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Service: Homeoffice – Folgen für die Augen

mit Dr. Quynh-Trang Ippisch, Augenärztin

PlayMann arbeitet vor zwei Bildschirmen, Homeoffice
Service: Homeoffice – Folgen für die Augen | Video verfügbar bis 26.05.2022 | Bild: dpa

Viele Menschen haben Sorge, durch die immer längeren Zeuten vor dem Bildschirm Gefahr zu laufen, kurzsichtig zu werden. Eine unbegründete Sorge, meint Augenärztin Quynh-Trang Ippisch, zumindest dann, wenn es um Erwachsene geht.

Verschwommener Blick

Wenn wir das Gefühl haben, dass unser Blick vor dem Bildschirm verschwimmt, die Augen anfangen zu brennen oder zu jucken, liegt das laut Dr. Ippisch nicht daran, dass wir auf einmal kurzsichtig geworden sind. Unsere Augen sind einfach ausgetrocknet.

Der Tränenfilm, der normalerweise die oberste Schicht unseres Auges überdeckt, hat drei wesentliche Aufgaben: Er sorgt dafür, dass unser Auge vor Bakterien, Staub und anderen äußeren Einflüssen geschützt ist. Außerdem ist er wichtig für die Lichtbrechung: Er glättet die oberste Fläche des Auges, sodass Objekte gut abgebildet werden können. Und er sorgt dafür, dass die empfindliche Augenoberfläche nicht durch die Reibung des Lides gereizt wird.

Was hilft gegen trockene Augen?

Äußere Einflüsse wie klimatisierte oder beheizte Räume, niedrige Luftfeuchtigkeit und konzentrierte Arbeit am Bildschirm können das Auge austrocknen. Dagegen helfen beispielsweise Tränen-Ersatz-Mittel , die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Aber auch frische Luft und ein Spaziergang tun gut.

Blaulichtfilter-Brillen – nicht so nützlich, wie gedacht

Eine Brille mit Blaulichtfilter zu tragen, schützt die Augen nicht. Sie ist aber auch nicht schädlich. Sie wirkt sich jedoch auf unseren Schlaf aus. Das liegt daran, dass sie suggeriert, es sei Tag. In der Folge schlafen wir oft schlechter ein. Dr. Ippisch empfiehlt daher etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen ganz auf Fernseher, Computer oder das Smartphone zu verzichten. Wenn man diese Geräte dennoch nutzen möchte, sollte zumindest der Nachtmodus aktiviert werden.

Kinderaugen leiden

Anders als bei Erwachsenen, kann die viele Bildschirmzeit bei Kindern tatsächlich zu Kurzsichtigkeit führen. "Je jünger die Kinder sind, desto stärker ist der Effekt“, meint die Augenärztin. Das legt auch eine Studie aus China nahe: Mehr als 120.000 Schulkinder im Alter von 6 bis 13 Jahren wurden hierfür beobachtet. Bei den Sechsjährigen waren etwa drei Mal so viele Kinder kurzsichtig wie noch vor wenigen Jahren. Bei den Siebenjährigen war die Kursichtigkeit doppelt so hoch, bei den achtjährigen Kindern 1,4 Mal höher.

Das schützt Kinder vor Kurzsichtigkeit

Dr. Ippisch rät deshalb, die Kinder ein bis zwei Stunden am Tag zum Spielen ins Freie zu schicken, denn das Auge braucht unbedingt auch Tageslicht, um sich richtig entwickeln zu können. Links

Weitere Informationen

• Br24, Führt der Lockdown zu mehr Kurzsichtigkeit bei Kindern? 04.03.2021
https://www.br.de/nachrichten/wissen/zu-viel-zeit-mit-dem-smartphone-ist-schlecht-fuer-kinderaugen,R4BnXqO

• tagesschau.de, Homeoffice und Homeschooling: Kurzsichtigkeit als Corona-Folge? 08.02.2021 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/kurzsichtigkeit-als-corona-folge-101.html

• dw.com, Mehr Kurzsichtigkeit durch Corona-Maßnahmen, 20.01.2021
https://www.dw.com/de/mehr-kurzsichtigkeit-durch-corona-ma%C3%9Fnahmen/a-56284222

• Studie aus China
https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/fullarticle/2774808

Stand: 26.05.2021 08:40 Uhr

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