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Service: Altersvorsorge für Frauen

mit Isabell Pohlmann, Stiftung Warentest

PlayAltersvorsorge für Frauen
Service: Altersvorsorge für Frauen | Video verfügbar bis 09.01.2020 | Bild: dpa

Niedrigere Gehälter, längere Familienauszeiten, häufigere Teilzeitarbeit führen bei Frauen im Alter häufig zu einer schlechteren Rente.
67 Prozent der Frauen in Deutschland verdienen zu wenig, um mit dem Einkommen langfristig vorzusorgen. Der von ihnen selbst erwirtschaftete Rentenanspruch über alle Vorsorgeformen hinweg ist nur etwa halb so hoch wie der von Männern.

Zwei Gesetze für eine bessere Rente

Seit Anfang 2019 hat sich die Lage verbessert: Durch die sogenannte Mütterrente II erhöht sich die Rente für viele Mütter mit mittlerweile erwachsenen Kindern (eventuell auch für Väter mit älteren Kindern).
Betroffen sind die Renten von Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren sind. Sie erhalten pro Kind 2,5 Rentenpunkte (einen halben Punkt mehr als bisher). Aus den Punkten errechnet sich die spätere Rentenanwartschaft. Ein Rentenpunkt entspricht heute 32,03 Euro Monatsrente im Westen und 30,69 Euro im Osten.

Auch das neue Teilzeitgesetz kann die Rente von Frauen verbessern. Seit Anfang des Jahres haben Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 45 Beschäftigten das Recht, ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren und später wieder aufzustocken. So verlieren sie Einkommen und Rentenansprüche einer Vollzeitstelle nicht dauerhaft. Zwischen einem und fünf Jahren kann die neue Brückenteilzeit dauern. Anders als die Eltern- oder Pflegezeit ist sie nicht an bestimmte Anlässe geknüpft. Das soll vor allem Frauen zugutekommen, die etwa wegen der Kindererziehung mit reduzierter Stundenzahl arbeiten und ihnen die Rückkehr in eine Vollzeitstelle erleichtern, was sich dann auch in einer höheren Rente niederschlägt.

Vier Schritte zu einer besseren Altersvorsorge

1. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Rentenansprüche. Vereinbaren Sie eine Kontenklärung für Ihr gesetzliches Rentenkonto um zu überprüfen, ob alle rentenrechtlichen Zeiten wie Kindererziehung, oder Pflegezeiten korrekt gespeichert sind. Lassen Sie sich dann ihre Rentenlücke schätzen.

2. Sie übernehmen die Familienarbeit und stecken dafür im Beruf zurück? Sprechen Sie mit Ihrem Partner über die Konsequenzen für Ihre Absicherung im Alter und machen Sie mit ihm einen Vertrag. Zwar werden bei einer Scheidung die während der Ehe erwirtschafteten Rentenansprüche geteilt (wenn nicht anders im Ehevertrag geregelt), doch das reicht oft nicht. Für Paare ohne Trauschein gibt es diesen sogenannten Versorgungsausgleich gar nicht.

3. Arbeiten Sie wenn möglich nicht zu lange in Teilzeit: Die beste Altersvorsorge ist ein hohes Gehalt. Wenn Teilzeit dann möglichst nur befristet, um anschließend wieder auf Vollzeit gehen zu können. Fordern sie eine Gehaltserhöhung oder loten Sie aus, ob es Chancen auf eine Beförderung gibt. Sie könnten beispielsweise den Chefposten mit einer anderen Person in Teilzeit teilen. In anderen Ländern ist das üblich.

4. Fangen Sie bereits früh an zu sparen. Wenn Sie 100 Euro im Monat zurücklegen, können Sie bei einer durchschnittlichen Wertentwicklung von jährlich 4 Prozent nach 10 Jahren mit rund 14.700 Euro rechnen; nach 30 Jahren mit rund 68.750 Euro. Auch Riester-Verträge sind trotz aller Kritik für Frauen mit Kindern und einem niedrigen Einkommen aufgrund der Förderung oft eine gute Option.

Mit der richtigen Anleitung kann jede Frau ihre finanzielle Situation verbessern: mehr Netto vom Brutto rausholen, solide versichert sein, erfolgreich sparen und unabhängig im Alter sein.

Weitere Informationen

• Ran an die Rente Stiftung Warentest - Test-Heft 1/2019, Seite 94-97

Finanzplaner Frauen: Selbst ist die Frau - auch bei Geldanlage und Vorsorge
Sonderheft der Stiftung Warentest, 160 Seiten, 19,90 Euro

Stand: 10.01.2019 09:18 Uhr

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