SENDETERMIN Fr, 25.01.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Ärger mit dem Handwerker

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

PlayKay P. Rodegra, Till Nassif
Service: Ärger mit dem Handwerker | Video verfügbar bis 25.01.2020 | Bild: WDR

Vertrag

Vor der Beauftragung lohnt es sich, zum Preisvergleich verschiedene Angebote mit Kostenvoranschlägen einzuholen. Der Vertrag mit dem Handwerker ist ein sogenannter Werkvertrag, egal ob es sich um einen Reparaturauftrag oder eine Neuerstellung (z.B. Verlegen von Fliesen, Neugestaltung des Gartens) handelt. Im Auftrag sollten die vereinbarten Leistungen (auch Materialen) genau aufgelistet sein, ebenso der Termin zur Erbringung der Leistung.

Die Vergütung für den Handwerker muss ebenfalls schriftlich fixiert werden. Eine Festpreisvereinbarung ist möglich. Eine spätere Auftragserweiterung ist gleichfalls schriftlich zu fixieren. Oftmals legen Handwerksbetriebe Allgemeine Geschäftsbedingungen vor, die vor Vertragsabschluss sogfältig gelesen werden sollten.

Vergütungsanspruch des Handwerkers

Im Vertrag sollte vereinbart werden, dass der Handwerker erst nach Abnahme der Arbeiten seine Vergütung erhält. Nach Abschluss der Arbeiten hat der Kunde Anspruch auf eine ausführliche Rechnung. Sind die vereinbarten Arbeiten mangelfrei erbracht, ist die Vergütung mit Rechnungsstellung fällig.

Mängel

Wurde die vereinbarte Leistung vom Handwerker nur mangelhaft erbracht, kann der Auftraggeber die Abnahme verweigern. In einem solchen Fall hat der Auftraggeber Gewährleistungsansprüche. Zunächst einmal besteht der Anspruch darauf, dass die vertraglichen Leistungen mangelfrei erbracht werden, der Handwerker muss also nachbessern.

Es bedarf einer ausdrücklichen Aufforderung zur Nachbesserung mit Fristsetzung. Weigert sich der Handwerker, hält er eine angemessene Frist zur Nachbesserung nicht ein oder misslingt die Nachbesserung, kann eine andere Firma mit der Mängelbeseitigung beauftragt werden.

Der Auftraggeber kann Ersatz der Zusatzkosten verlangen. Vor Beginn der Selbstvornahme der Mängelbeseitigung müssen aber unbedingt die Mängel protokolliert und Beweise gesichert werden (Fotos, Zeugen, ggf. Gutachten).

Streit

Wer als Verbraucher Streit mit einem Handwerker über dessen Leistungen hat, muss nicht gleich einen Anwalt beauftragen, sondern kann sich an die örtliche Handwerkskammer wenden. Dort gibt es eine Schlichtungsstelle. Das Schlichtungsverfahren ist für den Kunden in der Regel kostenlos. Wird ein Gutachter beauftragt, fallen jedoch Kosten an.

Weitere Informationen

Stand: 25.01.2019 07:13 Uhr

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