SENDETERMIN Do, 13.06.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Strom aus Sonne

mit Ines Rutschmann, Redakteurin Energie bei Finanztip

PlayInes Rutschmann, Ingo Lamberty, Solarenergie
Service: Strom aus Sonne | Video verfügbar bis 13.06.2020 | Bild: WDR

Solarstrom zu erzeugen und selbst zu verbrauchen, ist die günstigste Art der Stromversorgung. Bei kleinen Photovoltaik-Anlagen betragen die Kosten pro Kilowattstunde etwa 9 bis 12 Cent – für Elektrizität vom Stromversorger zahlen Kunden mindestens das Doppelte. Strom, der nicht selbst genutzt wird, kann ins Stromnetz eingespeist und vergütet werden.

Strom erzeugen

Zu welchen Kosten Solarstrom erzeugt werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist vor allem der Preis für die Photovoltaik-Anlage. Dabei gilt: Je größer das System, desto geringer der Preis pro installiertem Kilowatt Leistung. Wenn Sie mit Ihrer Familie in den eigenen vier Wänden wohnen und Solarstrom nutzen wollen, genügt eine kleine Anlage mit maximal 10 Kilowatt Leistung. Preise für solche kleinen Systeme liegen bei rund 1.000 Euro (ohne Umsatzsteuer) pro Kilowatt. Zudem verringern sich die Preise für Solaranlagen weiterhin. Allein im Jahr 2018 sanken die Preise für Solarmodule im Handel um rund 25 Prozent. Einige Bundesländer fördern auch die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage.

Strom verbrauchen

Eine Photovoltaik-Anlage kann niemals den kompletten Bedarf eines Haushalts decken. Schließlich scheint die Sonne nicht rund um die Uhr. Etwa ein Viertel des eigenen Strombedarfs kann damit gedeckt werden. Auch Mieter können vom günstigen Solarstrom profitieren. Versorger errichten dazu auf Wohngebäuden Photovoltaik-Anlagen und liefern den Strom den Mietern im Haus (Mieterstrom). Für diesen Strom fallen keine Netzentgelte und weniger Steuern und Umlagen an. Mieterstrom kann hierdurch günstiger sein als die Energie aus dem Stromnetz.

Darüber hinaus gibt es sogenannte steckbare Solar-Geräte, die jeder Nutzer selbst in Betrieb nehmen kann. Die sogenannten Balkonmodule haben einen Stecker (Schuko Typ F) und werden einfach in die Steckdose gesteckt. Der Stromzähler läuft dann langsamer. Module mit einer Gesamtleistung von bis zu 600 Watt können so angesteckt werden. Wer mehr anschließen möchte, braucht einen andere Wandsteckdose und einen speziellen Stecker - dann gehen bis zu 4,6 Kilowatt. Solche Mini- oder Plug-in-Solaranlagen gibt es bereits ab 260 Euro. Sie sind mobil, werden auf dem Balkon oder der Terrasse zur Sonne ausgerichtet und helfen, die Stromkosten zu senken.

Strom einspeisen

Wird in sonnenintensiven Zeiten mehr erzeugt als verbraucht, kann der Überschuss ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Dafür gibt es die weiterhin bestehende Einspeisevergütung nach EEG. Für kleine Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung liegt sie im Juni 2019 bei 10,79 Cent pro Kilowattstunde. Die Vergütung verringert sich Monat um Monat. Im Juli gibt es noch 10,64 Cent pro Kilowattstunde.

Die gesetzliche Vergütung ist in jedem Fall deutlich geringer, als ein Betreiber durch den Verbrauch des eigenen Stroms gegenüber dem Bezug aus dem Netz einspart. Deswegen rechnet sich eine Photovoltaik-Anlage heute vor allem durch den Eigenverbrauch und weniger durch Einspeisen der Energie ins Stromnetz. Dennoch ist die Vergütung des eingespeisten Stroms eine wichtige Einnahmequelle, um die Solaranlage zu refinanzieren. Festinstallierte Anlagen, die mit dem Stromnetz verbunden sind, müssen am Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden.

Strom speichern

Mit einem Batteriespeicher erhöht sich der Anteil der eigenen Stromversorgung auf mindestens 60 Prozent, da der Stromüberschuss in sonnenintensiven Zeiten gespeichert und dann verbraucht werden kann, wenn er benötigt wird (zum Beispiel am Abend). Der Kauf eines Batteriespeichers kann sich wirtschaftlich lohnen – abhängig vom Preis und der Lebensdauer eines Geräts. Bundesweit gibt es zinsgünstige Kredite für Batteriespeicher von der KfW-Bankengruppe und in manchen Bundesländern und Großstädten auch Investitionszuschüsse. 

Weitere Informationen

Finanztipp: Mit der eigenen Photovoltaik-Anlage Geld sparen
www.finanztip.de/photovoltaik

Energieagentur NRW - Fördernavi – Photovoltaik und Batteriespeicher
foerdernavi.energieagentur.nrw

Verbraucherzentrale: Solarstrom vom Balkon direkt in die Steckdose
www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/steckersolar-solarstrom-vom-balkon-direkt-in-die-steckdose

Steckersolarmodule
www.pvplug.de

Mieterstrom
www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/mieterstrom.html

Stand: 13.06.2019 07:31 Uhr

10 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.