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Service: Corona-Warn-Apps

mit Dennis Horn, Digitalexperte

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Service: Corona-Warn-Apps | Video verfügbar bis 13.04.2022 | Bild: WDR

Die Corona-Warn-App bekommt eine neue Funktion. Künftig kann damit in Gaststätten oder bei Veranstaltungen via QR-Code eingecheckt werden. Das soll die Nachverfolgbarkeit im Falle einer Infektion erleichtern.

Update Corona-Warn-App

Mit dem neusten Update, das voraussichtlich am 16. April zur Verfügung stehen wird, soll es eine Eventregistrierung geben. Das heißt: Nutzerinnen und Nutzer der App sollen künftig beim Betreten von Restaurants, Museen, Sportstätten oder beim Besuch von Konzert-veranstaltungen mittels QR-Code einchecken können.

Wird ein Gast später positiv auf Covid-19 getestet, kann er das Ergebnis an den Server des Robert Koch-Instituts (RKI) übertragen. Andere Gäste erhalten dann automatisch einen Hinweis von der Corona-Warn-App. Eine vergleichbare Funktion gibt es bereits bei anderen Apps, wie beispielsweise der Luca-App.

In der neuen Version der Corona-Warn-App soll es auch möglich sein, die Ergebnisse von Schnelltests abzuspeichern. Immer häufiger werden Schnelltests gefordert, um Zugang zu Einkaufszentren, Fitness-Klubs, Friseur-Salons oder anderen Einrichtungen zu bekommen. Wer künftig einen Schnelltest beim Arzt oder in der Apotheke macht, erhält einen QR-Code, der mit der Corona-Warn-App gescannt und abgespeichert wird. Auf diese Weise lässt sich auch der Zeitpunkt des Tests belegen.

Andere Apps

Eine zuverlässige Kontaktnachverfolgung ist ein wichtiger Baustein, um Übertragungsketten zu durchbrechen und das Coronavirus einzudämmen. Papierlisten, wie sie im vergangenen Jahr ausgefüllt wurden, zum Beispiel in Cafés oder beim Friseur, sind nicht nur umständlich und fehleranfällig, sondern auch ein Datenschutz-Alptraum. Tracing-Apps wie "Herein", "Darf ich rein", "Vida" oder die "Luca"-App gehen das Problem lösungsorientiert an.

Sie funktionieren alle ganz ähnlich und erleichtern die vorgeschriebene Dokumentationspflicht enorm. Beim Betreten wird der QR-Code auf dem Smartphone vorgezeigt, der Betreiber scannt den Code und bekommt damit alle Angaben, die er braucht.
Die Daten werden verschlüsselt gespeichert und sind sicherer als die Liste auf Papier. Im Falle einer Infektion kann das Gesundheitsamt die Daten bei Bedarf auslesen und alle Betroffenen darüber informieren.

Besserer Datenschutz

Tracing-Apps wie Luca und Co setzen allerdings eine Registrierung voraus. Das geht nicht ohne die Angabe von persönlichen Daten wie Name, Telefonnummer und E-mail-Adresse. Diese Daten werden im Falle einer Neuinfektion gesammelt und an das Gesundheitsamt übermittelt, welches die Kontaktnachverfolgung übernehmen soll.

Mit der Corona-Warn-App 2.0 ist das anders: Hier müssen weder Name noch Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angegeben werden. Die Informationen über den Restaurant- oder Konzertbesuch werden automatisch verschlüsselt im Kontakttagebuch der App auf dem Smartphone gespeichert. Im Falle einer Infektion werden alle Gäste über die App gewarnt, so wie das bislang schon bei einer Risiko-Begegnung der Fall war. Es erfolgt keine Meldung der Daten an Dritte, auch nicht an die Gesundheitsämter.

Besuch nur mit QR-Code

Um eine zuverlässige Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten, müssen Besucher mit der App einen QR-Code scannen. Damit künftig beim Betreten von Gastronomiebetrieben, Museen oder Sportstätten nicht mehrere QR-Codes gescannt werden müssen, sollen die unterschiedlichen Apps ein und denselben Code erkennen können. Der QR-Code der Corona-Warn-App wird daher so bereitgestellt, dass andere Apps wie zum Beispiel Luca diesen in ihren eigenen QR-Code integrieren können und somit ein Check-in beider Anwendungen mit einem Code möglich ist.

Hilfen zur Nachverfolgung

Die Medizinische Hochschule Hannover arbeitet mit dem Forschungsprojekt “Kadoin” (Kartenbasierte Dokumentation von Indexpatienten) an einer interessanten Lösung, die eine digitale Nachverfolgung von Corona-Kontakten ermöglichen soll. Das könnte den Gesundheitsämtern die Arbeit erleichtern. Der Ansatz: Betroffene könnten ihre Google Maps Timeline verwenden, um sich selbst besser zu erinnern, wo sie wann in den letzten 14 Tagen gewesen sind. Das macht es einfacher, Kontakte zu identifizieren.

Weitere Informationen

• offizielle Website der Corona-Warn-App der Bundesregierung
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-warn-app

alle wichtigen Informationen zur Entwicklungsarbeit an der Corona-Warn-App
https://www.coronawarn.app/de/blog/

Tagesschau: Anonym einchecken per QR-Code
https://www.tagesschau.de/inland/corona-warn-app-check-in-101.html

WDR Digitalistan: Update der Corona Warn App: Check-In und Schnelltests inklusive
https://blog.wdr.de/digitalistan/update-der-corona-warn-app-check-in-und-schnelltests-inklusive/

Tagesschau: Mit "Luca" aus dem Lockdown?
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/hintergrund/luca-app-hintergrund-101.html

Stand: 13.04.2021 07:17 Uhr