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Service: Fake-Shops im Internet

mit Jörg Schieb, WDR-Digital-Experte

PlayOnline-Shopping, Symbolbild
Service: Fake-Shops im Internet | Video verfügbar bis 23.11.2022 | Bild: WDR

Immer mehr Verbraucher werden Opfer von betrügerischen Online-Shops im Internet. In sogenannten Fake-Shops werden Produkte meist extrem günstig angeboten. Will man die bezahlen, geht das - aus scheinbar technischen Gründen - häufig nur per Vorkasse. Die Ware wird dann nicht geliefert, oder es werden gefälschte Produkte minderer Qualität verschickt und nicht das Produkt, was im Shop beworben wurde.

Woran Sie einen Fake-Shop erkennen

Wer sich für einen Onlineshop entscheidet, sollte checken, welches Unternehmen dahinter steckt. Dafür bietet sich ein Blick ins Impressum an: Sind Name des Anbieters, Postadresse, Handelsregistereintrag und Kontaktdaten angegeben? Reine Postfachadressen und ein Impressum ohne Angabe von Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind nach deutschem Recht zum Beispiel nicht erlaubt.

Den Betreiber der Internetseite können Sie bei Denic (.de-Endungen), oder bei ICANN (alle Endungen) überprüfen. Dort erfahren Sie in der Regel den tatsächlichen Firmensitz des Anbieters.

Aufschluss können auch Bewertungen anderer Nutzer geben. Zwar können auch Bewertungen manipuliert sein, doch wer sich in Foren, Blogs oder mittels Suchmaschinen über bestimmte Anbieter informiert, kann sich mit einer Portion gesunder Skepsis, trotzdem oft ein gutes Bild machen.

Eine weitere Orientierung geben Gütesiegel, zum Beispiel die digitalen Siegel "Trusted Shops", "TÜV SÜD s@fer-shopping", "ips" und "EHI Geprüfter Online-Shop". Auch hier sind Fälschungen möglich, aber auf den Websites der Gütesiegel lässt sich immer sicher nachvollziehen, welche Shops tatsächlich zertifiziert sind.

Acht Anzeichen, an denen Sie einen Fake-Shop erkennen

  • Es gibt kaum Kontaktmöglichkeiten zum Seitenbetreiber und die Unternehmeridentität ist unklar. Das Impressum fehlt oder ist unvollständig. Die Seiten des Shops sehen hingegen professionell aus. Im Browser fehlt in der Adresszeile das Sicherheitskürzel "https://" mit dem Vorhängeschloss.
  • Die Kundenbewertungen sind immer "sehr gut" und erwecken den Eindruck, es handele sich um einen seriösen Shop.
  • Von mehreren Bezahlmöglichkeiten bleiben während des Bestellvorganges nur die Vorauskasse, die Direktüberweisung oder der Versand per Nachnahme übrig.
  • Gütesiegel werden missbräuchlich verwendet.
  • Der Bestellbutton ist falsch beschriftet (zum Beispiel mit "einkaufen" oder "weiter").
  • Am Ende des Bestellprozesses erhält der Kunde in der Regel keine oder eine ungenügende Bestellbestätigung.

Auf Vorkasse verzichten!

Wer im Voraus bezahlt, wird immer Schwierigkeiten haben, das Geld zurückzubekommen, wenn ein Onlinehändler die versprochene Ware nicht liefert.

• Die sicherste Variante ist die Bestellung auf Rechnung. Hier kann man die Ware erst unter die Lupe nehmen, bevor man die Rechnung begleicht.

• Vorteil beim Bezahlen per Bankeinzug oder Kreditkarte: Sollte man die Ware nicht bekommen, kann man das Geld in vielen Fällen über die Bank zurückbuchen lassen.

• Eine weitere Möglichkeit sind Bezahldienstleister wie zum Beispiel PayPal. Einmal angemeldet, versprechen diese Dienste bequemes Bezahlen über Benutzername und Passwort. Bezahldienstleister bieten außerdem oft einen Käuferschutz an, der im Falle eines Betrugs in Kraft tritt. Aber auch hier gibt es Beschwerden, dass PayPal nicht in allen Fällen für den Schaden aufkommt. Trotzdem ist das besser als gar kein Schutz.

Fake-Shops bei Amazon, Kleinanzeigenportalen etc.

Betrüger nutzen auch die Popularität und Seriösität des Onlineversenders Amazon, um dort eigene Angebote zu platzieren. Kunden bestellen die vermeintlichen Schnäppchen und überweisen die geforderte Summe an die Cyberkriminellen - ohne dass bestellte Produkt je zu erhalten. Achten Sie daher sehr genau darauf, ob Sie bei Amazon direkt bestellen, oder bei einem angeschlossen Händler!

Immer häufiger nehmen die Kriminellen auch über Kleinanzeigenportale wie zum Beispiel ebay-kleinanzeigen.de, Kontakt mit potenziellen Käufern auf. Auch auf Instagram ist Vorsicht geboten.

Grundsätzlich gilt: Ist der Preis für das angebotene Produkt zu niedrig, kann in der Regel mit dem Angebot etwas nicht stimmen! Seien Sie daher bei unschlagbar günstigen Preisen immer skeptisch!

Weitere Informationen

• Wie Betrüger mit Fake-Shops Kasse machen
https://www.daserste.de/information/ratgeber-service/vorsicht-verbraucherfalle/sendung/falsche-online-shops-100.html

• Immer mehr Fake-Shops auf Instagram
https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/instagram-shop-betrug-101.html

• Abzocke online: Wie erkenne ich Fake-Shops im Internet?
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/abzocke-online-wie-erkenne-ich-fakeshops-im-internet-13166

• Fakeshops auf Amazon – Seller und Käufer aufgepasst!
https://www.polizei-praevention.de/aktuelles/fakeshops-auf-amazon-seller-und-kaeufer-aufgepasst.html

Stand: 23.11.2021 07:18 Uhr

Sendetermin

Di., 23.11.21 | 05:30 Uhr
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