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Service: Tipps gegen trockene Haut

mit Yael Adler, Dermatologin

PlayTrockene Haut im Winter
Service: Tipps gegen trockene Haut | Video verfügbar bis 29.10.2021 | Bild: WDR

Welche Hautcreme schützt drinnen oder draußen?

Bei Temperaturen unter acht Grad Celsius wird der natürliche Haut-Talg hart und verteilt sich nicht mehr gleichmäßig über das Gesicht. Außerdem verengen sich die Blutgefäße, damit die tieferen Hautschichten nicht an Wärme verlieren. Trockene Heizungs- und Winterluft zusammen trocknen die Haut aus. An den Händen und im Gesicht reagiert die Haut besonders deutlich: Sie wird trocken, schuppig und rau.

Deshalb sollte man gerade im Winter Haut nur mit Wasser und Handtuch und ohne Waschsubstanzen waschen. Außerdem nur die Regionen eincremen, die trocken sind und spannen. Häufig sind das die Lippen. Geeignet ist wasserfreie Fettsalbe. Denn Feuchtigkeitscremes können wegen ihres Wassergehaltes draußen zu Erfrierungen führen. Sie eignen sich eher, wenn man drin bleibt. – Wenn überhaupt. Eine gesunde Haut kommt auch mit kalten Temperaturen gut klar.

Durchblutung der Haut bei Wärme und Kälte

Bei Kälte wird die Hautoberfläche weniger durchblutet, der Stoffwechsel ist reduziert. Da sich auch das Hautfett schlechter verteilt, kann dadurch die Haut trockener und empfindlicher werden. Bei trockener Heizungsluft oder kaltem Wind verliert sie zudem mehr Feuchtigkeit.
Schneller Wechsel von kalter Luft draußen und warmer drinnen führen dazu, dass sich Blutgefäße in der Wärme weit öffnen und die Haut besonders gut durchblutet wird. Das Gesicht "glüht". Durch die bessere Durchblutung gelangen Sauerstoff und Nährstoffe in die Haut zurück.

Auch bei Kälte kann es immer wieder zu stärkerer Durchblutung kommen, um die Haut vor Erfrierungen zu schützen. Sichtbar ist das durch Rötungen an Nase oder Wangen. Im Winter wird die Haut weniger natürlichem Licht ausgesetzt als sie eigentlich benötigt. Sonnenlicht hat eine Art antientzündliche Wirkung. UV-Licht ist wichtig für den Vitamin-D-Spiegel im Blut. Wenn er sinkt, können Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis im Winter schlimmer werden.

Wie pflege ich mein Gesicht bei Kälte?

Die beste Hautreinigung fürs Gesicht erfolgt nur mit Wasser und Handtuch. Vor allem im Winter - um Fette aus Epidermis (Oberhaut) und Talgdrüsen als optimales Schutzfett zu behalten. Nur wo das nicht reicht, kann man punktuell eine möglichst reichhaltige Pflege mit hochwertigen Lipiden verwendet werden. Pure Öle eignen sich nicht, da sie hauteigenen Barrierefette entfernen.
Besonders stabilisierend für die Barrierefunktion der Haut sind zu hundert Prozent unraffinierte Sheabutter oder Cremes auf Basis hautähnlicher Lipide ohne Duft-, Farb-, Konservierungsstoffe und Mineralöle.
Vermieden werden sollten in der kalten Jahreszeit Öl-in-Wasser-Emulsionen. Diese Feuchtigkeitscremes enthalten zu viel Wasser als Fett und können bei niedrigen Temperaturen in der Haut gefrieren.

Lichtschutz für Wintersportler

Für Wintersportler ist zusätzlich Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50 erforderlich. Benötigt man bei empfindlichen Hauttypen Kälteschutz auf der Haut, eignet sich eine wasserfreie Salbe, z.B. mit Shea-/Kakaobutter oder Bienenwachs. Zusätzlich die Haut durch Kleidung schützen. Lieber kurz und nicht zu heiß duschen statt ein heißes Schaumbad zu nehmen.

