SENDETERMIN Do, 14.11.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Diabetes

mit Julia Szendrödi, Deutsches Diabetes-Zentrum DDZ

PlayBlutzuckertest
Service: Diabetes | Video verfügbar bis 14.11.2020 | Bild: WDR

Laut Diabetes-Atlas der International Diabetes Federation sind in Deutschland mehr als sieben Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt, darunter mehr als 32.500 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren sowie vier Millionen Patienten über 65 Jahren. Kennzeichen dieser chronischen Stoffwechselstörung ist ein zu hoher Blutzucker (Blutglukose), da zu wenig Insulin zur Verfügung steht oder Insulin zu wenig wirkt.

Bei geringer Insulinwirkung (Insulinresistenz) versucht die Bauchspeicheldrüse, dies auszugleichen und produziert vermehrt Insulin. Auf Dauer überschreitet sie damit ihre Leistungsfähigkeit. Je nach Typ ist Diabetes eine Krankheit, die auf leisen Sohlen kommt oder rasch zu schweren Symptomen bis hin zur Bewußtlosigkeit führt.

Oft wird die sogenannte Zuckerkrankheit jahrelang aber nicht entdeckt und erst der Zufall bringt den Befund.

Verschiedene Typen von Diabetes

Grundsätzlich wird zwischen den häufigsten Formen Diabetes Typ 1 und 2 unterschieden. Dazu kommt der seltener auftretende Typ 3 Diabetes, der durch Genveränderungen, Erkrankungen von Hormondrüsen oder der Bauchspeicheldrüse verursacht wird und der Typ 4 Diabetes, der in der Schwangerschaft auftritt.

Mehr als 90 % aller Betroffenen leiden an Typ-2-Diabetes. Meist sind es ältere Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit, Bluthochdruck, zu hohen Blutfettwerten sowie hohen Harnsäurewerten. Sehr aktuell wird eine weitere Untergliederung des Typ-2 Diabetes in Gruppen mit unterschiedlicher Prognose hinsichtlich der Entwicklung von Folgeerkrankungen diskutiert. Diese soll helfen, Patienten frühzeitig zu erkennen, die besondere Vorsorgemaßnahmen benötigen. Ein ständig wachsender Anteil der Bevölkerung leidet unter Diabetes Typ 2.

Es sind Krankheitserscheinungen, die Menschen dem Wohlstand, zuviel Essen und Trinken sowie Bewegungsmangel zu verdanken haben. Deshalb steht neben körperlicher Bewegung auch die Ernährung zur Vorbeugung im Vordergrund.

Typ-1-Diabetes

Der Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmun-Erkrankung, bei der der Körper kein Insulin mehr produziert, mit der Folge, dass die in der Nahrung enthaltenen Brennstoffe nicht mehr ausreichend in die Körperzellen geschleust und verstoffwechselt werden können.

Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen daher ein Leben lang mehrfach am Tag Insulin spritzen und die Insulindosis immer wieder anpassen, um die Blutglukose möglichst stabil einzustellen. So können schwerwiegende Folgeerkrankungen an Gefäßen und Nerven häufig vermieden werden. Typ-1-Diabetes macht sich vor allem durch übermäßigen Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Leistungsminderung und Abwehrschwäche (Immunsuppression) bemerkbar.

Typ-2-Diabetes

Ein Typ-2-Diabetes ist oft lange Zeit ohne Symptome, kann jedoch ähnliche Symtome wie bei der Manifestation eines Typ-1-Diabetes verursachen, setzen dann aber langsam ein und werden deshalb nicht erkannt. Bei ungefähr 75 Prozent aller Menschen mit Diabetes wird die Diagnose im Rahmen anderer Untersuchungen gestellt. Dabei haben sich häufig schon vermeidbare Folgeschäden entwickelt bzw. Beschwerden auf Grund von Folgeschäden.

