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Service: Bei Anruf Betrug

mit Dennis Horn, Multimedia-Experte

PlayService: Bei Anruf Betrug
Service: Bei Anruf Betrug | Video verfügbar bis 30.09.2020 | Bild: WDR

Robocalls und Spam-Anrufe

In den USA sehr verbreitet, werden es auch hierzulande immer mehr, sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunknetz. Es erfolgt unerwünschte Werbung oder eine vermeintliche Gewinnmitteilung, mit der Verbraucher animiert werden sollen, eine beworbene Rufnummer zu kontaktieren, oder eine Bandansage will auf eine Webseite locken etc.

Maßnahme: Dagegen lässt sich selber wenig machen, mittlerweile handeln jedoch die Handyanbieter: Apple leitet die Anrufe automatisch an die Mailbox weiter, Googles Android bietet Filtermöglichkeiten für Spam-Anrufe, eine App zum Schutz ist in Planung.

Ping-Anrufe

Das Telefon oder Handy klingelt nur kurz, im Display erscheint eine unbekannte, meist ausländische Nummer (z.B. Vorwahlen wie 00261 oder 00212). Der Angerufene soll so animiert werden, aus Neugier zurückzurufen. Das kann schnell teuer werden, oft kosten diese Nummern mehrere Euro pro Minute.
Maßnahme: Die unbekannte Nummer nicht zurückrufen, diese Anrufe ignorieren oder die entsprechenden Nummern sperren.

Anrufe von der 110

Der Anruf kommt von einer Nummer, die mit 110 endet. Der Anrufer gibt sich als Polizist aus und versucht durch Überredung an Bargeld oder sensible Daten zu kommen oder ins Haus zu gelangen.
Maßnahme: Die 110 ist eine Notfallrufnummer. Sie kann angerufen werden, aber von dort können keine Anrufe getätigt werden. Die Polizei telefoniert ausschließlich mit unterdrückter Nummer. Wer trotzdem unsicher ist, sollte selbst die 110 anrufen und dort um entsprechende Auskunft bitten.

"Enkeltrick"

Meist trifft es ältere und demente Menschen. Verbrecher geben sich am Telefon als Enkel oder Verwandte in einer finanziellen Notsituation aus und erklären, einen Bekannten zur Abholung des Geldes vorbeizuschicken. Maßnahme: Dem Anrufer Fragen stellen, die nur der Enkel beantworten kann, Name und Nummer des Anrufers notieren und einen Vertrauten um Rat fragen. Auf keinen Fall einem Unbekannten das Geld übergeben!

"Ja-Nein-Masche"

Der unbekannte Anrufer zeichnet das Telefonat auf und versucht, mit bestimmten Fragen (z.B. „Können Sie mich hören?“ oder „Sind Sie der Hausbesitzer?“) den Angerufenen dazu zu bewegen, „ja“ oder „nein“ zu sagen. Sind die gewünschten Antworten aufgezeichnet, wird der Anruf beendet und im Nachhinein so zusammengeschnitten, dass es sich wie die Zustimmung zum Kauf einer sehr teuren Ware anhört. Es folgt die Zustellung der entsprechenden Rechnung. Das gefälschte Tondokument soll als Kaufbeleg dienen. Bei Zahlungsverweigerung wird mit Abmahnung und Inkassobüro sowie einem Schufa-Eintrag gedroht.
Maßnahme: Den Anruf so schnell wie möglich wortlos beenden, umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten und einen Anwalt kontaktieren.

Beschwerde einlegen

Gegen betrügerische Anrufe kann eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingelegt werden. Dort wird die Nummer geprüft und gegebenenfalls auf eine Maßnahmenliste gesetzt.

Weitere Informationen

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/Rufnummernmissbrauch/Missbrauchsfaelle/missbrauchsfaelle-node.html

Stand: 30.09.2019 12:00 Uhr

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