SENDETERMIN Di, 27.11.18 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Depressionen

mit Dr. Maria Strauß, Poliklinik für Psychologie und Psychiatrie Leipzig

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Service: Depressionen - die unterschätzte Krankheit | Video verfügbar bis 27.11.2019 | Bild: WDR

Depression ist eine der häufigsten Krankheiten. Schätzungsweise mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden daran. Nach der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) wird bei der Depression in leichte, mittelgradige oder schwere depressive Episoden unterschieden. Studien gehen davon aus, dass nur bei der Hälfte der Betroffenen die Störung erkannt wird – ein noch geringerer Anteil wird adäquat behandelt. Etwa zehn Prozent der Patienten, die wegen einer schweren depressiven Episode stationär behandelt werden, nehmen sich im weiteren Verlauf der Erkrankung das Leben.

Wie erkenne ich eine Depression?

Jeder Mensch fühlt sich ab und zu traurig, einsam oder niedergeschlagen. Stimmungstiefs gehören zu unserem Leben – wo Licht ist, ist auch Schatten. Was aber, wenn die Schatten größer werden und wir

  • grundlos traurig, niedergeschlagen, verzweifelt sind
  • die Freude und das Interesse an beinahe allen Dingen verlieren
  • keinen Antrieb mehr haben und schnell ermüdet sind
  • unser Selbstvertrauen ganz und gar verlieren
  • uns schuldig fühlen
  • nicht mehr schlafen können
  • uns bleimüde und schwer fühlen
  • uns nicht mehr konzentrieren können
  • ängstlich und nervös sind
  • keinen Appetit mehr haben
  • Beschwerden wie Magenprobleme, Kopf-, Rücken- oder andere Schmerzen haben
  • sexuell weniger interessiert sind
  • uns für alles zuerst überwinden müssen?

Mindestens zwei der ersten drei Symptome (Hauptsymptome) und mindestens drei oder mehr der anderen Symptome (Zusatzsymptome) gleichzeitig weisen auf eine depressive Erkrankung hin, sofern sie über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen andauern. Es können auch eine Vielzahl anderer Beschwerden hinzukommen. Eine Depression unterscheidet sich deutlich von einem Stimmungstief. Wer unter einer Depression leidet, hat große Probleme, gegenüber den Anforderungen des Alltags zu bestehen und soziale Kontakte zu pflegen. Nicht selten ist teilweise oder gänzliche Arbeitsunfähigkeit die Folge.

Was löst eine Depression aus?

Eine Depression entwickelt sich meistens aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren. Auslöser können unter anderem anhaltender negativer Stress, belastende Lebenssituationen, traumatische Kindheitserlebnisse, Mobbing, Arbeitslosigkeit, der Tod eines geliebten Menschen, Alkohol- und Drogensucht sein. Aber auch ohne äußere negative Lebensumstände kann man an Depression erkranken. Dabei kann eine erbliche Komponente bei der Erstehung der Krankheit eine Rolle spielen. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer, was auch damit zusammenhängt, dass Frauen sich psychisches Leid häufiger eingestehen können. Dies führt dazu, dass eine Depression bei ihnen auch eher erkannt wird. Männer neigen dazu, depressive Verstimmungen zu verleugnen und sie oft bis zum völligen Zusammenbruch mit verstärkter beruflicher Aktivität oder mit Alkohol zu bekämpfen.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist eine ambulante Therapie bei einem/einer niedergelassenen Psychiater/in, Psychologischen Psychotherapeuten/Psychotherapeutin oder in einer Psychiatrischen Ambulanz möglich. Bei schweren Depressionen und/oder Selbstmordgedanken ist eine stationäre Aufnahme zur Behandlung in einer Psychiatrischen Klinik notwendig. Darüber entscheidet der/die behandelnde Arzt/Ärztin in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung. Die Überweisung erfolgt in der Regel durch den Hausarzt.

Weitere Informationen

Deutschlandweites Info-Telefon Depression

0800 33 44 5 33 (kostenfrei)

Deutsches Bündnis gegen Depressionen

Konkrete Hilfe vor Ort in über 80 Städten und Regionen

www.deutsche-depressionshilfe.de

Literatur:

• Ratgeber der Stiftung Warentest:

"Depressionen überwinden - Hilfe für Betroffene und Angehörige"

Preis: 19,90 €

Stand: 27.11.2018 17:14 Uhr

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