SENDETERMIN Mi, 06.02.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Erfolgreich zum Traumjob

mit Michael Vetter, Bewerbungsexperte

PlayStellenangebote, Agentur für Arbeit
Service: Erfolgreich zum Traumjob | Video verfügbar bis 06.02.2020 | Bild: dpa

Die Veränderungen des digitalen Zeitalters ziehen sich quer durch alle Bereiche des Lebens und stellen junge Menschen vor neue Herausforderungen bei den ersten Schritten in Richtung Berufsleben und Ausbildung. Am Anfang sollten dabei die Fragen stehen: Welcher Beruf passt zu mir? Wie finde ich den Arbeitgeber, der zu mir passt? Und wie sieht die richtige Bewerbung aus? Konventionell auf Papier oder digital auf elektronischem Weg, um erfolgreich den Traumjob zu finden.

Die fünf goldenen Regeln der besonderen Bewerbung von Michael Vetter

1. Die Vision

Der aktuelle Arbeitsmarkt ist komfortabel wie lange nicht. Es gilt - beginnend mit einer Vision - zu erkennen, was mich interessiert und wie mein künftiger Arbeitsplatz aussehen soll. Ich bestimme heute über die kommenden Jahre - über mein Wohlbefinden, meine Akzeptanz, meine Inspiration. Bevor ich mich für einen Beruf und/oder einen Arbeitgeber entscheide, lasse ich meiner Phantasie freien Lauf. Wo sehe ich mich, wenn mein Berufsweg optimal verläuft? Großkonzern, oder Familienbetrieb? Kurzer Arbeitsweg, langes Pendeln oder vielleicht sogar umziehen? Führungs- und Personalverantwortung oder nicht?

2. Die Recherche

Bevor ich mich bei einem potentiellen Arbeitgeber bewerbe, hole ich Informationen ein. Hierfür eignen sich unter anderem Verbände, Vereine und Kammern, wie die Industrie und Handelskammer IHK. Auch das Internet kann helfen, einen ersten Überblick zu bekommen. "Drum prüfe, wer sich ewig binde". Ich möchte wissen, an wen ich mich für einige Jahre binde. Deswegen beginnt vor (m)einer Bewerbung die möglichst stichhaltige Recherche. Unternehmen haben im Regelfall eine Internetseite. Dort stellt sich das Team vor. Es ist oftmals eine Unternehmenskultur beschrieben und es gibt einen Pressespiegel. Darüber hinaus präsentieren sich Unternehmen vielfach auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Xing und Co. Was spricht mich an? Was schreckt mich ab? Finde ich dort Ansprechpartner oder Veranstaltungen, wie einen "Tag der offenen Tür"? Oder Messe-Auftritte? Blaumann oder Krawatte? Innen- oder Außendienst?

3. Erst-Kontakt

Neben der vermutlich geforderten Online-Bewerbung, besuche ich meinen potentiellen Arbeitgeber auch persönlich. Ich möchte wissen, bei wem ich mich bewerbe, ob ich mich am Arbeitsplatz wohlfühlen kann, wie die Kollegen mich schon beim ersten Kontakt aufnehmen. Bin ich willkommen oder begegnen mir meine möglichen Kollegen mit Abweisung, Ignoranz oder Arroganz? Grundsätzlich gilt: Alles, was vom Arbeitgeber gefordert wird, sollte auch eingesandt werden. Danach beginnt allerdings die individuelle Herangehensweise. Der aktuelle Arbeitsmarkt bietet wenig Anlass zur Bescheidenheit. Bewarben sich vor 10 Jahren auf eine freie Stelle im Schnitt noch 50 Interessenten, freuen sich Unternehmen und auch der öffentliche Dienst heute, wenn sie überhaupt noch Bewerbungen erhalten. Die Wahrscheinlichkeit, sich persönlich vorstellen zu dürfen, ist also recht groß.

4. Die Bewerbung

Es folgt die klassische Bewerbung. Ob Online, per Post oder persönlich. Es ist ratsam, sich als Bewerber vom Wettbewerb zu unterscheiden. Ich beziehe mich auf ein „persönliches Gespräch“, auf „meinen Besuch im Haus“. Todsünde ist der Betreff: „Meine Bewerbung als...“, oder „Ihr Gesuch nach ….“. Die Bewerbung sollte persönlich adressiert sein und einen Bezug haben. Beispiel: „Betreff: Unser Telefonat vom... /mein Besuch in Ihrem Hause am…“ Möglichst im ersten Satz: „noch einmal bedanke ich mich für das freundliche Gespräch von soeben…“ Es ist für beide Seiten ratsam - sowohl für den Arbeitgeber - als auch für den Bewerber, durch einen "Probearbeitstag" oder ein kurzes Praktikum die Möglichkeit zu haben, einander kennenzulernen. Also, warum nicht direkt anbieten? So kann ich als Bewerber zeigen, was ich drauf habe und meinen Arbeitgeber im "Alltag" kennenlernen. Eine Vergütung ist möglich, aber nicht üblich. Der Arbeitgeber sollte den Eindruck gewinnen, dass ich nicht 20 Bewerbungen an unterschiedliche Firmen verschickt habe, sondern mich tatsächlich exklusiv für ihn interessiere. Meine Bewerbung basiert auf meinen Informationen, auf einem persönlichen Kontakt und meinen dadurch entstandenen Wunsch, für genau diesen Arbeitgeber arbeiten zu wollen.

5. Der Appell

Wenn ich mich für den auserwählten Arbeitgeber entschieden habe, folgt der klare Appell. Etwa: "Nach allem, was ich über Ihr Unternehmen weiß, nach meinen ersten Begegnungen mit dem künftigen Kollegium, möchte ich sehr gerne für Ihr Unternehmen tätig werden". Also: "Nehmen Sie mich! Es würde mir Freude bereiten, für Sie tätig zu sein." Wenn ich meine Recherche gewissenhaft beendet habe und mir sicher bin, dass ich in dem angestrebten Unternehmen tätig werden möchte, wenn mir die Firmenkultur und das Aufgabengebiet gefallen, wenn ich mir vorstellen kann, genau für dieses Unternehmen zu arbeiten, DANN SAGE ICH DAS AUCH!

Weitere Informationen

Kalaydo-Karrieretag

https://www.karrieretag.org

Findet über das Jahr verteilt in nahezu allen Regionen in Deutschland statt. Während des gesamten Tages erhalten Interessenten kostenlos einen Bewerbungsmappen-Check durch erfahrene Profis, Bewerbungsfotoshootings, Coachings durch erfahrene Spezialisten im Bereich Job & Karriere sowie zahlreiche Vorträge rund um die Themen Bewerbung, Job & Karriere.

Stand: 06.02.2019 06:41 Uhr

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