SENDETERMIN Do., 06.08.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Outdoor-Fitness

mit Stephan Geisler, Sportwissenschaftler

PlayStephan Geisler, Johannes Büchs
Service: Outdoor-Fitness | Video verfügbar bis 06.08.2021 | Bild: WDR

1970 startete der Deutsche Sportbund die Bewegungskampagne "Trimm Dich Fit". Das löste eine Welle der Begeisterung aus und bereitete den Weg für den heutigen Fitness- und Wellnesstrend. Die an vielen Orten eingerichteten "Trimm dich"-Pfade sind damit Vorläufer moderner Outdoor-Fitness-Parcours.

Warum besser draußen Sport machen

Outdoor-Sport ist gut für Körper und Geist: Sport im Freien und frische Luft wirken sich positiv auf die Stimmung aus und senken Stress. Studien belegen: Beim Training in der Natur sinkt der Cortisolspiegel (ein Stresshormon) stärker als beim Training drinnen. Auch der Blutdruck verringert sich durch regelmäßige Outdoor-Fitness nachhaltiger als durch Indoor-Aktivitäten.

Hinzu kommt: Kleine Mikroverletzungen - wie sie beispielsweise entstehen, wenn man barfuß über einen Waldweg geht oder sich mit den Handflächen bei Übungen auf der Erde abstützt - fördern die Abwehrkräfte: Diese kleinen Mikrorisse in der Haut können mit bloßem Auge nicht erkannt werden. Sie führen aber dazu, dass das Immunsystem Abwehrstoffe produziert.

Trainingsmöglichkeiten in der Natur

Trainingsmöglichkeiten in der Natur

Hüpfen, Klettern, Liegestützen oder Sport mit Hilfsmitteln wie Matten oder Gummibändern - das alles ist bei Outdoor-Fitness möglich. Jeder kann Trainieren wie er will. Alleine oder in der Gruppe.

Der Vorteil: Familie und Freunde können trotz unterschiedlicher Leistungsniveaus zusammen trainieren. Aber: Vorsicht vor Überlastung. Übertreibung ist vor allem für Untrainierte gefährlich. Hier kann es zu Kreislauf-Zusammenbruch, Übelkeit, Kopfschmerzen bis zu sogenannter Rhabdomyolyse (Auflösung der Muskulatur und Nierenschädigung) kommen.

Besonders vorsichtig sollten Menschen mit einer Vorerkrankung wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes etc. sein. Bei Vorerkrankungen jeglicher Art sollte immer erst ein sportmedizinischer Check-Up gemacht werden.

Tipp: Wer draußen trainiert, sollte sich ein schattiges Plätzchen suchen. Auf den richtigen Sonnenschutz achten! Und, ganz wichtig: ausreichend trinken! Noch besser ist es, Sport am frühen Morgen oder Abend zu treiben.

Outdoor-Fitness-Programme

Es gibt zahlreiche Anbieter spezieller Outdoor-Fitness-Programme, auch „Bootcamp-Training“ oder „Urban Fitness“ genannt. Hier trifft man sich in Gruppen und bekommt individuelle Betreuung.

Zertifizierte Trainer bieten verschiedene Schwierigkeitsstufen und leiten die Übungen - wie im Fitness-Studio - an. Das Ganze ist wie ein intensives Zirkeltraining im Freien. Bei Outdoor-Fitness geht man davon aus, dass das beste “Fitnessgerät” der eigene Körper ist. Es werden also keine Gewichte gestemmt, sondern der eigene Körper ist das Trainingsgerät. Sit-Ups, Kniebeugen, Springen, Liegestützen aber auch Laufen im Wald gehören dazu.

Weitere Informationen

MDR.de Ratgeber Gesundheit: Sport im Freien: So wird der Park zum Fitnessstudio (11.06.19)
https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/gesundheit/outdoor-fitness-sport-im-freien-draussen-einfach-effektiv-uebungen-workout-100.html

B5 aktuell Fitnessmagazin: Audio Outdoor-Sport in Corona-Zeiten (05.04.20)
https://www.ardaudiothek.de/das-fitnessmagazin/outdoor-sport-in-corona-zeiten-was-ist-erlaubt-und-was-nicht/74087208

• SWR Planet Wissen: Trimm dich (03.06.19)
https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/trimm_dich/index.html

Stand: 07.08.2020 16:43 Uhr

Sendetermin

Do., 06.08.20 | 05:30 Uhr
Das Erste

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