass es zu einer gefährlichen Schilddrüsenüberfunktion kommt.

Vergrößerung der Schilddrüse: Struma (lat. Drüsenschwellung)

Vergrößert sich die Schilddrüse, die im Normalzustand nach außen hin meist nicht sichtbar ist, über ein bestimmtes Maß hinaus, spricht man von einem Kropf oder einer Struma. Sie entsteht meist durch einen Mangel an dem Hormonbaustein Jod in unserer Nahrung.
Da es der Schilddrüse mit ihrer normalen Größe nicht gelingt, ihre Aufgabe weiterhin zu erfüllen, vermehren sich die einzelnen Schilddrüsenzellen bei Jodmangel und vergrößern sich, so dass die Schilddrüse wächst.

Eine wachsende Schilddrüse bereitet im Allgemeinen keine Beschwerden, wenn sie eine bestimmte Größe noch nicht überschritten hat. Wenn die Schilddrüse größer wird, kann sich ein Kloßgefühl im Halsbereich verbunden mit Druckgefühl sowie Beschwerden beim Atmen und Schlucken entwickeln. Spätestens dann hat der Kropf Krankheitswert. Manchmal wächst ein Kropf in den Brustraum hinein. Er kann Luftröhre und Speiseröhre bedrängen und Atemnot, Heiserkeit und Beschwerden beim Schlucken verursachen.

Links

• Doc Esser, WDR
https://programm.ard.de/TV/wdrfernsehen/doc-esser---das-gesundheits-magazin/eid_281111153616345 

• Planet Wissen, WDR
https://www.planet-wissen.de/video-schilddruese--das-unterschaetzte-organ-100.html

• Planet Wissen, WDR
https://www1.wdr.de/mediathek/video-der-weg-der-schilddruesenhormone-in-die-leberzelle-100.html

• Ernährungs Docs NDR
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die-ernaehrungsdocs/Abnehmen-und-Kraft-gewinnen-trotz-Hashimoto,ernaehrungsdocs318.html

• Ratgeber Gesundheit NDR
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Hashimoto-Thyreoiditis-Symptome-und-Behandlung,hashimoto100.html

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Wie-wird-eine-kranke-Schilddruese-behandelt,schilddruese122.html

• RBB Praxis
https://www.rbb-online.de/rbbpraxis/archiv/20201202_2015/schilddruese-knoten-hashimoto-hitze-ablation-ultraschall-hifu-therapie-hormone.html

• Hauptsache Gesund MDR
https://www.mdr.de/tv/programm/sendung860528.html

Stand: 03.03.2021 07:11 Uhr