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Service: Essen in der Weihnachtszeit

mit Anne Fleck, Ärztin und Buchautorin

Play18.11.16: Fahrplan für Weihnachten
Service: Essen in der Weihnachtszeit | Video verfügbar bis 14.12.2019 | Bild: WDR

Die gute Nachricht vorab:  wir nehmen nicht zwischen Weihnachten und Silvester zu, sondern zwischen Silvester und Weihnachten. Deshalb ist es kein Problem, Weihnachten kulinarisch nach Tradition, Vorlieben und Verträglichkeit zu genießen, wenn man auf einige Kleinigkeiten achtet.

Doc Fleck  Ernährungstipps

Anne Fleck empfiehlt zum Beispiel beim Gänseessen, die Knödel wegzulassen. Denn Kohlehydrate sind ernährungstechnisch gesehen kritischer als Fett wegen des starken Blutzuckerreizes! Süßigkeiten sollten am besten nach der Hauptmahlzeit verzehrt werden. So werden die Mahlzeitenfrequenzen reduziert und dem Körper weniger Blutzuckerreize gegeben. Auf diese Weise verhindert jeder, ein suchtähnliches Essverhalten zu entwickeln.

Tipp: Morgens Kohlehydrate mit einem späten Frühstück "Spätstück" sparen, für den Rest des Tages ist die mediterrane Mischkost perfekt: viel gegartes Gemüse, Pilze, Eier, Fisch, Fleisch aus nachhaltigen Quellen in Maßen und auch Rohkostsalat. Allerdings sollte Rohkost am Abend vermieden werden, damit der Darm nachts ruhen kann. Am besten ist es, wenn der zwischen Abendessen und Frühstück eine Pause von ca zwölf Stunden hat.

Fett ist nicht ungesund

Nach dem neuesten Stand der Forschung sind alle Fette gesund, außer den industriell hergestellten Transfettsäuren. Das sind jene, die eigentlich in all den Dingen lauern, die frittiert sind: Pommes, Chips, Chicken-Wings auch Billigmargarinen sind nicht zu empfehlen. Eine frische Studie belegt, dass selbst die Butter nicht nur gesundheitlich neutral ist, sondern auch gesundheitlichen Nutzen hat aufgrund der in ihr enthaltenen natürlichen Transfette aus dem Wiederkäuer. Auch die gesättigten Fette aus Fleisch sind in Maßen für die Gesundheit zuträglich. Es kommt auf die Kombination an, Fett gelangt durch Eiweiß wie eine Transportrakete besser in den Körper. Beim Verzehr von Fetten kommt es auf das Verhältnis an von Omega 3 zu Omega 6 an. Omega 3 wird zu wenig verzehrt. Enthalten ist es zum Beispiel in Leinöl, allerdings nur wenn es „Omegasafe“, also ohne Licht, Hitze und Sauerstoff behandelt wurde.

Fett macht nicht fett

Die weltweit größte Ernährungsstudie (PURE Study) mit 135.000 Menschen aus 18 Ländern hat gezeigt, dass Fett nicht fett macht. Allerdings sind übermäßig verzehrte Kohlenhydrate verantwortlich für unzählige gesundheitliche Komplikationen. Als Folge entwickeln sich bei vielen Menschen äußere oder innere Fettdepots mit hoher hormoneller Aktivität, die chronische Entzündungsprozesse im Körper in Gang setzen. Solche gefährlichen inneren Fettdepots finden sich auch bei etwa 40 Prozent der vermeintlich schlanken Menschen, den sogenannten TOFIs (Thin Outside, Fat Inside).

Nach Studiendaten sieht ein TOFI, also ein dünner Dicker, in etwa so aus: schlankes Äußeres, schmale Gelenke, kaum Muskulatur, eingefallene Schultermuskeln, eingesunkene Brust und kleine Speckröllchen am Bauch.

Gleich den klassischen Adipösen haben die TOFIs ein Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Insulinsresistenz und Diabetes mellitus, Depressionen, Unfruchtbarkeit, Krebs etc. Viele der äußerlich Schlanken sind insulinresistent, d.h. an der Grenze zum Diabetes mellitus. Seit 2005 sprechen Wissenschaftler bei Demenz von Diabetes Typ 3, und inzwischen gilt auch Demenz als Folgeerkrankung einer falschen Ernährung.

Viszerales Bauchfett (in der freien Bauchhöhle eingelagert), das niedriggradige Entzündungen befeuert, entsteht durch Fehlernährung: zu häufiges, zu kohlenhydratdichtes, zuckerreiches Essen, gängige Kohlenhydratmast mit Keksen, Pudding, Eis, Bonbons, Laugenbrezel, Käsesandwich, Cheeseburger. Vor allem die Kombination aus Zucker und Stärke (helles Brot mit Fett, Wurst, Käse, Fleisch) ist besonders dickmachend. Viele Kohlenhydrate aus Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln und Alkohol sind ungünstig. Meist herrscht bei dieser Art der Ernährung ein Mangel an Gemüse, Salat, Ballaststoffen, Eiweiß und gutem Fett.

Weißmehl und Zucker vermeiden

Geeignet für eine moderne und relativ unkomplizierte Ernährung ist auch das sogenannte "Clean Eating". Dabei werden alle Mahlzeiten selbst gekocht. Auf industriell hergestellte Nahrungsmittel wird komplett verzichtet. Ebenfalls vom Speiseplan gestrichen sind Weißmehle und Zucker.

Kohlenhydrate in Form von Pasta, Reis, Kartoffeln, Dinkel oder Quinoa sind erlaubt. Wie immer lautet das Credo: in Maßen. Garen ist grundsätzlich gesünder als braten. Zum scharfen Anbraten empfiehlt sich Kokosöl.

Literatur

Anne Fleck: Schlank! für Berufstätige – Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode – Das Kochbuch für alle, die wenig Zeit haben
ISBN 978-3-95453-160-8

Anne Fleck, Schlank! – Abnehmen mit der Doc-Fleck-Methode
Verlag:Becker-Joest-Volk, ISBN-13: 9783954531400,  ISBN-10: 3954531402


Dr. med. Anne Fleck /Rezepte: SuVössing/ Fotografie: Hubertus Schüler Die 50 gesündesten 10-Minuten-Rezepte,
192 Seiten, 24,95 EUR (D), ISBN 978-3-95453-103-5


Dr. Mohsen Radjai, Uschi Müller: Bleiben Sie herzgesund
Trias Verlag 2015 , 17,99 (Euro) ISBN-10: 3830482396 


Gewicht im Griff
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Stand: 14.12.2018 07:05 Uhr

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