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Service: Coronavirus: Tipps vom Hausarzt

mit Dr. Oliver Funken, Facharzt für Allgemeinmedizin

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Service: Corona-Tipps vom Hausarzt | Video verfügbar bis 02.03.2021 | Bild: dpa/Center for Disease Control

Grippeviren und einfache Erkältungen greifen gerade um sich. Wer sich krank fühlt, sollte sich – zunächst telefonisch – an den Hausarzt oder die Hausärztin wenden. Sie können beurteilen, ob ein Test auf das neue Coronavirus nötig ist. Denn nicht jede Fieberattacke ist auch das neue Coronavirus.

Doch nachdem neue Krankheitsfälle in Deutschland aufgetreten sind, sollte bedacht werden, wo sich Patienten oder Familienmitglieder in der Zeit vor Auftreten der Symptome aufgehalten haben.

Wie bricht die Krankheit aus?

Wie andere Erreger von Atemwegserkrankungen kann sich eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu Krankheitszeichen mit Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen oder Fieber äußern. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus mit schwererem Verlauf einhergehen und zu Atemproblemen oder Lungenentzündungen führen.

Todesfälle

Todesfälle traten bisher vor allem bei älteren oder bereits zuvor chronisch erkrankten Patienten auf. In Deutschland laut Robert-Koch-Institut RKI gab es bisher keine. Das RKI verweist in diesem Zusammenhang auf die Hintergrundinformationen zur Schätzung der Sterblichkeit auf das Science Media Center. Eine aktuelle Übersicht über weltweite bestätigte Corona-Fälle und Todesfälle bietet die John-Hopkins-University in Baltimore, USA.

John-Hopkins-University: Daten zum Coronavirus

Test

Ohne einen Test im Labor lässt sich eine Infektion mit dem neuen Virus nicht sicher diagnostizieren. Die Inkubationszeit der neuen Coronaviren liegt zwischen zwei und 14 Tagen. Die derzeit verfügbaren Tests weisen Erbgutstücke des Coronavirus in Abstrichen oder Spülungen der Atemwege nach.

Bei symptomfreien Verdachtsfällen kann es sein, dass die Zahl der Viren noch zu gering für diesen Nachweis ist. Diese Personen müssen isoliert oder unter häuslicher Quarantäne bleiben, bis die Inkubationszeit von zwei Wochen vorüber und keine Erkrankung aufgetreten ist.

FAQ beim Robert-Koch-Institut

Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus hat das Robert-Koch-Institut RKI zusammengestellt, darunter auch folgende Informationen:

• Robert-Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2
www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

Wie lange dauert die Erkrankung?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten.

Was sollten Personen beachten, die glauben erkrankt zu sein?

Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich – auch wenn sie keine Krankheitszeichen haben – an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden.

Wer sich in einem vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet aufhält oder aufgehalten hat, sollte – auch ohne Krankheitsanzeichen – unnötige Kontakte mit anderen Menschen vermeiden. Beim Auftreten von Krankheitszeichen der Atemwege sollten Betroffene nur nach telefonischer Anmeldung Hausärzt*innen aufsuchen.

Wie kann ich mich schützen?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt häufiges und ausreichend langes Händewaschen als erste Schutzmaßnahme. Abstand zu andern halten macht Viren ebenfalls schwer, neue Wirte zu finden. Ist jemand infiziert, verteilen sich mit jedem Atemzug Viruspartikel in der Umgebungsluft.

Husten- und Niesetikette sowie Händehygiene

Beim Husten oder Niesen sollte möglichst kein Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden. Um keine Krankheitserreger weiterzuverbreiten und andere vor Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte die Regeln der sogenannten Husten-Etikette beachten, die auch beim Niesen gilt:

  • Mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen halten und sich wegdrehen.
  • Am besten in ein Einwegtaschentuch niesen und gleich entsorgen, am besten in einem Mülleimer mit Deckel. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte es anschließend bei 60°C waschen.
  • Ist kein Taschentuch griffbereit, sollte die Armbeuge vor Mund und Nase gehalten und sich dabei von anderen Personen abgewandt werden.
  • Grundsätzlich sollte man nach Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen. Auch diejenigen, die nicht erkältet sind. So kann verhindert werden, dass Erreger über Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen. Händewaschen unterbricht diesen Übertragungsweg. Steht unterwegs keine Waschmöglichkeit zur Verfügung, sollte vermeiden werden, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder Speisen mit der Hand zu essen.
  • Die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, die Hände mindestens 20 Sekunden lang zu waschen. Die Wassertemperatur spielt dabei keine Rolle.

Weitere Informationen

• Kostenfreie Telefonnummer der Unabhängigen Patientenberatung
0800 – 911 7722 (Mo-Fr 8:00 bis 22:00 Uhr, Sa 8:00 bis 18:00 Uhr)

• Robert-Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

• Bundesministerium für Gesundheit: Aktuelle Informationen zum Coronavirus
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html?fbclid=IwAR3QQdrHuQ6TB7IR_Jo9Cgp9G6f_VrCuCpsXIXiKIN2IbRJvD-RisVwQFT4

• Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung: Informationen zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

• WDR Quarks: Coronavirus: Das wissen wir – und das nicht (27.2.2020)
https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/corona-virus-das-wissen-wir/

• Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung: FAQ zum Händewaschen
https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen.html#c6361

Stand: 14.04.2020 21:41 Uhr

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