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Service: Fitness-Apps und -Tracker

mit Jörg Schieb, WDR Digitalexperte, und Lars Donath, Deutsche Sporthochschule Köln

PlayService: Fitness-Apps und -Tracker
Service: Fitness-Apps und -Tracker | Video verfügbar bis 01.10.2021 | Bild: WDR

Fitness-Apps fürs Smartphone und digitale Messgeräte wie Armbänder oder Uhren liegen im Trend. Sie erfassen körperliche Bewegung und sportliche Aktivität, berechnen Kalorienverbrauch. Darüber hinaus messen sie so genannte Vitalparameter, also etwa Atem- und Pulsfrequenz oder Blutdruck, die einen sehr grundsätzlichen Überblick über den derzeitigen Gesundheitsstand des Trägers geben sollen. Manche Geräte können auch die Sauerstoffsättigung des Bluts ermitteln oder ein EKG schreiben. Mit solchen „Fitness-Tracker“-Geräten lässt sich die persönliche Bewegungs- oder Sportleistung nachverfolgen.

Ausstattung und Funktionen der Fitnesstracker

Zu den Grundfunktionen der Geräte gehören Schrittzähler, Stoppuhr und Pulsmesser. Einfache Modelle funktionieren über einen Bewegungs- oder Beschleunigungssensor. Sie kosten zwischen 100 und 150 Euro. Besonders günstige Tracker mit Schrittzähler, und Herzfrequenz-Messung sind ab 30 Euro zu haben. Diese sind ohne Computer oder gekoppeltes Smartphone nutzbar.

Teurer sind GPS-Sportuhren oder Smartwatches. Sie können auch Strecken und Höhenmeter mit Hilfe von GPS und Barometer aufzeichnen. Darüber hinaus bieten sie oft eine Kartennavigation.

Einige Armbänder und vor allem Sportuhren und Smartwatches können darüber hinaus Nachrichten und Anrufe anzeigen oder Musik abspielen. Viele Tracker überwachen auf Wunsch auch den Schlaf. Der Preis reicht von 150 bis 900 Euro.

Kopplung mit dem Smartphone

Die meisten Tracker müssen mit einem Smartphone oder Rechner verbunden werden, damit die gesammelten Daten übertragen, gespeichert und ausgewertet werden können. In der Regel ist eine Kopplung mit verschiedenen Gesundheits-Apps möglich.

Daher ist auch die genutzte App ein wichtiger Faktor bei Fitness-Trackern. Apps bieten grafische Auswertung der erfassten Daten, können aber auch eine Motivation für den Träger sein, sich zu bewegen oder Sport zu treiben.

Einige Hersteller versuchen, die App zum persönlichen Fitnesstrainer zu machen. Solche Anwendungen vermitteln also nicht nur Zahlen und Daten, sondern auch Anweisungen, sich mehr zu bewegen oder länger zu schlafen.

Apps und Tracker für verschiedene Fitness-Level

Ein gewöhnliches Fitnessarmband zeigt, wie viel und wie intensiv man sich in etwa bewegt hat. In Kombination mit der entsprechenden App genügt das oft schon.
Wer mehr braucht, sollte sich genau überlegen, welche Funktionen eines Fitnesstrackers den sportlichen Alltag wirklich unterstützen können. Bei unteren Trainingsintensitäten kann ein Armband ausreichend sein. Wer intensiver und professionell trainieren möchte, ist mit einer Sportuhr oder Smartwatch besser bedient. Sie verwaltet Trainingspläne, erkennt Geräteübungen oder erinnert an die nächste Trainingseinheit und bietet mehr Funktionen.

Unterschiedlicher Energieverbrauch

Tracker mit aufwändigem Display oder Smartwatches müssen teilweise alle zwei bis drei Tage ans Ladekabel. Armbänder mit einfachem und kleinem OELD-Display kommen länger ohne Aufladung aus.

Die größte Ausdauer versprechen so genannte Hybridwatches. Sie haben ähnliche Eigenschaften wie gängige Smartwatches, oder Fitness-Tracker, verfügen aber wie klassische Armbanduhren über ein analoges Zifferblatt und haben oft eine Knopfzelle als Batterie eingebaut. Einige Hersteller versprechen damit eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.

Verbraucherschützer sensibilisieren: Datensicherheit und Gesundheit

Die Analyse der gesammelten Daten findet oft direkt in der App statt, teilweise müssen die Daten aber auf den Server des Herstellers übertragen werden. Dann laufen dort persönliche Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Gewicht, Bewegung, Schlaf oder Bewegungsprofile und Standorte zusammen.

Zudem können Nachrichten und Anrufe, die über Armbänder, Sportuhren oder Smartwatches laufen, ebenfalls verarbeitet und gespeichert werden. Darüber hinaus ist es möglich, dass weitere Apps auf Handy oder sonstigen Endgeräten auf die Daten zugreifen können. Man sollte daher sehr genau prüfen, welche Anwendungen man auf den Fitnesstracker-Uhren zulässt.

Krankenkassen beispielsweise haben großes Interesse an Fitnessdaten. Einige bieten Versicherten einen Zuschuss zum Kauf solcher Geräte an oder bieten ermäßigte Tarife, wenn sie sich freiwillig tracken und ihre Daten der Kasse zur Verfügung stellen.

Verbraucherschützer warnen davor! Grundsätzlich ist Vorsicht geboten, wenn Gesundheits-Apps aus den Daten eine medizinische Diagnose erstellen. Hier sollte immer besser ein Arzt befragt werden.

Weitere Informationen

Stiftung Warentest vom 02.07.20: Smartwatches und Fitnesstracker im Test
https://www.test.de/Smartwatch-Fitnessarmband-Laufuhr-Wearables-Test-5254021-0/
(kostenpflichtiges PDF zum Download: 3,50 Euro)

• Fitness-Tracker und Smartwatch - welche Daten geben wir am Handgelenk weiter (06.07.20)
https://www.datenschutzberater.nrw/fitness-tracker-und-smartwatch-welche-daten-geben-wir-am-handgelenk-weiter/

Stand: 01.10.2020 06:23 Uhr