SENDETERMIN Fr, 14.06.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Rechtslage bei Busreisen

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

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Service: Rechtslage bei Busreisen | Video verfügbar bis 14.06.2020 | Bild: WDR

Busreisen werden immer beliebter. Sei es als Alternative zur Bahn, um kostengünstig von einer Stadt zur anderen zu kommen, oder im Rahmen einer Pauschalreise. Bei Fernbusreisen hat der EU-Gesetzgeber Fahrgastrechte entwickelt, damit der Buspassagier in Problemfällen Hilfe bekommt.

Fahrgastrechte

Europaweit gelten bei Fernbusreisen die EU-Fahrgastrechte (VO Nr. 181/2011), wenn die Strecke mindestens 250 km beträgt, es sich um einen Linienverkehrsdienst handelt und der Ankunfts- oder Abfahrtsort innerhalb der EU liegt. Bei Fahrten unter 250 km sind die Rechte eingeschränkt.

Hilfe bei Verspätung und Annullierung (Fahrten ab 250 km Länge)

Verzögert sich die Abfahrt des Busses um mehr als 2 Stunden oder wird die Fahrt annulliert, kann der Kunde wählen, ob er die Fahrt zeitnah mit einer Alternativbeförderung unter vergleichbaren Bedingungen antritt oder die Fahrt absagt und Erstattung des
Tickets verlangt. Bietet das Busunternehmen die Wahl zwischen beiden Möglichkeiten nicht an, hat der Fahrgast zusätzlich einen Entschädigungsanspruch in Höhe von 50% des Fahrpreises.

Ab 90 Minuten Verspätung oder Annullierung ab einem Busbahnhof müssen kostenfreie Hilfeleistungen wie Imbiss und Getränke angeboten werden, soweit diese Leistungen im Bus- oder Busbahnhof verfügbar sind bzw. beschafft werden können und die geplante Fahrtzeit über 3 Stunden sein soll. Falls erforderlich muss auch eine Übernachtung angeboten werden (max. 80 €/Person und Nacht). Eine Hotelunterkunft muss jedoch nicht gestellt werden, wenn das Busunternehmen darlegen kann, dass die Verspätung auf widrige Wetterbedingungen oder Naturkatastrophen zurückzuführen ist. Über die Fahrgastrechte muss an Busbahnhöfen informiert bzw. müssen die Infos im Internet bereitgestellt werden.

Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität

Personen mit einer Behinderung oder die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, muss zum Beispiel Unterstützung beim Ein- und Aussteigen und auch beim Ein- und Ausladen des Gepäcks angeboten werden. Bei Bedarf ist eine kostenlose Beförderung einer Begleitperson anzubieten.

Pauschalreise

Bucht ein Urlauber bei einem Reiseveranstalter eine Busfahrt zum Urlaubsziel inkl. Hotelunterkunft, handelt es sich um einen Reisevertrag. Es gelten die gesetzlichen Be-stimmungen des Pauschalreiserechts. Kommt es auf der Reise zu Mängeln, können sich Gewährleistungsansprüche (z.B. Preisminderung, Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreude u.a.) ergeben. Das Pauschalreiserecht findet jedoch keine Anwendung für Busreisen, die weniger als 24 Stunden dauern, keine Übernachtung beinhalten und deren Wert unter 500 € liegt (z.B. Kaffeefahrten).

Weitere Informationen

soep-online.de

www.evz.de/fileadmin/user_upload/eu-verbraucher/PDF/Broschueren/Mit_dem_Bus_durch_Europa.pdf

www.eba.bund.de/DE/Themen/Fahrgastrechte/Bus/bus_node.html

Stand: 14.06.2019 07:42 Uhr

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