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Service: Anbieterwechsel bei Strom und Gas

mit Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip

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Service: Anbieterwechsel bei Strom und Gas | Video verfügbar bis 01.10.2020 | Bild: WDR

Gasanbieterwechsel

Auch wenn Sie bereits einmal gewechselt haben, ein jährlicher Preisvergleich lohnt sich immer. 2019 haben die Anbieter im Schnitt ihre Preise um 9 Prozent erhöht und das obwohl der Importpreis für Erdgas seit Februar 2019 gefallen ist. Durch den Wechsel zu einem anderen Anbieter kann man leicht bis zu 100 Euro im Jahr sparen. Der Wechsel ist meist einfach und dauert nur ein paar Minuten. Der neue Versorger übernimmt in der Regel die Abwicklung und man braucht nicht zu befürchten, dass einem das Gas abgestellt wird.

Gasvergleichsrechner

"Finanztip" hat einen Gasvergleichsrechner erstellt, der auf den Daten von verivox und check24 basiert. Vergleichen Sie mit diesem Rechner oder anderen Portalen die Tarife an Ihrem Wohnort. Pakettarife und Tarife mit Vorkasse sollten Sie meiden. Überlegen Sie, ob Sie sich auf einen Tarif mit Neukundenbonus einlassen wollen.

Boni

Insgesamt gibt es drei Arten von Boni: Sofortbonus, Direktbonus und Neukundenbonus. Der Sofortbonus soll relativ schnell nach einem Vertragsschluss gezahlt werden, den Direktbonus verrechnet der Versorger zumeist mit fälligen Abschlagszahlungen. Mit dem Neukundenbonus sparen Sie im ersten Vertragsjahr, werden aber ab dem zweiten Jahr wesentlich mehr zahlen, falls Sie vergessen, erneut den Anbieter zu wechseln.

Vertrag

Geschlossen ist der Vertrag erst, wenn ihm auch der Versorger zustimmt. Zuerst muss dieser aber beim Netzbetreiber prüfen, ob er Sie beliefern darf. Bei diesem meldet er Sie als Neukunden und erfährt, wer Sie bislang versorgt hat und wie lange der aktuelle Vertrag noch läuft.

Aber auch eine Vertragsablehnung ist möglich. Das kann der Fall sein, wenn eine Kündigung beim bisherigen Versorger zu Ihrem Wunschtermin nicht möglich ist. So lange es einen gültigen Liefervertrag gibt, darf Sie kein anderer Anbieter über das öffentliche Gasnetz versorgen. Das hat auch sein Gutes: Dass Sie plötzlich in zwei Verträgen stecken und doppelt zahlen, ist ausgeschlossen.

Ist der neue Vertrag unter Dach und Fach, darf der Versorger erst ab Lieferbeginn Geld verlangen. Die Höhe des Abschlags muss zudem Ihrem bisherigen Verbrauch entsprechen.

Gaszentralheizung

Wenn Sie zur Miete in einem Wohnhaus mit zentraler Gasheizung wohnen, können Sie den Gasanbieter nicht selbst bestimmen. Dafür ist der Vermieter verantwortlich. Dieser darf aber keinen Gasanbieter mit überhöhten Preisen auswählen. Zudem ist der Vermieter verpflichtet, den Verbrauch der einzelnen Mieter zu erfassen und nur die daraus resultierenden Kosten abzurechnen.

Stromanbieterwechsel

Nie war Strom so teuer in Deutschland: Rund 30 Cent zahlt ein Haushalt im Schnitt für eine Kilowattstunde. Dabei gehen die Strompreise weit auseinander – je nach Verbrauch, Vertrag und Anbieter. Wer den Stromanbieter wechselt, kann aber in vielen Fällen sparen.

Stromvergleichsrechner

Rund 800 Unternehmen versorgen Haushalte in Deutschland mit Strom. Diese Fülle überblicken Sie mit Vergleichsportalen im Internet, die das beste Angebot finden. Dabei sind gute Voreinstellungen sehr wichtig. Es passiert leicht, dass Nutzer Häkchen, Punkte und Aufklappmenüs übersehen.

Auch hier steht ein eigener Finanztip-Stromrechner zur Verfügung. Zwei Angaben sind notwendig: Die Postleitzahl und der Stromverbrauch. Auf Wunsch können Sie sich Tarife anzeigen lassen, die einen Neukundenbonus berücksichtigen.

Viele Stromanbieter nutzen Bonuszahlungen für Neukunden als Köder. Sie sind aber nur dann günstiger, wenn man ab dem zweiten Jahr der Vertragslaufzeit nicht vergisst, erneut zu kündigen.

Finanztip empfiehlt, auch Tarife mit Vorkasse oder Kaution sowie Pakettarife zu vermeiden. Bei diesen Tarifen setzen sich Verbraucher dem Risiko von erheblich höheren Kosten aus.
Wer in Vorkasse geht oder eine Kaution zahlt, hat das Nachsehen, wenn der Anbieter Bankrott anmeldet. So verloren beispielsweise Tausende Kunden der Stromdiscounter Teldafax und Flexstrom ihre Vorauszahlungen nach den spektakulären Pleiten der Firmen in den Jahren 2011 und 2013.

Pakettarife

Bei Pakettarifen zahlt ein Kunde mehr als nötig, wenn der Stromverbrauch von der vereinbarten Menge abweicht. Der hängt aber von vielen Faktoren ab und lässt sich nicht immer exakt prognostizieren. Ruft der Verbraucher die Liefermenge nicht ab, zahlt er umsonst für die nicht genutzte Energie. Benötigt er dagegen mehr Strom als vereinbart, lässt sich dies der Versorger gewöhnlich teuer bezahlen.

Strom-Vertrag abschließen

Sagt Ihnen ein Tarif zu, können Sie ihn zumeist online abschließen. Oft sind die Portale dann gleich als Makler tätig und vermitteln zwischen Kunden und Versorgern. In der Regel können Sie natürlich auch den gewählten Tarif auf der Seite des Anbieters aufrufen und dort den Vertrag eingehen. Die Konditionen können sich dann aber von denen der Portale unterscheiden.

Stand: 01.10.2019 12:47 Uhr

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