SENDETERMIN Di, 19.02.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Aufsichtspflicht bei Kindern

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

PlayKay P. Rodegra, Rechtsanwalt
Service: Aufsichtspflicht bei Kindern | Video verfügbar bis 19.02.2020 | Bild: WDR

Kinder bedürfen der Aufsicht. Wie weit geht die Aufsichtspflicht von Eltern, Großeltern, Lehrern oder Babysittern? Welche Haftungsfolgen kann eine Aufsichtspflichtverletzung haben und wie kann man sich absichern?

Schäden

Wenn Kinder Schäden verursachen, hängt die Haftung vom Alter des Kindes ab. Kinder unter sieben Jahren haften grundsätzlich nicht, sind also selbst nicht für einen Schaden verantwortlich zu machen. Das ist in § 828 I BGB geregelt.
Im Straßenverkehr gilt sogar eine Altersgrenze von zehn Jahren (§ 828 II BGB).

Ob ein/e ältere/r Minderjährige/r haftet, wird danach entschieden, ob das Kind oder die/der Jugendliche die Gefahr ihres/seinen Handelns erkennen konnte oder nicht.

Elterliche Aufsichtspflicht

An jeder Baustelle steht das Schild "Betreten verboten, Eltern haften für ihre Kinder". Doch so ist es nicht in jedem Fall. Nicht für jedes Fehlverhalten bzw. jeden Schaden, den Kinder anrichten, müssen die Eltern gerade stehen.

Eltern haften nur dann für die von ihren Kindern verursachten Schäden, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Bei Verletzung der Aufsichtspflicht kann es nicht zur zu einer zivilrechtlichen Haftung der Eltern kommen, sondern es drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen.

Bei der Prüfung, ob Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, kommt es auf das Alter des Kindes und auf die jeweilige Situation an. Es stellt sich dann die Frage, ob die Eltern im gebotenen Maß alles getan haben, damit ihr Kind nicht zu Schaden kommt, bzw. keinen Schaden bei Dritten anrichten kann. Aufsichtspflicht bedeutet also nicht, dass ein/e Minderjährige/r rund um die Uhr beaufsichtigt werden muss.

Übertragung der Aufsichtspflicht

Eltern können ihre Aufsichtspflicht auf andere übertragen. Das kann ausdrücklich erfolgen oder auch stillschweigend. Wem also als Babysitter/in, auf einem Kindergeburtstag oder auf der Fahrt zur Schule ein fremdes Kind anvertraut wurde, übernimmt die Aufsichtspflicht. Ebenso übernehmen Schulen und Kitas während des dortigen Aufenthaltes des Kindes die Aufsichtspflicht.

Haftpflichtversicherung

Eltern sollten unbedingt eine Familienhaftpflichtversicherung abschließen. Die Versicherung kommt für Schäden auf, die Kinder verursachen und für die sie haften müssen sowie bei einer Verletzung der Aufsichtspflicht der Eltern.

Es gibt auch Versicherungen, die für einen Schaden eintreten, den das Kind verursacht hat, für den es aber aufgrund seines Alters nicht haftet und auch die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben (Abdeckung von Schäden durch deliktsunfähige Personen).

Grundsätzlich sollten sich alle mit einer Haftpflichtversicherung absichern, die Aufsichtspflichten übernehmen.

Weitere Informationen

Stand: 19.02.2019 07:27 Uhr

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