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Service: Gesundheitsfragen rund um Corona

mit Dr. Jürgen Zastrow, HNO-Arzt

PlayFrau niest in die Armbeuge
Service-Gesundheitsfragen-Corona | Bild: WDR

Neben SARS-CoV-2 verbreiten sich zurzeit Grippeviren und Erkältungen. Pollenflug macht Allergikern mit Schnupfen und Atembeschwerden zu schaffen. Viele Symptome ähneln sich. Nur ein Arzt kann einschätzen, ob es sich um eine Corona-Infektion handeln könnte und ein Test sinnvoll wäre.

Wer sich krank fühlt, sollte sich – zunächst telefonisch – an einen Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt wenden. Nicht jede Fieberattacke bedeutet eine Corona-Infektion. Doch nachdem immer wieder neue Krankheitsfälle in Deutschland auftreten sind, muss in dem Zusammenhang bedacht werden, wo sich Familienmitglieder in der Zeit vor Auftreten der Symptome aufgehalten haben und in wieweit eine Infektion wahrscheinlich ist.

Beschwerden von Corona-Patienten

Mögliche Krankheitszeichen für eine Corona-Infektion sind in vielen Fällen Husten und Fieber. Oft ist auch der Geruchssinn eingeschränkt. Manche Betroffene leiden an Durchfall. Für die Mehrheit der Corona-Infizierten (etwa 80 Prozent, laut Weltgesundheitsorganisation WHO) verläuft die Krankheit mit nur geringen oder kaum Beschwerden.

Ein großer Teil der restlichen Patienten leidet unter Grippebeschwerden wie Schnupfen, Husten, Kopfschmerz, manchmal mit Fieber. Bei einem Teil der Patienten mit einem schwereren Verlauf führt die Infektion zu Atemproblemen und Lungenentzündung.
Todesfälle traten bisher vermehrt vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder bereits zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten. Dennoch kann jeder gefährdet sein. Ohne einen Labor-Test lässt sich eine Infektion nicht sicher diagnostizieren. Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und 14 Tagen.

Wie zuverlässig ist ein Corona-Test?

Erst, wenn sich der Verdacht auf eine Corona Virusinfektion erhärtet, ist ein Abstrich angebracht. Diesen kann der Hausarzt durchführen, in der Regel beim Erkrankten daheim. In manchen Regionen können Patienten diesen Abstrich nach Anmeldung durch Ihren behandelnden Arzt in einem speziellen Zentrum durchführen lassen. Die Tests gelten zwar als zuverlässig, sind aber dennoch nicht hundertprozentig treffsicher. Zudem können Fehler in der Entnahme oder Handhabung der Proben das Ergebnis verfälschen.

Überweisungen zu Coronavirus-Test

In einigen Regionen brauchen Patienten für einen Corona-Test eine Überweisung. Diese sollte der behandelnde Arzt per Post schicken. Falls es dem Patienten schlechter geht, sollte er - nach telefonischer Anmeldung – einen Arzt aufsuchen.

Isolation trotz negativem Test

Die derzeit verfügbaren Tests weisen Erbgutstücke des Coronavirus‘ in Abstrichen oder Spülungen der Atemwege nach. Bei Verdachtsfällen ohne Symptome kann es sein, dass die Zahl der Viren noch zu gering für diesen Nachweis ist. Solche Patienten müssen isoliert oder unter häuslicher Quarantäne bleiben, bis die Inkubationszeit von zwei Wochen vorüber und keine Erkrankung aufgetreten ist.

Wie lange dauert die Erkrankung?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Bis zur Genesung können Wochen vergehen.

Verdacht auf Corona-Infektion

Personen, die persönlichen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten, sollten sich unverzüglich – auch ohne Krankheitszeichen – ans Gesundheitsamt wenden. Beim Auftreten von Krankheitszeichen der Atemwege sollten sie, nur nach telefonischer Anmeldung, den Hausarzt aufsuchen.

Schutz vor Ansteckung

Durch Abstand zu anderen, regelmäßige und richtige Händehygiene sowie Einhalten der Husten- und Niesetikette kann sich jeder ein Stück weit selbst schützen. Begrüßung immer ohne Handschlag oder Umarmung.

  • Mindestabstand von anderen Personen mindestens 1,50 Meter
  • regelmäßige Händereinigung
  • nicht ins Gesicht fassen
  • Husten und Niesen nur in die Ellenbeuge
  • nur Einmaltaschentücher verwenden und anschließend entsorgen
  • Meiden Sie Menschengruppen bis zum Abklingen der Infektionswelle.
  • Meiden Sie Gruppen in Aufzügen und Schlangen beim Einkaufen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

Die Menschen in Deutschland dürfen sich bei Atemwegserkrankungen derzeit zwei Wochen lang am Telefon krankschreiben lassen. Das vereinbarte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Krankenkassen-Spitzenverband. Als Voraussetzung gelten bestehende Atemwegsbeschwerden. Die Möglichkeit zur Zwei-Wochen-Krankschreibung ist zunächst bis zum 23. Juni befristet.

Weitere Informationen

• Unabhängige Patientenberatung
Telefonnummer: 0800 0 11 77 22 (gebührenfrei aus allen Netzen), Mo-Fr 8-22 Uhr, Sa 8-18 Uhr

• Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums
Telefonnummer: 030 34 64 65 100 Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-12 Uhr

• Bundesgesundheitsministerium: Tagesaktuelle Informationen zum Corona-Virus
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/

• Bundesregierung: Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/

• Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Corona-Virus
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

• Robert-Koch-Institut RKI: Übersichtsseite zu COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

• Bundesgesundheitsministerium: Informationsblatt zum Schutz vor Ansteckung: Aktuelle Informationen zum Coronavirus
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/

Stand: 09.04.2020 11:54 Uhr

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