SENDETERMIN Mi., 06.01.21 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Dehnen für die Gesundheit

mit Prof. Stephan Geisler, Sportwissenschaftler

PlayStephan Geisler, Sportwissenschaftler, Jens Eberl
Service: Dehnen für die Gesundheit  | Video verfügbar bis 06.01.2022 | Bild: WDR

Wer mit den Händen seine Zehen erreicht, hat möglicherweise ein geringeres Risiko für einen Herzinfarkt: Die Flexibilität des Rumpfes könnte direkt mit der Flexibilität und Gesundheit der Arterien zusammenhängen. In Zukunft könnte das sogar als Testgröße dienen, nach der sich das Infarktrisiko berechnen lässt, haben japanische Forscher herausgefunden.

Aktuelle Studienergebnisse

Wissenschaftler der Waseda Universität in Saitama, Japan untersuchten in einer Studie über 500 Erwachsene und maßen deren Dehnbarkeit mit einem einfachen Test: Die Versuchspersonen mussten sich mit gestreckten Beinen auf den Boden setzen und mit den Händen versuchen, ihre Zehen zu erreichen. Dabei zeigte sich: Je weiter die Probanden nach vorne reichen konnten, desto dehnbarer waren auch ihre Arterien.
Die Versuchspersonen waren zwischen 20 und 83 Jahre alt. Während bei jüngeren Personen der Zusammenhang zwischen Arteriensteifheit und Dehnbarkeit weniger ausgeprägt war, nahm er mit dem Alter immer mehr zu. Dieser Zusammenhang lässt sich möglicherweise nutzen: So könnten Dehnungsübungen als Gesundheitsvorsorge betrieben werden.

Ob es sich hierbei nur um wechselseitige Beziehungen handelt, die keinen kausalen Zusammenhang haben, wird wohl in den nächsten Jahren geklärt werden müssen. Allerdings zeigt eine Vergleichsuntersuchung der japanischen Wissenschaftler Kato und Kollegen, dass Dehnung tatsächlich die arterielle Steifigkeit verbessert und dadurch die Gesundheit unseres Herz-Kreislauf-Systems verbessert. Die Versuchspersonen trainierten allerdings 3-7mal wöchentlich, jeweils ca. 30 Minuten im Schnitt. Die Dehnung wurde zumeist aktiv durchgeführt, das bedeutet, dass zum Beispiel zum Dehnen der Brustmuskulatur einfach die Arme nach hinten gezogen und dies ca. 30 Sekunden gehalten wurde.

Selbst Sportmuffel könnten so ihr Herzinfarktrisiko senken, denn eine gute körperliche Verfassung senkt das Risiko zusätzlich. Der Dehneffekt wirke aber auch unabhängig davon, schreiben die Forscher und empfehlen Yoga, Pilates und andere dehnungsfreudige Sportarten.

Risiko Herzinfarkt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland Todesursache Nummer 1. Etwa 20 Prozent aller Erwachsenen leiden unter Bluthochdruck. Über drei Millionen Menschen in Deutschland leiden unter "Arterienverkalkung" oder Atherosklerose. Das kann bei einigen Menschen dazu führen, dass sich Blutgefäße verschließen. Die Folgen sind Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Weitere Informationen

• NDR Dehnübungen
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Dehnuebungen,dehnuebungen102.html

• ARD: Dehnung des Brustmuskels
https://www.ardmediathek.de/ndr/video/die-bewegungs-docs/dehnung-des-brustmuskels/

Stand: 06.01.2021 08:41 Uhr

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