SENDETERMIN Do., 23.01.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Wintersport und Recht

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

PlayDonald Bäcker, Kay P. Rodegra
Service: Wintersport und Recht | Video verfügbar bis 23.01.2021 | Bild: WDR

Die Wintersport-Saison läuft auf Hochtouren und auch dieses Mal zieht es wieder Millionen Schneebegeisterte in die Berge. Doch im Winterurlaub kann einiges schief gehen: Schneemangel, Lawinengefahr oder ein Unfall auf der Piste.

Schneemangel und Storno

Bei Schneemangel und grünen Pisten können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Das Wetter gehört zum Risikobereich des Wintersportlers. Werben Reiseveranstalter oder Hoteliers mit Schneesicherheit und sind die Pisten geschlossen, kann der Urlaub abgesagt und Geld zurückgefordert werden.

Verletzt vor der Reise

Wer vor der Reise erkrankt oder wegen einer Verletzung auf ärztlichen Rat hin nicht Skifahren oder Snowboarden darf, trägt das Risiko selbst und hat keinen Anspruch auf kostenfreie Stornierung. Sagt der Urlauber die Reise ab, können Reiseveranstalter, Hoteliers oder Vermieter von Skihütten oder Ferienwohnungen Stornokosten verlangen. In solchen Fällen hilft eine Reiserücktrittskostenversicherung.

Stornokosten bei Lawinen

Ist es wegen Lawinenabgängen unmöglich, zum Skiort zu gelangen, muss der Urlauber keine Stornokosten zahlen. Der Hotelier bzw. Reiseveranstalter trägt in diesem Fall das wirtschaftliche Risiko.

Dauerschneefall

Auch hier gilt: Das Wetterrisiko trägt der Skisportler. Lässt sich jedoch der Skipass tagelang gar nicht nutzen, weil Pisten wegen Neuschnees und Lawinengefahr gesperrt sind, können die Kosten für den Skipass zurückgefordert werden.

Haftungsfrage in der Skischule

Weder Skischule noch Ski- oder Snowboardlehrer stehen in der Verantwortung, wenn ein Schüler während des Kurses stürzt und sich verletzt. Anders sieht es aus, wenn der Lehrer den Kurs in gefährlichem und ungesichertem Gelände durchführt und sich beispielsweise eine Lawine löst.

Skifahren und Alkohol

Einen festgelegten Promillewert gibt es auf der Piste nicht. Wintersportler müssen aber stets in der Lage sein, die Situation auf der Piste zu überschauen. Wer berauscht fährt, egal ob durch Alkohol oder Drogen, und andere dadurch schädigt, haftet bei einem Unfall. Auch darf er von den Betreibern der Skipiste verwiesen werden. In einigen Skigebieten gibt es Pistenpatrouillen, die aufpassen.

Verkehrsregeln auf der Skipiste

Der Internationale Skiverband hat die weltweit geltenden FIS-Regeln, zehn Verhaltensregeln für Ski- und Snowboardfahrer, entwickelt. In Wintersportgebieten hängen sie zumeist an den Bergbahnen und Liften aus. Jeder Wintersportler hat sich grundsätzlich auf der Piste so zu verhalten, dass er keinen anderen gefährdet. Wer die alpinen Verkehrsregeln nicht beachtet, haftet bei einem Unfall. Es gibt auch FIS-Regeln für Langläufer.

Helmpflicht

Eine generelle Helmpflicht gibt es für Ski- und Snowboardfahrer noch nicht. Zu beachten ist aber, dass in Italien, Polen, Slowenien und vielen Skigebieten in Österreich Kinder Helme tragen müssen. Das Tragen eines Skihelms ist unbedingt zu empfehlen, er kann Leben retten.

Wichtige Versicherungen

Für jeden, der Wintersport treibt, sollte eine private Haftpflichtversicherung ein Muss sein. Sie schützt, wenn man andere auf der Skipiste verletzt und deswegen Ansprüche wegen Behandlungskosten und Schmerzensgeld gefordert werden. Eine private Unfallversicherung ist ebenfalls sehr wichtig, ebenso eine Auslandskrankenversicherung, die bei schweren Verletzungen auch einen Rücktransport nach Deutschland beinhalten sollte.

Weitere Informationen

• Webseite "DSV aktiv/Freunde des Skisports e. V." 

https://www.ski-online.de Pistenregeln

• Pistenregeln, Stiftung Warentest, 24.1.2018: An diese zehn Regeln müssen sich alle Skifahrer halten

https://www.test.de/Ski-An-diese-zehn-Regeln-muessen-sich-alle-Skifahrer-halten-5274977-0/

Stand: 14.02.2020 15:20 Uhr