SENDETERMIN Mi, 12.06.19 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Gesunde Beine im Sommer

mit Dr. Mohsen Radjai, Facharzt für Allgemeinmedizin

PlaySchöne Beine im Sommer
Service: Gesunde Beine im Sommer | Video verfügbar bis 12.06.2020 | Bild: WDR

Sommerlich kurze Hosen und Röcke rücken ein Thema ins Blickfeld, von dem rund 25 Prozent der Deutschen betroffen sind: Krampfadern. Noch mehr, etwa 60 Prozent, leiden an Besenreisern. Sie werden im Sommer nicht nur sichtbar, die hohen Temperaturen können auch ihre Entstehung begünstigen und das Erscheinungsbild verstärken.

Die Beine schmerzen, werden schwer und dick, die Füße schwellen an und fühlen sich in den Schuhen eingeengt. Speziell abends nach einem langen Tag tun sie weh. Am häufigsten sind diejenigen betroffen, die viel stehen und sitzen. All diese Symptome deuten auf eine Venenschwäche hin. Die so oft als Ursache benannte Bindegewebsschwäche konnte wissenschaftlich noch nie bewiesen werden.

Risikofaktoren für schwache Venen

Es kann eine Vererbung vorliegen. In diesem Fall werden Enzyme aktiv, die die Venenwände so schädigen, dass diese besonders dehnbar werden. Das ist bei Frauen stärker der Fall, da das weibliche Bindegewebe lockerer ist. Es kann auch durch Übergewicht zu einem Venenleiden kommen.
Alkohol und Nikotin schwächen die Venen. Mit dem Alter nimmt die Elastizität der Venen ab. Bewegungsmangel führt ebenfalls dazu. Auch in der Schwangerschaft kommt es leichter zu Venenerkrankungen. Wer im Beruf viel sitzt oder steht, neigt eher zu Venenproblemen – aber auch Frauen, die die Pille nehmen oder hochhackige Schuhe tragen.

Besenreiser und Krampfadern

Besenreiser sind erweiterte Äderchen in der oberen Hautschicht. In der Regel stellen diese ein rein kosmetisches Problem dar. Als Ursache gilt eine erbliche Veranlagung. Verstärkend treten Faktoren wie Sonnenbäder, Sauna, Dampfbäder, Übergewicht, Hormone oder Schwangerschaften hinzu. Besenreiser werden ambulant verödet oder, wenn möglich, auch gelasert.

Krampfadern (Varizen) sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Die Betroffenen neigen verstärkt zu schmerzhaften Entzündungen der Venenwand, und außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Blutgerinnseln. Ein solcher Thrombus kann unter ungünstigen Umständen das ganze Gefäß verstopfen und damit eine Thrombose verursachen, die die Durchblutung erheblich beeinträchtigt. Reißt der Thrombus ab und gelangt er mit dem Blutstrom in die Lunge, droht eine lebensgefährliche Embolie. Eine Venenoperation ist die sinnvollste Methode, um Krampfadern dauerhaft zu beseitigen.

Was man selbst tun kann

Jeder, der unter einer Gefäßerkrankung leidet, kann den Heilungserfolg aktiv unterstützen.

Grundregel: Bewegung ist gut. Langes Stehen oder Sitzen dagegen ist schädlich.

• Vermeiden Sie starke Wärmeexposition (Sauna, Solarium, Fangopackungen, Moorbäder). Thermalbäder sind erlaubt. Danach sollten Sie sich allerdings gut kalt abduschen, damit kein Wärmestau im Körper entsteht und die erweiterten Gefäße den Kältereiz zur Kontraktion nutzen können. Dadurch wirken sie der Erweiterung entgegen.
• Enge, abschnürende Kleidungsstücke sollten Sie vermeiden. Tragen Sie flaches, bequemes Schuhwerk. Gehen Sie barfuß, so oft das möglich ist.
• Wenn Sie die Beine ab und zu hochlegen, fördern Sie den Rücklauf des Blutes.

Maßnahmen im Urlaub

• Im Auto: Legen Sie alle zwei Stunden eine Pause ein, vertreten Sie sich die Beine und rollen über den Fuß ab, das fördert effektiv den Rückfluss des Blutes.
• Im Flugzeug, Bus, Zug: Betreiben Sie Bein-Gymnastik, z.B. die Beine auf eine Unterlage (Reisetasche) stellen, Schuhe ausziehen, Gürtel lockern, die Füße nach rechts oder links im Kreis drehen oder Fersen anheben und senken oder Zehenspitzen anheben und senken.
• Schränken Sie das Sonnenbaden stark ein und kühlen Sie zwischendurch regelmäßig ab, damit ein Hitzestau vermieden wird.

Weitere Informationen

Prof. Hannelore Pilss-Samek: 5 Minuten für schöne Beine
Kneipp Verlag, Leoben, Wien, Bad Wörishofen

Dr. Freya Haid-Fischer: Gesunde Beine – ein Leben lang
Trias Verlag, Stuttgart

Dr. Karl F. Maier: Thrombosen
Kneipp Verlag, Bad Wörishofen, Leoben, Stuttgart

Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie bietet auf ihrer Homepage einen interaktiven Fragebogen an, mit dessen Hilfe man erfahren kann, ob Zeichen für eine chronische Venenerkrankung vorliegen:
www.phlebology.de/venencheck/was-kann-ich-tun/mein-risiko

Stand: 31.07.2019 17:19 Uhr

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