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Service: E-Zigarette

mit Prof. Wolfram Windisch, Lungenfacharzt

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Service: E-Zigaretten | Video verfügbar bis 27.11.2020 | Bild: WDR

E-Zigaretten gelten als "gesündere" oder vergleichsweise harmlose Alternative zu klassischen Zigaretten. Allerdings gibt es zum sogenannten Dampfen bislang erst wenige Studien und keine Langzeitbeobachtungen. Diese Studien zeigen lediglich, dass beim Dampfen weniger schädliche Substanzen inhaliert werden als beim Konsum von Tabakzigaretten. Unschädlich für die Gesundheit ist Dampfen aber nicht.

E-Zigaretten

In einer E-Zigarette wird eine Flüssigkeit (Liquid) elektrisch erhitzt und dadurch verdampft. Die Geräte bestehen aus einem Akku, einem elektrischen Heizelement und einem Behälter für das Liquid. Es entsteht also ein Dampf mit kleinsten flüssigen Tröpfchen, welcher inhaliert wird, aber kein Rauch mit festen Kleinstpartikeln, wie er durch Verbrennung beim klassischen Rauchen entsteht.

Im Vergleich zum Tabakrauch (mehr als 5300 unterschiedliche Substanzen und 90 davon krebserregend) enthält der Dampf einer E-Zigarette deutlich weniger Schadstoffe. Allerdings entstehen bei Erhitzen der Liquids auch entzündungsfördernde, reizende, schädigende und sogar krebserregende Substanzen, insbesondere Acrolein, Acetaldehyd, Formaldehyd, reaktive Sauerstoffverbindungen und Metalle.

Welche Folgen eine langfristige Nutzung hat, ist bislang unklar, denn mit dem Dampf werden feinste Partikel bis tief in die Lunge befördert. Mögliche Spätfolgen wie Krebs, COPD oder Herzinfarkt, wie sie typischerweise durch das Tabakrauchen gefördert werden, sind daher nicht auszuschließen.
Das Bundesinstitut für Risikoforschung und das Deutsche Krebszentrum warnen deshalb davor, das Gefahrenpotenzial von E-Zigaretten zu unterschätzen. Liquids

Die Liquids

Die Basis des Liquids besteht aus Propylenglykol (einem Stoff, der auch als Disco- oder Theaternebel eingesetzt wird) und Glycerin. Die Geschmacksrichtungen der zugesetzten Aromastoffe sind vielfältig und reichen vom klassischen Tabak über Erdbeere bis hin zum Geschmack von Gummibärchen. Zudem existieren Liquids mit und ohne Nikotin in unterschiedlicher Dosierung.

Zuletzt haben Pressemeldungen über Patienten in den USA mit akutem und schwerem Lungenversagen zu Irritationen geführt. Ursächlich war am ehesten ein Vitamin-E-haltiges Öl, welches häufig THC-haltigen Liquids zugegeben wird. Solche Liquids und jegliche Anwendung außerhalb der Herstellervorgaben müssen daher unbedingt vermieden werden.

Nikotinabhängigkeit

Wie bei herkömmlichen Zigaretten auch können die nikotinhaltigen Liquids eine körperliche und psychische Abhängigkeit verursachen oder aufrechterhalten. Zudem erlaubt der Inhalationsvorgang selbst keine Abkehr von den erlernten Verhaltensmustern des Tabakrauchens.

Krebserregende Substanzen in Liquids

Beim Erhitzen der Liquids entstehen zudem die Substanzen Acetaldehyd und Formaldehyd. Diese Substanzen reizen die Haut- und Schleimhäute, schädigen die Atemwege und gelten als krebserregend. Die beim Dampfen aufgenommene Menge ist vor allem vom Nutzungsverhalten, aber auch von technischen Unterschieden, z.B. der Erhitzungs-Temperatur, abhängig.

E-Zigaretten in der Tabakentwöhnung

Die meisten Raucher möchten früher oder später aufhören. Viele schaffen es aber nicht oder erst deutlich später als gewünscht. Studien zeigen, dass strukturierte Entwöhnungsprogramme helfen können, auch langfristig aufzuhören.

Neben Informationsveranstaltungen kommen auch medikamentöse Hilfen in Betracht. Hier stehen neben dem klassischen Nikotin-Ersatz auch Substanzen zur Verfügung, die das Suchtverlangen reduzieren.

Studien zeigen, dass E-Zigaretten zwar helfen können, das Tabakrauchen einzustellen; die Nikotinsucht bleibt aber oft bestehen. Vor dem Gebrauch einer E-Zigarette sollte man also eher auf die klassischen Entwöhnungsmethoden zurückgreifen.

Weitere Links

https://www.atemwegsliga.de/nichtrauchen.html

https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Informationen_zur_Tabakontrolle.html

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/076-006l_S3_Tabak_2015-02-abgelaufen.pdf

Stand: 14.02.2020 15:07 Uhr

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