SENDETERMIN Do, 19.09.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Freundschaftsdienste

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

PlayFreundschaftsdienst, Umzugshelfer, Umzug
Service-Freundschaftsdienste | Video verfügbar bis 19.09.2020 | Bild: WDR

Freundschaften sind für ein glückliches Leben unerlässlich. Doch auch unter Freunden kann es mal Situationen geben, in denen Rechtsfragen zu klären sind. Wer haftet, wenn es bei einer Gefälligkeit zu einem Schaden kommt, oder wenn ich auf das Kind eines Freundes aufpasse? Sollte ein Kredit unter Freunden besser schriftlich festgehalten werden? Und was ist, wenn ein Freund bei der Renovierung hilft – ist das gar Schwarzarbeit?

Gefälligkeiten

Schnell kann aus Versehen mal ein Schaden bei einem Freundschaftsdienst auftreten – beim Umzug fällt rutscht der Fernseher aus der Hand oder eine Tischplatte wird zerkratzt. In der Regel greift für diese Schadensfälle ein sogenannter stillschweigender Haftungsausschluss. Dieser Ausschluss wird angenommen, wenn klar ist, dass der hilfsbereite Freund nicht für alle Schäden haften will, die er aus Versehen bei einer Gefälligkeit verursacht. Um Ärger im Schadensfall zu vermeiden, sollte eine private Haftpflichtversicherung vorhanden sein, die auch Gefälligkeitsschäden übernimmt.

Aufsichtspflicht

Die elterliche Aufsichtspflicht ist eine gesetzliche Vorgabe und umfasst auch die Pflicht, seine Kinder vor Gefahren zu schützen und andere vor Schäden zu bewahren. Eltern können ihre Aufsichtspflicht zeitweise auf Freunde übertragen, z.B. für einen Kinobesuch, die Begleitung auf dem Schulweg oder den Besuch eines Kindergeburtstages.

Handwerksarbeiten

Nicht jede Arbeit, die für einen Freund erledigt wird, ist automatisch eine Tätigkeit nach dem Sozialgesetzbuch, auch nicht, wenn es sich um eine handwerkliche Leistung handelt. Wer seinem Freund unentgeltlich oder gegen geringes Entgelt beispielsweise bei einer Wohnungsrenovierung oder bei Gartenarbeiten hilft, muss nicht befürchten, dass er den Umstand der Schwarzarbeit erfüllt. Sind die privaten Dienste jedoch auf persönlichen Gewinn ausgerichtet, handelt es sich nicht mehr um eine reine Gefälligkeit.

Kredite

Bei Geld hört die Freundschaft oft auf. Kleinere Beträge können gerne mal schnell unter Freunden verliehen werden. Geht es aber um größere Summen, ist es ratsam, einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen, der mindestens folgende Punkte enthalten sollte:

  • Namen und Anschrift der Vertragspartner
  • Höhe der Kreditsumme Ort, Datum und Zeit der Geldübergabe
  • Regelung der Rückzahlung (z.B. monatliche Raten, Einmalzahlung)
  • Gegebenenfalls die Höhe des Zinssatzes
  • Datum des Vertrages mit Unterschriften

Weitere Informationen

https://www.finanztip.de/haftpflichtversicherung/gefaelligkeitsschaden/

https://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Arbeit/Fragen-Antworten/_functions/frage_5.html?faqCalledDoc=289232

Stand: 19.09.2019 07:22 Uhr

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