Eine Untersuchung sollte durchgeführt werden bei:


  • Übergewicht/Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung
  • Sehstörungen
  • Nerven-/Empfindungsstörungen. z.B. Kribbeln an den Fußsohlen
  • übermäßigem Durst, häufigem Wasserlassen
  • Infektionsneigung (Pilzinfektionen, Furunkel) und Wundheilungsstörungen

Tipps zur Vorbeugung

Durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil kann das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes gesenkt werden. Ernährungsweise, Bewegungsverhalten und der Umgang mit Stress spielen sehr oft eine entscheidende Rolle, ob man erkrankt oder nicht. Selbst bei einem Typ-2-Diabetes in einem frühen Stadium kann durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten die Erkrankung erfolgreich zurückgedrängt werden.

Bauen Sie Übergewicht ab

Übergewicht zählt zu den relevantesten Risikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Vor allem ein großer Bauchumfang ist gefährlich. Insbesondere die Fettleber spielt bei der Entstehung und im Verlauf eines Typ-2-Diabetes eine wichtige Rolle. Reduzieren Sie daher ihr Gewicht!

Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten


Schauen Sie, dass Sie sich im Alltag so oft wie möglich bewegen. Das fängt bei so einfachen Dingen an wie Treppensteigen (anstatt Aufzug zu nehmen). Fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit oder steigen Sie eine Haltestelle früher aus und laufen den restlichen Weg. Kraftsport sowie Ausdauersportarten (z.B. Joggen, (Nordic) Walking, Radfahren, Schwimmen) gelten als besonders effektiv.

Achten Sie auf Ihre Ernährung

Essen Sie vielseitig und nicht so energiedicht (Fett und Alkohol sind vor allem hohe Energieträger). Sparen Sie an Salz und Zucker. Pflanzliche Kost soll laut Studien vorbeugend gegen Typ-2-Diabetes wirken. Insbesondere Ballaststoffe helfen gegen einen gestörten Zucker- und Fettstoffwechsel und verbessern die Wirkung des Insulins. 15 g Gramm Ballaststoffe pro Tag werden empfohlen. Zu Ihrer Ernährung sollten reichlich Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte gehören. Auch Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Linsen) erhöhen die Ballaststoffbilanz.

Meiden Sie versteckte Fette

Gerade in Wurst steckt eine große Menge Fett. Konzentrieren Sie sich auf eine pflanzliche Ernährungsweise, bei der Fleisch und Wurst nicht täglich auf den Tisch kommen. Auch viele Käsesorten tragen viel Fett in sich und bedeuten eine hohe Energie-Belastung. Wählen Sie bei Fleisch- und Wurstwaren sowie bei Käse die fettärmeren Varianten. Fisch (z.B. Lachs, Thunfisch, Makrele) ist aufgrund seiner Eiweiß- und Fettzusammensetzung für eine ausgewogene Ernährung sehr zu empfehlen.

Verzichten Sie auf Softdrinks

Limonade, Cola und Fruchtsäfte sind flüssige Zuckerberge und treiben Blutzucker- und Insulinspiegel in die Höhe, was nicht nur zu Übergewicht und Fettleibigkeit wesentlich beiträgt, sondern auch eine Insulin-Resistenz fördert und dadurch zu Diabetes führen kann.

Übrigens: Die süßstoffhaltigen Light-Versionen von Cola, Limo und Co. sind auch keine Alternativen, denn auch sie erhöhen dieses Risiko. Trinken Sie stattdessen täglich mindestens 1,5 Liter Wasser.

Weitere Informationen

Diabetesinformationsdienst
https://diabetesinformationsdienst.de/

Deutsche Diabetes-Studie
https://deutsche-diabetes-studie.de/

Deutsche Diabetes Gesellschaft
https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien/patienten-leitlinien.html

Deutsche Diabetes Hilfe
https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes

Deutsche Diabetes Stiftung - 11 Tipps zur Prävention
https://www.diabetesstiftung.de/11-tipps-zur-praevention

Testen Sie Ihr persönliches Diabetes-Risiko
http://www.dife.de/diabetes-risiko-test/

Stand: 14.11.2019 07:30 Uhr

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