Heizungsluft schadet der Haut

Bei warmen Temperaturen weiten sich die Blutgefäße, die Haut errötet. Bei empfindlichen Menschen beginnt sie dann zu jucken oder zu brennen. Heizungsluft ist trocken und entzieht der Haut Feuchtigkeit. Helfen können Cremes, Seren und Masken mit z.B. Hyaluronsäure und Glycerin.

Ist die Haut grundsätzlich eher trocken, sollte die Pflege zusätzlich einen höheren Fettanteil haben. Bei Mischhaut und öligen Typen kann man in der Regel auf Creme verzichten. Dann aber sollte man sie nicht einseifen. Zu viel Pflege kann Aknepickel, Kontaktallergien oder andere Hautirritationen begünstigen. Die grundsätzliche Empfehlung: Weniger Hautpflege ist mehr.

Optimale Hautpflege für drinnen und draußen

Haut sollte man weniger ent- und nur dann an den Stellen einfetten, an denen sie spannt. Bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte ist medizinische Hautpflege sinnvoll. Gesunde Haut braucht hingegen kaum extra Pflege.

Wer sich dennoch eincremen möchte, kann mit Glycerin, Harnstoff und hyaluronsäurehaltigen Produkten den Feuchtigkeitsgehalt der obersten Hornschicht steigern. Am besten nicht direkt vor dem Rausgehen in die Kälte. Auch reine Fettsalbe steigert über die körpereigene Verdunstung das Einschließen von Feuchtigkeit in der Haut.

Sehr wichtig ist Hautpflege von Innen, über Stärkung der Darmflora mit prä- und probiotischer Nahrung. Dazu zählen lösliche Ballaststoffe und Nahrungsmitteln mit lebendigen Bakterien und Hefen sowie pflanzenbetonte, eiweißreiche Kost.

Wichtig ist auch, dass die Blutwerte für Zink, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Selen, Eisen, B Vitamine im normalen Bereich liegen. Ansonsten können Nahrungsergänzungsmitteln helfen. Bei Hautproblemen sollte auch die Schilddrüsenfunktion überprüft werden.

Weitere Tipps

  • Viel trinken: Heizungsluft trocknet die Haut aus. Trinken Sie täglich mindestens drei Liter Wasser oder ungesüßte Früchte- und Kräutertees.
  • Wechselduschen/Wassertreten/Sauna: Das regt die Durchblutung an, sorgt für schöne Haut und hält auch noch fit.
  • Oft raus gehen: Gehen Sie viel an die frische Luft und lassen Sie Licht an die Haut. Vergessen Sie in höheren Lagen aber die Sonnenschutzcreme nicht und packen Sie sich immer schön warm ein.
  • Raumluft befeuchten: Mit Zimmerpflanzen (Problem - kann Schimmel fördern) oder Luftbefeuchtern können Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen. Aber auch ein nasses Handtuch oder eine Schale mit Wasser auf der Heizung schaffen ein feuchteres Raumklima.

Links

Weitere Informationen

WDR Servicezeit: Trockene Haut im Winter
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/servicezeit/video-trockene-haut-im-winter-100.html

Quarks: Haut und Pflege – Alles, was ihr wissen wollt
https://www1.wdr.de/wissen/mensch/unsere-haut/hautpflege-108~_variant-html5.html

MDR Ratgeber Gesundheit: Verfärbungen der Haut - Pigmentstörungen: Von Altersflecken bis Weißfleckenkrankheit
https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/gesundheit/hg-haut-verfaerbungen-pigmentstoerungen-altersflecken-weissfleckenkrankheit-vitiligo-melasma-100.html

HR4: So bleibt die Haut streichelzart
https://www.hr4.de/service/hautpflege-im-winter,trockene-haut-winter-pflegen-100.html

• SWR Kaffee oder Tee
https://www.swrfernsehen.de/kaffee-oder-tee/ratgeber/so-pflegen-sie-haut-und-haar-im-winter-102.html

Stand: 29.10.2020 06:56 Uhr

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